DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 86 - 90 Gemeinsamkeiten, Das universale Entstehungsprinzip

Das universale Entstehungsprinzip!

Das es unzählige und verschiedene Wirkeinheiten in deiner Umgebung gibt und ihre Verbindungen untereinander schwächer oder stärker sein können, leuchtet dir jetzt sicher ein. Aber noch etwas ist sehr bemerkenswert an Verbindungen und ihren Wirkeinheiten.

 

Durch das Verbinden bzw. Trennen von zwei oder mehreren Wirkeinheiten entsteht etwas Neues!

 

Die Teile bilden ein neues Ganzes, eine neue größere Wirkeinheit mit neuen Eigenschaften oder Fähigkeiten! Auch beim Zerteilen verändern sich Eigenschaften bzw. die Fähigkeiten der Wirkeinheiten. Das Neue an den verknoteten Schnürsenkeln: »länger«. Löst du Verbindungen, entstehen kleinere Wirkeinheiten mit jeweils neuen Eigenschaften. Das Neue an den zwei getrennten Schnürsenkeln: »kürzer«. Das Neue kann also quantitativ bzw. mengenmäßig neu oder anders sein. Verbindest du wirkungsvoll 1000 Schürsenkel miteinander, ist das Neue an dem Riesenschnürsenkel: »riesig lang«. Doch es hat sich durch einfaches Verbinden noch mehr getan als nur eine quantitative Veränderung. Nun hat er auch ganz deutlich und wie durch ein Wunder eine neue Qualität. Er hat neue Eigenschaften bekommen! Der Riesenschnürsenkel liegt haufenförmig vor dir. Du kannst ihn so als Matratze benutzen, oder ihn aufwickeln und als Strickrolle verkaufen.

Deutlich wird dir ein Qualitätssprung auch bei Maschinen. Viele kleine Plastik- und Metallteile miteinander wirkungsvoll verbunden ergeben einen Computer, der zum Beispiel die neue Eigenschaft hat, mich im Schachspiel auszutricksen. Unbestreitbar ein Qualitätssprung im Vergleich zur Einzelteil-Ramsch-Computerteilkiste.

Oder nimm dir die Organismen. Alle bestehen, sagen wir es allgemein, aus Energiestrukturen bzw. Atomen bzw. Zellen. Viele Milliarden solcher kleinen Wirkeinheiten bilden deine Körpereinheit.

 

Prinz: Und diese Körpereinheit hat die Fähigkeit bewusst zu sein, eigene Aktivitäten mit Hilfe der Umgebung rückzukoppeln und auszusöhnen, diese Worte zu lesen, umzublättern, mit anderen Wirkeinheiten zu kommunizieren, Autos zu bauen und sie zu nutzen, auf die Bank zu gehen und bewusst ein Konto anzumelden und noch tausend andere Fähigkeiten mehr. Wunderbar was aus Atomen oder Energie bzw. Materie alles für Fähigkeiten wie aus dem nichts entstehen können. Es scheint alles eine Frage der wirkungsvollen bzw. sinnvollen Verbindlichkeit.

 

Durch Lösen von Verbindungen entsteht eine Vielfalt von Wirkeinheiten (Einzelteile).

Durch Herstellen von Verbindungen zwischen den vielen kleineren und größeren Wirkeinheiten, entstehen immer größere oder komplexere Wirkeinheiten.

Verbinden sich Wirkeinheiten miteinander zu einer neuen Wirkeinheit, entsteht dabei eine neue Wirkeinheit mit neuen Eigenschaften oder Fähigkeiten!

Auch beim Lösen von Wirkeinheiten entsteht etwas Neues! Dieses Prinzip kannst du auch Entstehungsprinzip nennen.

 

Prinz: Nun das ist ja alles schön und gut, aber warum muss ich das wissen?

König: Geduld, bleib aufmerksam und vergiss das Wörtchen »muss«!

P: Was meinst du?

K: Na du bist zwar beim Lesen und Denken und mit dem Buch und seinem Sinn verbunden, aber gleichzeitig auch mit deiner Umgebung, z.B. mit der Wirkeinheit »Zimmer«. Bewusst oder Unbewusst! Du wanderst durch das Buch und wo Bewegung, Veränderung, Leben ist, dann kommt eins zum andern. Mancher hat auch schon im richtigen Moment die Spatzen bedeutsames von den Dächern pfeifen gehört.

P: Wie meinst du das?

K: Mit dem Verbindungs- und Entstehungsprinzip lässt sich vieles viel vertrauter annehmen und erst einmal grundsätzlich verstehen. Zum Beispiel kannst du zwei beliebige und getrennte bzw. unabhängige, kausal verknüpfte Ereignisketten miteinander sinnvoll in Verbindung bringen und auch als solche ganzheitlich wahrnehmen und verstehen lernen. Oder nimm dir zwei folgerichtig-rationale Gedankengänge und versuche beide zu verbinden! Sozusagen ein gedanklicher Tunnelbau. Diese Freiheit hast du als Mensch.

P: Stimmt, aber dann ist ja das Verstehen subjektiv, die Wahrheit relativ...

K: ... schon immer gewesen... aber Geduld... auf die Praxis kommt es an und auf das Begreifen und Erkennen von Verbindungen und Wirkeinheiten, auf das Vertrauen in Verbindungen und auf den liebevollen Umgang mit Wirkeinheiten kommt es an und auf deine alltägliche Aufmerksamkeit, damit dir das wunderbare Entstehen von Neuem im Alltag nicht zur langweiligen Gewohnheit wird! Wenn du dem Leben und seinen Erscheinungen deine persönlichen Bedeutungen gibst, dann werden in diesen Bedeutungen bzw. persönlichen Verbindungen deine Wahrheiten entstehen und begründet sein.

P: Ich sollte einige Praxisübungen zum Verbindungs- und Entstehungsprinzip durchführen! Und es dann für die Dauer der Ausbildung als Basis in mir bewahren.

 

Das Verbindungs- und Entstehungsprinzip kannst du dir getrost auf der Zunge zergehen lassen, falls dir beide noch nicht in ihren gewaltigen Ausmaßen klar waren, denn jede unserer alltäglichen Handlungen beschäftigt sich mit dem Herstellen, dem Lösen oder dem Verändern von Verbindungen, also mit der Schaffung neuer kleinerer und größerer Wirkeinheiten. Egal was du arbeitest oder tust, du bist mit Herstellen und Lösen von Verbindungen beschäftigt!

Vom Bauingenieur bis zur Friseuse, von der Managerin bis zur Bordelldame, von der Chipherstellerin bis zum Musiker, von der Chemielaborantin bis zum Pfarrer, vom Landwirt bis zum Hausmann, von der Köchin bis zum Geburtshelfer – jede(r) beschäftigt sich mit dem Lösen und Herstellen oder mit der Veränderung von Verbindungen zwischen Wirkeinheiten.

Sobald du etwas erfindest oder arbeitest, schaffst, ob in deiner Vorstellung oder mit deiner Vorstellung und deinen Händen, du verbindest und löst und verbindest und löst...

 

Nun gilt es im Sinne der Ausbildung in jeder freien Minute das Verbindungs- und Entstehungsprinzip im Alltag an und in dir und auch in der Welt draußen zu suchen, zu entdecken. Mit der Zeit wird sich dabei dann etwas Wesentliches in Verbindung setzen und somit auch gleichzeitig etwas Neues entstehen.

Dein Nervensystem höchst persönlich wird dieses neuverbundene Etwas sein. Was dabei Neues entsteht, welche nützlichen neuen Eigenschaften und Fähigkeiten du haben wirst – nun die Ausbildung wird für dich spannend. Eigentlich ist hier mit diesen Zeilen ganz unspektakulär ein wesentlicher, ganz praktischer Aspekt der Ausbildung genannt, denn Bewusstwanderungen und bewusste Erfahrungen erzeugen rational-folgerichtige Gedanken und emotional-assoziative Gedanken; und diese bewussten Gedanken und deren Rückkopplung und Aussöhnung sind die Grundlage für bewusste Erfahrungen mit dem ganzheitlich-freien Denken im Alltagmoment.

Natürlich sind jegliche Eigenschafts- oder Qualitätssprünge, um die es im Alltag geht, erst einmal aus der bewussten Sicht des Individuums, des einzelnen Menschen von Wichtigkeit und Nutzen. Aber weil du ja auch ein Alltagsmensch bist, bekommt diese Sichtweise eine enorme praktische Bedeutung. Hast du das Verbindungsprinzip und das Entstehungsprinzip verinnerlicht, dann dürfte dich grundsätzlich keine Alltagserscheinung mehr verunsichern können!

 

Die Entstehung von etwas Neuem ist einerseits in der Praxis immer erstaunlich und geradezu wunderbar, andererseits nun nicht mehr wirklich überraschend. So wird das auch mit deinem Bewusstsein während der Ausbildung sein – es entstehen dir durch die bewusste Verbindung von Nervenzellen neue Fähigkeiten!

 

Prinz: Habe ich das Entstehungsprinzip erst einmal verstanden, brauche ich nicht mehr lange nach dem: Wie kommt denn das zustande? – zu fragen. Egal was es auch für Eigenschaften hat, dieses neue »Dingsda« vor mir oder mit mir, ich weiß Bescheid, dass es sich auch diesmal zumindest als Wirkeinheit verstehen lässt.

Es haben sich eben wieder Dinge miteinander wirkungsvoll zu einem neuen »Dingsda« verbunden. Nun habe ich, wie sonst auch, erst einmal das Vergnügen es kennen lernen zu dürfen. Es geht in der Praxis sowieso und zum Glück meist darum, das Neue mit meinen Sinnen zu erleben und seine Eigenschaften mit den Eigenschaften mir bereits bekannter Dinge in Verbindung zu bringen und es so bei Bedarf unterscheidbar zu machen.

 

Es ist nicht nötig, all die Gesetzmäßigkeiten und Modelle im Kopf zu haben, wie, wann und wo sich Wirkeinheiten verbinden oder von einander lösen. Die bewusste Erfahrung und hin und wieder ein Blick in ein folgerichtig-rational-wissenschaftliches Faktenbuch wird dir meist reichen. Wichtig ist, dass du die Wirkeinheiten in ihrem alltäglichen Wirkungs- und Beziehungsumfeld erlebst und mit ihrer Umgebung verbunden wahrnehmen lernst! Hast du das Verbindungsprinzip und das Entstehungsprinzip verstanden, dann dürfte dich ab heute nichts mehr in diesem Universum aus den Socken hauen. Von der sprechenden »Alien-Wappel-Warzen-(Scham)Lippe« im Kinofilm, bis zum ersten Kloßkochversuch deiner Schwester an Heiligabend oder dem geklonten Mäuseohr auf Testkater Felix im Genetiklaboratorium... oder die erstaunlichen Träume deines Freundes: „Ich hab verblüffend echte Halluzinationen wie im Traum erlebt.“ Nichts wird dich mehr schocken können, in Vorstellungswelten, wo alles Sinnvolle ohne Sinn erscheint, genauso wie in Zeiten, wo alles Sinnlose auf erstaunliche Weise über ein neues Bewusstsein sehr viel Sinn ergibt.

Auch in deinem Nervensystem oder deiner Körpereinheit kannst du das Verbindungs- und Entstehungsprinzip entdecken. Ja sogar beim Sprechen, Denken und Fühlen kannst du es herausfinden. Du kannst dir auch deine Nervenzellen als Wirkeinheiten vorstellen. Sie haben meist die Form eines Baumes. Vorderes (Krone) und hinteres Ende (Wurzel) besitzen bis zu 10 000 Verbindungsmöglichkeiten! Etwas vergrößert, sieht man ihnen ihre Verbindungsfreudigkeit schon an den Tausend »Nasenspitzen« an.

Du kannst alle Wirkeinheiten, die hauptsächlich aus Nervenzellen aufgebaut sind, neuronale Wirkeinheiten nennen, um sie nicht mit den Wirkeinheiten, die du außerhalb deines Nervensystems begreifen kannst, zu verwechseln. Milliarden (!) einzelner, elementarer, neuronaler Wirkeinheiten (Nervenzellen) können sich zu immer komplexeren, größeren, neuronalen Wirkeinheiten verbinden. Diese größeren neuronalen Wirkeinheiten ihrerseits wieder untereinander und so weiter. Solange bis eine größtmögliche neuronale Wirkeinheit in deinem Kopf entsteht, die du dir aus vielen Milliarden kleineren Wirkeinheiten zusammengesetzt, vorstellen kannst.

Auch in deinem Nervensystem gilt das Entstehungsprinzip. Mit jeder wirkungsvollen neuronalen Verbindung entsteht also auch eine neue, komplexere, neuronale Wirkeinheit mit neuen qualitativen oder quantitativen Eigenschaften oder Fähigkeiten. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Schreiben, Rechnen, Sprechen, Hassen, Weinen, Lachen, Lieben, bewusst Lesen zu können, sind nur einige Beispiele solcher zum Teil auch recht unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften deines Nervenzellenhaufens.

 

Was dein Nervensystem nicht allein kann, schafft es durch wirkungsvolle Verbindungen mit anderen Teilsystemen und Wirkeinheiten deines Körpers oder/ und deiner Umgebung. Ihm wohnt das gleiche Prinzip inne, welches du auch mit seiner Hilfe in deiner Umgebung finden kannst: Kooperation bzw. gemeinsames Zusammenwirken!

 

Das ist jedoch gar nicht so erstaunlich, wenn du dir vorstellst, dass du ja so etwas wie ein Spross deiner Umgebung bist. Also, Atome oder was auch immer – verbinden sich zu immer größeren Wirkeinheiten, wie Zellkernen, Zellen, verschiedenen Nervenzellen, Nervenzellbereichen und zu dem ganzen grauwabbeligem Ding in deinem Kopf und dem feinen Nervennetz, welches deinen gesamten Körper durchzieht und durchwirkt, sogar bis hinab in den kleinen Zeh. Es kann sich selbst bewusst werden und von sich berichten, zum Beispiel mit diesen Zeilen.

Die Nervenzellen und ihre größeren neuronalen Wirkeinheiten können einen Teil des Beziehungs- bzw. Verbindungs- oder Wirkungsumfeldes einer Wirkeinheit ihrer Umgebung funktionell nachbilden.

Wenn du dein Bewusstsein verstehen und kennen lernen willst, musst du dich nur geduldig und liebevoll mit ihm und mit anderen Wirkeinheiten im Alltag unterhalten. Freundschaftlich versteht sich, sonst kommst du in Teufelsküche. Ihr dürft euch also kennen lernen und gemeinsam an Alltagsproblem arbeiten.

In der Gestalt der neuronalen Wirkeinheiten offenbart sich dir im Mikroskop tatsächlich direkt das Verbindungsprinzip. Kooperation und Individualität ist dort milliardenfach offensichtlich und erkennbar und es fällt dir wie Schuppen von den Augen. Dein Nervensystem hat dazu die Fähigkeit, recht flexibel und differenziert wirkungsvolle Verbindungen zwischen den neuronalen Wirkeinheiten herzustellen und wieder zu lösen.

 

Prinz: Praktisch, denn da draußen in meiner Umgebung ändern sich ja schließlich auch ständig irgendwelche Verbindungen zwischen den Wirkeinheiten. Und es gibt draußen auch stärkere und schwächere Verbindungen.

 

Mit Hilfe der Umgebungsveränderungen verknüpft und bastelt dein Nervensystem immer umfangreichere neuronale Wirkeinheiten zurecht. Sagen wir zum besseren Verständnis: Dein Nervensystem kopiert immer deutlicher das komplexe, vielfältige Wirkungs- und Beziehungsnetz deiner Umgebung und macht es für dich erlebbar. Zum einen erst einmal denkend erlebbar und zum anderen emotional erlebbar. Besser gesagt: Neuronale Wirkeinheiten mit ihren umfangreichen Verbindungsmöglichkeiten kopieren / basteln das Verbindungs-, Beziehungs-, Wirkungsumfeld – eines speziellen Teils von Interesse – aus deiner Umgebung nach.

Dein Kopf ist also keine Ramschkiste mit Miniaturwirkeinheitskopien deiner Umgebung (kleine Lokomotiven, Käsebrötchen, Bäumchen, alle kleinen Wörter...), nein vielmehr eine Raumkiste mit kleinen materiellen Beziehungs-, Verbindungs-, Wirkungsfeldern der Wirkeinheiten deiner Umgebung. Ein Kopf steckt also voller kleiner Verbindlichkeiten oder Geister der Wirkeinheiten vor dir, kleine Netzwerke, die keineswegs nur zufällig miteinander verbunden sind. Sie sind zusammen mit deiner Umgebung entstanden. Die kleinen neuronalen Beziehungsumfelder sind wirkungsvoll miteinander verbunden, so wie ja in deiner Umgebung auch irgendwie alles wirkungsvoll zusammenhängt. Es entsteht eine mehr oder weniger innerlich verbundene, individuelle Vorstellungs- und Beziehungswelt im Laufe deines Lebens.

Die Art und Weise und die Anzahl der Verknüpfungen zwischen kleineren neuronalen Wirkeinheiten, also die Bauanleitung einer neuronalen Wirkeinheit erhält das Nervensystem direkt über die Sinnesorgane, die sich mit den Wirkeinheiten der Umgebung wirkungsvoll verbinden können (offene Sinnsysteme) und so die entsprechenden Veränderungen und Wirkungen der Umgebung an das Nervensystem weitervermitteln können.

Oder anders gesagt, Energie fließt von unserem Umgebungssystem über unsere Sinnesorgane in unser flexibles Nervensystem. Energieunterschiede in unserer Umgebung formen unser Nervensystem ein Leben lang. Vorstellungen bilden sich während du erlebst bzw. während dir deine Umgebung auf die Nerven geht. Du darfst ein Leben lang lernen. Du musst nicht auf Vorrat lernen, du kannst dich auch im Lebensmoment verändern lassen. Du weißt ja Wirkeinheiten verbinden und wieder lösen, solange bis das Gewünschte entsteht.

Du brauchst nur geschmeidiges Wollen und Geduld. Auch durch reines Nachdenken oder Phantasieren bilden sich natürlich Vorstellungen und Vorstellungswelten. Nachdenken und Phantasieren sind sozusagen ganz besonders individuelle Form des Erlebens – absolut kreativ!

Unser Nervensystem ist eines der kompliziertesten Wirkeinheiten, die wir Menschen je entdeckt haben. Willst du die Wirkungsweise komplexer Wirkeinheiten (Nervensystem, Mitmenschen, Organismen, Landschaften, Gesellschaften usw.) erleben, entdecken oder nachvollziehen, wirst du dich auf diese Wirkeinheiten in der Tat einlassen müssen. Ohne die emotional-assoziative und ganzheitlich-freie Funktionsebene unseres Nervensystems dabei zu gebrauchen, nur mit der folgerichtig-rationalen Funktionsebene arbeitend und erfassend wirst du komplexe Wirkeinheiten und Lebenssituationen zwar schnell einordnen und anderen gegenüberstellen können, aber diese Wirkeinheiten in ihrer komplexen Wesenheit nur unvollkommen erleben können, sie kaum ganzheitlicher im lebendigen Beziehungsgefüge verstehen, sie kaum im ökologisch angemessenen Sinne, also nachhaltig nutzen können.

Dies gilt für Betrachtungen und bei der Erforschung von Bestandteilen deines Umgebungssystems, aber auch für die Erkundung geistiger Erlebniswelten und neuronaler Wirkeinheiten, letztlich dem Nervensystem selber. Wenn du deine Umgebung oder das Nervensystem allein in rational-folgerichtigen Gedanken und Begriffen erfassen, verstehen und beschreiben willst, wirst du dich mit den Grenzen von rational-folgerichtigem Denken in der Praxis deines konkreten, individuellen Lebens befassen und abfinden müssen - ob du Professor, Maurer, Mutter, Kind, Künstler, Manager, Nonne oder Mystiker bist. Andernfalls sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Wie oft mangelt es in allen Wissenschaften am Erkennen, am Wissen, am Leben, an Persönlichkeit des einseitig folgerichtig-rational geprägten Bewusstwanderers? Dies bald in emotional-assoziativer und ganzheitlich-freier Hinsicht, Tiefe, Bedeutsamkeit, Erfüllung und Erkenntnis. Alle Entdeckungen und die daraus folgenden technischen Entwicklungen die zu massiven Veränderungen von Mensch, Natur und Landschaft, zu Artensterben, Krankheiten, Ressourcenknappheit geführt haben sind Beweis für eine viel zu schnelle, halbherzige, einseitige, pseudorational-folgerichtige Herangehensweise an das komplexe Leben bei der Lösung unserer ganzheitlichen Bedürfnisse im Alltagsleben. Die zehnjährige Schulausbildung (z.B. in Deutschland) lässt den folgerichtig-rationalen Überhang im Wesen der Menschen in der heutigen Gesellschaft erahnen. Aufforderungen zur ganzheitlich-freien Ausbildung unserer Kinder sind deshalb unbedingt von jedem Entscheidungsträger in der Schulbildung nachzukommen.

Jedes Nervensystem ist auf Veränderungen von wirkungsvollen Verbindungen bzw. Veränderungen von Wirkeinheiten seiner Umgebung angewiesen. Deine Umgebung ist Mama und Papa und du bist das Kind. Wenn du mit deinen drei grundlegenden geistigen Fähigkeiten (selbst)bewusst rückkoppelnd-aussöhnend dein Leben bestimmst, ist die Kinderzeit langsam vorbei!