DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 97 - 98 Überdenke die Wirkung von Erlebnissen

Überdenke die Wirkung von Erlebnissen!

Deine Erlebnisse sind die kleinen Schöpfer deiner Vorstellungswelt. Stell dir vor, die kleine lebendige Wanderschule wäre ein leckerer Streuselkuchen von deiner lieben Großmutter. So ein Kuchen besteht im Wesentlichen aus drei Teilen. Ein Teil Liebe, ein Teil Mehl, und den dritten Teil machen Zucker und Honig, Vanilleschoten, Butter, Salz, Hefe, Milch und Schokostreusel unter sich aus. Nun der Vergleich mit der Liebe hinkt sicherlich, denn Omaliebe ist nicht zu unterschätzen. Doch auch du solltest dich, deine Körpereinheit, deine Umgebung und das Leben in seiner Vielfalt und Veränderlichkeit während der Ausbildung lieben lernen. Was für den Streuselkuchen das Mehl ist, ist für deine Ausbildung das Erlebnis und das in mehrfacher Hinsicht, benötigt man doch beim Streuselkuchenbacken gleichsam Mehl für den Teig, die Streusel und zum Einstieben des Backbleches.

Jedes Erlebnis besitzt bzw. hat Wirkung. Zum Beispiel können Erlebnisse überzeugen. Wenn du also deinem Chemielehrer nicht glaubst (dir also nicht ganz sicher bist und Zweifel hegst), dass 95 % -ige HCL bissig ist wie eine böse Schlange, dann stecke gezielt den Finger in den Flaschenhals mit solch einer Säure und stell sie auf den Kopf. Warte und beobachte, mit allen Sinnen die du hast, was passiert. Falls du doch so dumm und experimentierfreudig bist, beobachte die Wirkung dieses Erlebnisses auf dein Nervensystem, deine Körpereinheit und die Wirkung auf deine Umgebung. (Achtung: Dieses Erlebnis ist natürlich nicht zur Nachahmung bzw. praktischen Durchführung empfohlen! Es ist verdrussschwanger und gesundheitsgefährdend! Du bist ein Narr wenn du das Tust und hast nichts verstanden von diesem Buch und musst leider nach dem Notarzt und dem Besuch im Krankenhaus noch einmal zurück auf Seite 1 ;)

Was du vorher nicht mit eigenen Augen gesehen hast, hat also meist den Status: »Das kann sein, muss aber nicht«. Nachdem du es selbst erlebt, durchgemacht, gesehen, geschmeckt, gefühlt, nachgemessen, durchdacht und dich im Alltag daran gewöhnt hast, ist es einfach nur »Fakt«. Du würdest dafür deine Hand ins Feuer legen oder deine liebe Großmutter drauf verwetten. Erlebnisse haben eine enorme Rundumwirkung auf deine Körpereinheit. Du denkst nicht nur, sondern du lebst im ganzheitlichen Sinne! Erlebnisse können nicht nur deine Meinung verändern, sie verändern auch deine Körpereinheit. Allgemein gesagt:

 

Während eines Erlebnisses werden wirkungsvolle Verbindungen in deiner Körpereinheit gelöst oder neu hergestellt. Der Lehrweg des Wanderns gründet sich auf dem persönlichen Erlebnis.

 

Erlebnisse sind für dich runde Sachen. Einmal überstanden lassen sie sich jedoch nur mehr oder weniger gut vermitteln bzw. in das gesprächsnachbarliche Ohr pressen. Je kürzer die Zeit ist, die dein Gesprächspartner für dich hat und je außergewöhnlicher dein Erlebnis war, umso schwieriger wird eine genaue Schilderung. Meist wird es eine Version, nicht die ganze Wahrheit. Das gilt für jedes Erlebnis, dass du versuchst nachzuerzählen und es fällt oft schwer, jeden Aspekt des Erlebnisses wirklichkeitsgetreu wiederzugeben. Das gilt besonders für sinnvolle Zufälle auf deinem persönlichen Ausbildungsweg. Still zu sein hat nichts mit Unehrlichkeit zu tun. Behalte sie also am besten für dich, außer du hast jemanden gefunden der was von sinnvollen Zufällen versteht... dann könnt ihr mal richtig loslegen.

Willst du diesen ganzheitlichen und speziellen Erlebnisraum vor allem mit Hilfe deiner folgerichtig-rationalen Denkfähigkeit in Form von Sprache und sinnvollen Sätzen vermitteln, wirst du an Grenzen stoßen. Emotional-assoziative Erlebnisaspekte oder gar ganzheitlich-freie Erlebnisaspekte lassen sich nicht vollständig durch Sprache oder dem geschriebenen Wort, durch folgerichtig-rationale Gedankengänge vermitteln! Willst du einen emotional-assoziativen Gedanken vollständig erklären, wirst du an eine natürliche, rational-folgerichtige Denkgrenze stoßen. Mit der Zeit wirst du die folgerichtig-rationale und die emotional-assoziative Erlebniswelt gleichberechtigter nebeneinander stellen. Dabei entstehen eine tiefe, dauerhaftere »Lebensgefühlsmelodie« in deiner Körpereinheit und die Fähigkeit besonnen, vernünftig und liebevoll zu handeln. Das Kommunikationsgrenzen keineswegs mit Genussverlust verbunden sein müssen, wirst du sicher selbst bald erfahren (stiller Genießer). Am besten, du durchlebst die Erlebnisse zusammen mit deinen Freunden und Freundinnen, dann fällt das Erinnern und Berichten später weitaus leichter und es reicht manchmal ein Lächeln und ein Augenzwinkern zwischen Erlebnis-Freunden, um das Wesentliche von damals wieder hervorzukramen.

Erlebnisse bzw. Erfahrungen mit der Umgebung können vieles bewirken, sie können letztlich sogar dein Genom verändern. Lies hierzu doch das verständlich geschriebene Buch über die Epigenetik von B.C. Lipton (siehe Literaturliste am Ende des Buches)!