DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 54 - 56 Aktuelle Rahmen des Buches

Der aktuelle Rahmen des Buches

Ziel ist es nun, möglichst vielen erwachsenen Menschen die Einsicht in das Werk Bewusst(w)anderer Mensch, bzw. den Zugang zum eigenen ganzheitlich-freien Denken im Alltagsmoment zu ermöglichen. Dieses Ziel leitet sich aus dem Inhalt des Werkes bzw. aus den Vorteilen des ganzheitlich-freien Denkens und der bewussten Rückkopplung und Aussöhnung für jeden Menschen im Alltag ab. Auch die sozialen und ökologischen Anforderungen bzw. die Populationsentwicklung unserer biologischen Art Mensch begründen dieses Ziel. Die Zeit ist reif und es kann durchaus irgendwo gerade ein ähnliches Buch entstehen.

Können wir es dabei im Alltag schaffen, über gemeinsame Gespräche, gemeinsames Erleben, über ein verantwortungsbewusstes Verlagswesen, über die modernen Medien, das Internet und über Multiplikatoren in den Gesellschaften, die Politik... sehr viele Menschen zu erreichen und wirkungsvoll aufzuklären? Können wir wesentliches Wissen und wesentliche Erfahrungen im Alltag an unsere Kinder weitergeben? Können wir es geduldig, vernünftig, gewaltfrei und freudebetont schaffen? Haben wir begriffen, dass es dabei immer auch um die Bewahrung jeder friedlichen, individuellen Erlebnis- & Vorstellungswelt und um die Bewahrung der menschlichen Vielfalt gehen sollte?

Wir dürfen darüber kommunizieren und sollten dies auch tun! Das ganzheitlich-freien Denken und ein kooperativ-ökologisches Bewusstsein lassen sich ohnehin nur durch liebevolle und vernünftige Aufklärung und zum Glück nur mit dem eignen Willen, aus der eigenen Erlebnis- & Vorstellungswelt heraus und gemeinsam mit dem Umgebungssystem im Alltagsmoment fördern. Wir sollten unsere Geschenke für ein sorgenfreies Leben nicht mehr wie Kinder von der Evolution erwarten, bzw. durch einen Kollaps und Selektion, also mit Opfer erkaufen. Wir können und dürfen als biologische Art Mensch unsere einmalige Stärke, die Eigenschaft im Alltagsmoment bewusst rückkoppeln und aussöhnen zu können, bei der Kooperation mit dem Umgebungssystem natürlich auch fördern, einsetzen, ausspielen bzw. ausleben.

Wollen Sie dieses Werk einordnen, dann beschäftigen Sie sich bitte in Folgendem mit typischen Entwicklungen und Lebensläufen von Populationen und komplexen, kooperativen Systemen.

 

 

Abbildung 3: Die Abbildung zeigt eine „typische“ Entwicklung von Populationen und Ökosystemen. Alle heute lebenden Organismen und existierenden Ökosysteme sind Beispiele für solche „positiven“ Entwicklungen, die nicht zum Kollaps geführt haben. Es gibt natürlich auch Beispiele für Entwicklungen, die nicht in Sättigungs- und Fliessgleichgewichtsphasen übergehen, sondern zu regelmäßigen, sehr starken Populationsschwankungen führen oder zu einem einmaligen Kollaps (Aussterben). Die Zustandsgröße links kann z.B. die Individuenanzahl, bzw. die Anzahl der Menschen auf der Welt sein. Die für unsere Zeit und die Zukunft interessante Sättigungsphase und Fliessgleichgewichtsphase unterscheiden sich besonders durch eine höhere Kooperativität der Teilsysteme mit ihrer Umgebung und darin eindeutig von der vorausgehenden Wachstumsphase und erst recht von einer chaotischen Entwicklung (Kollaps). Das Buch Bewusst(w)anderer Mensch möchte deshalb den Leser oder die Leserin zu einer bewussteren Kooperation im Alltagsleben anregen bzw. verhelfen.

Betrachten Sie dann auch die tatsächliche Entwicklung der biologischen Art Mensch in ihrem Umgebungssystem in den letzten 50000 Jahren.

 

 

Abbildung 4: Diese Abbildung zeigt links vereinfacht die Entwicklung unserer menschlichen Fortpflanzungsgemeinschaft (Population des Menschen) in den letzten 50 000 Jahren. Sie zeigt auch einige mögliche Entwicklungen in der Zukunft auf. Ausführungen zu den Zukunftsversionen 1-5 werden folgend im Text gegeben. In Abbildung 2 finden Sie die Zeitachse von rechts nach links, nach oben wurde die Anzahl der Individuen der Weltbevölkerung zur entsprechenden Zeit aufgetragen. Bitte beachten Sie die Zeitdimension. Der linke Eintrag (Vor ca. 50000 Jahren lebten weniger...) liegt eigentlich ca. 8 m vom linken Blattrand entfernt!!! Es hat sich also über 49 400 Jahre lange nicht viel getan, aber in den letzten 600 Jahren haben wir doch überaus deutlich und immer schneller zugelegt.

Am Ende einer solchen beachtlichen exponentiellen Wachstumsphase steht in der Natur oft eine Sättigungsphase. In dieser entstehen den Individuen einer Art oft neue Eigenschaften und Fähigkeiten und die Kooperation mit der Alltagsvielfalt wird lebenswichtig, weil wachstumsbegrenzende Faktoren immer wirksamer werden (siehe auch hierzu das Verbindungs- und Entstehungsprinzip im ersten Buch).

 

Vielleicht ist es ja schon soweit mit uns! Neue Eigenschaften? Nun, dann sehen wir uns jetzt an! Was ist an uns besonders, was ist neu? Und siehe da, auch wir haben unsere besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten als biologische Art unter all den anderen Organismen unserer Erde. Wir haben sogar sehr brauchbare Eigenschaften um uns in die kooperative Umgebungsvielfalt einzunischen. Natürlich nur wenn wir wollen - oder müssen!

Wir haben enorm viel Bewusstsein. Es weitet sich in der Summe der Erfahrungen aller Menschen in den letzten Jahren ebenso überaus deutlich, wie unsere Gesellschaftsteilnehmeranzahl ansteigt. Es stellt sich sogar Fragen und erforscht sich selbst, es will wissen und weniger glauben müssen, es macht sich sogar Sorgen um das Klima der Erde. Das folgerichtig-rationale Wissen explodierte in den letzten Jahren, es verdoppelte sich immer schneller. Wir haben die Vielfalt regelrecht geistig aufgefressen, enorm viel Energie verbraucht. Dabei ist unser Nervensystem gern faul, will tief verbunden sein, will sich erfüllt und geborgen fühlen und nicht folgerichtig-rational genervt. Es will aber auch freiwillig sein und will seine eigenen Vorstellungen verwirklichen... unabhängig sein, sich in Sicherheit wissen, ein Basis, einen Sinn unter all den Details erkennen.

 

Letztlich sind wir nun eine biologische Art, die sogar ihre eigene Populationsentwicklung und Einnischung, d.h. ihre Evolution bewusst erleben, negativ oder positiv rückkoppeln und aussöhnen kann. Heute leben wir also durchaus auch in einer bedeutsamen Zeit und uns sollte es nicht langweilig werden. Wir kommen an die Grenzen und da kann einiges passieren. Hier einige Zukunftsvarianten:

  • Kollaps (siehe Abb. 2 – Variante 1) und schlimmster Fall bzw. die Pechvariante: Wir schaffen es nicht mehr miteinander und mit unserer Alltagsvielfalt zu kooperieren. Globaler Kollaps durch Ressoucenknappheit und Chaos oder Atomkrieg, Superklimakatastrophe (Pech durch Supervirus, Supervulkanausbruch, usw.)... und kein Mensch überlebt.

  • Kinder, Kinder, das war eng! Kollaps (siehe Abb. 2 – Variante 2) aber Glück im Unglück: Einige von uns haben Glück und überleben durch Zufall den Kollaps. Uns passiert das so wie jeder anderen biologischen Art, die in der Vergangenheit solch einen Kollaps noch unbewusster durchstehen musste. Die Art Mensch erholt sich nach dem Kollaps langsam und dann immer schneller und kommt irgendwann wieder an Grenzen. Wir werden dann irgendwann wieder von wachstumsbegrenzenden Faktoren zur Kooperation mit der Alltagsvielfalt „gezwungen“.

  • Pubertät und Jugendzeit – die Vernunft kommt nach dem Streit! (siehe Abb. 2 – Variante 3) Erst die Krise, dann das Vergnügen: Diese Variante wäre vielleicht „typisch Jetztmensch“. Vorteile und Notwendigkeit eines kooperativ-ökologischen Alltagsbewusstseins bzw. die Vorteile einer bewussten Kooperation mit unserer Alltagsvielfalt leuchten uns erst in einer kommenden globalen Krise so richtig ein. Viele schaffen dann doch noch den Schritt ins gute, ganzheitlich-freie Alltagsleben... und haben der Evolution doch noch respektvoll und bewusst die Hand gereicht. Wir geben unser Wissen unseren Kindern als Hausaufgaben mit und leben ihnen unsere Kooperativität im Alltagsmoment vor. Wir versuchen ab nun Probleme bewusster, liebevoller und freudebetonter auszusöhnen und sobald wir sie als solche wahrnehmen.

  • Die vernünftig-liebevolle Erwachsenenvariante! (siehe Abb. 2 – Variante 4) Der nächste Schritt unserer geistigen Evolution braucht diesmal nicht erst unsere Leiderfahrung und Ausweglosigkeit. Die Zeit ist reif und die Vorteile eines kooperativ-ökologischen Alltagsbewusstseins liegen auf der Hand, fühlen sich besser an und bieten ein ganzheitlich-freieres Leben und ein befriedigendes Alltagsverständnis. Diese Vorteile verbreiten sich zügig über bewusste Kooperationsprozesse und globale Kommunikationsmöglichkeiten bis in den Alltag jedes einzelnen Gesellschaftsteilnehmers. Wir geben unser Wissen unseren Kindern als Hausaufgaben mit und leben ihnen unsere Kooperativität im Alltagsmoment vor. Selbstverständlich werden Probleme bewusst, liebevoll und freudebetont ausgesöhnt und sobald wir sie als solche wahrnehmen.

  • Die globale Fortpflanzungsvariante: Wir werden schnell vernünftige Harmoniemenschen mit kooperativ-ökologischem Alltagsbewusstsein (siehe Abb. 2 – Variante 4 & 5), schöpfen begeistert das ganze Potential des ganzheitlich-freien Denkens aus und erschließen nicht nur innere und irdische Erlebnisräume, sondern auch neue Lebensräume auf anderen Planeten und zudem können wir es auch auf unserem Heimatplaneten nicht vielfältig, gemütlich, kuschelig und gemeinsam genug haben... (Irrtümer vorbehalten!)

 

Wir befinden uns als Population (Gesamtheit aller Menschen) also gerade am Ende einer parabolischen / exponentiellen Wachstumsphase. So gesehen sind wir gerade am Ende der „Kindheitsphase“ als Population. Diese Phase erkennt man durch immer kürzer werdende bis konstante Verdopplungszeiten der Zustandsgröße (z.B. Weltbevölkerung). Die Abbildung 2 zeigt diese beachtliche Entwicklung auf der linken Bildseite. Diese Kindheits- und Wachstumsphase könnte in naher Zukunft in einem Kollaps enden, oder aber in eine hyperbolische Sättigungsphase übergehen (Reife- & Findungsphase; Verdopplungszeiten werden dann länger). Diese „Reife- und Findungsphase“ geht in der übrigen Natur bzw. bei der Einnischung vieler anderer biologischer Arten oft in eine Fliessgleichgewichtsphase bzw. ein so genanntes „Klimax- bzw. Erwachsenenstadium“ über. Die Abbildungen 1 zeigt auch diese durchaus mögliche und durchaus erstrebenswerte Phase der Einnischung und Entwicklung einer Population. Diese Erwachsenenphase unserer Population bewusst zu meistern, dieses Glück werden vielleicht erst kommende Generationen haben. Unsere momentanen Herausforderungen sind nicht weniger groß, ihre Bewältigung bedeutsam. Wir können uns gerade auf die Sättigungsphase einstimmen und damit für die Fliessgleichgewichtsphase günstige Voraussetzungen schaffen. In Deutschland ist es schon soweit und das „goldene Kalb des Wirtschaftswachstums“ wird und muss bald (auch offiziell) zu einer „heiligen Kuh der Wirtschaftsstabilität“ werden. Je länger wir uns etwas vormachen, umso kritischer wird unsere Situation! Die Sättigungsphase bzw. „Reife- und Findungsphase“ und damit auch unsere unmittelbare und nahe Zukunft wären dann u.a. durch folgende Merkmale bzw. Prozesseigenschaften gekennzeichnet:

  • Erzeugung neuer Mechanismen und Strukturen;

  • Entdeckung neuer Prinzipien;

  • nicht zielgerichtet, offene bzw. assoziative Suche, Endzustand unbekannt;

  • einzigartiges Auftreten neuer Fähigkeiten und Eigenschaften (Evolutionsspung);

  • Innovation;

  • wachstumsbegrenzende Faktoren fördern Kooperativität bei einer Anpassung an diese Faktoren;

  • Wechselwirkungen mit unserer Umwelt treten auf, die eine zusätzliche Kooperativität fördern;

  • stärkere (bewusstere) Transparenz, Informationsflüsse, Zielorientierung;

  • Bewusstseinszuwachs und Zuwachs an Kooperativität und Transparenz positiv;

  • pauschale Wachstumsorientierung kontraproduktiv...

 

Das Wachstum der Weltbevölkerung der letzten 600 Jahre kann und wird also nicht ewig so extrem weitergehen und wird gerade an einer oder mehreren inneren oder / und äußeren Grenzen instabil. Wir werden uns also als Gesellschaftsteilnehmer in und mit unserer Alltagsvielfalt neu verhalten müssen. Gelingt uns dies nicht, werden wir Menschen (ähnlich wie schon andere biologischen Arten vor uns in dieser Phase der Einnischung) schlimmsten Falls aussterben (siehe Abbildung 2, Zukunftsversion 1). Es ist durchaus auch möglich, dass die Population Mensch fast völlig zusammenbricht und durch einen »Flaschenhals der Evolution ihrer Art« gehen muss (siehe Abbildung 2, Zukunftsversion 2).

Kooperationsprozesse sind sehr bedeutsam in der unmittelbaren, nahen und fernen Zukunft für jeden Gesellschaftsteilnehmer und für die erfolgreiche ökologische Einnischung unserer Population ins Ökosystem Erde. Je zügiger jeder Gesellschaftsteilnehmer also freudebetont lernt, mit seiner Umgebung und seinen Artgenossen im Alltagsmoment zu kooperieren und lernt, sich hier im Moment wohl und erfüllt zu fühlen, um so schneller wird die Population Mensch gemeinsam in und mit der Alltagsvielfalt ein Fliessgleichgewichtsstadium finden. Wir werden relativ harmonisch, nachhaltig und erfüllend leben können, auch ohne vorschnell in das Zusammenspiel der lange gewachsenen, kooperativen Umgebungsvielfalt einzugreifen (siehe Abbildung 2, Zukunftsversion 3, 4, 5).

Wir sind eine sehr »junge Art« und Millionen andere Arten auf unserem Planeten haben vor uns diese rasante „Kindheits- und Wachstumsphase“ und die besonders kooperative „Reife- und Findungsphase“ hinter sich gebracht und ein relativ dauerhaftes und stabiles, kooperativ-ökologisches Fliessgleichgewicht (Erwachsenenphase) im Alltag gefunden bzw. erreicht. Jede Lebensform nischt sich dabei auf ihre eigene kooperativ-ökologische Weise in die Vielfalt ein oder kollabiert in der kooperativen Vielfalt und verliert dabei ihre Eigenart bzw. biologische Existenz.

 

In einer kooperativen Reife- und Findungsphase entstehen den Individuen der jeweiligen Population oft neuen Eigenschaften und neue Fähigkeiten. Der existentielle Druck auf die Individuen einer Population mit dem Umgebungssystem im Moment erfolgreich kooperieren zu müssen bzw. zu dürfen, ist in Sättigungsphasen besonders hoch. Das Wissen um die zunehmende Bedeutsamkeit von Kooperationsprozessen bei der Entstehung von ökologischen Fliessgleichgewichten ist bereits aus der Populationsökologie und Systemtheorie bekannt. Wir können uns also nun selbst in unserer Entwicklung beobachten und reagieren. Wir können diese Entwicklung bewusst rückkoppeln und aussöhnen. Wir sind in der Lage notwendige Eigenschaften und Fähigkeiten zu fördern. Es werden geistige Fähigkeiten sein müssen, neue Einstellungen zu sich selbst, zum Mitmensch und zur Umgebung im Alltagsmoment.

 

Viel Freude nun beim Lesen, Erleben & Tun – Ihr Autor Kendy John Kretzschmar. Mai 2008