DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 339 - 340 Nachspiel

Nachspiel

Prinz: Ich glaube ich bin hier im Moment fertig mit dem Tellerputzen. Ich habe gerade ein Gedicht für uns auf meinem güldenen Tellerchen freigerubbelt bzw. entdeckt! (Prinz liest vor):

 

Ich bin’s der Wanderer.

Genieße bewusster nun mein Leben.

Einst war ich stolz – arm in sich selbst.

Reich nun durch jenen Weg, der durch mich lebhaft floss und fließt.

 

Was sträubt sich noch? Ist’s das Alltagsleben?

Ist’s das Leben was sich sträubt in mir?!

Obwohl ich weiß, dass es immer weitergeht!

Es fließt – im Moment und kräftiger wie du und ich – wild!

 

Prinz stutzt, nimmt den Lappen, putzt, entdeckt ein Sätzlein noch und spricht:

 

Wohl kaum lohnt sich’s zu sträuben,

wie ich das Leben kenne.

 

König: Auch leuchtet hier bei mir ein Spruch! (König liest):

 

Gut, Gut. Doch weißt du wirklich wer DU bist?

Weißt du wirklich wer ICH bin? Wer WIR sind!

Sei ehrlich! Nun bin ICH der Zweifler!

Ja auch ich stell’ meine Fragen geradewegs,

für mich und dich und damit meine Ehrlichkeit zu deiner:

*Kann ein Wanderer jemals wissen, wer er ist?

Kann ein Wanderer fertig-sein als solcher?

Jemals, wenn Sie und Er und Es und Wir

doch immer auch noch weiter gehen?

 

 

 

Prinz: Sehr gut. Unsere Spiegel stehen! Doch nur Geduld! Denn du ahnst (wie ich) die (Ent)Spannung der (Un)Endlichkeit, wenn sich zwei Spiegel in einander spiegeln. Ja, der Raum wird weit, ruhig und frei der Blick, hat sich der Spiegel selbst erkannt im andern und Vielfalt selbst erkannt in Vielfalt. Aussöhnung – die kennen wir ja schon in der Tat und sei gewiss, wenn du deine Antwort oder Frage, deine Zweifel, deine Ehrlichkeit, deine Beharrlichkeit zu meiner stellst...

 

König: A ja, entschuldige bitte meine Ungeduld!

(Prinz sieht wieder auf sein Tellerchen und liest:)

 

Wo bleibt das Individuum?

Wo bleibt das Du, das Ich?

Ist alles WIR?

 

Nun, sagen wir – Es findet sich!

Bleibt auf der Strecke!

Kein Problem!

 

Ach! Auf der Strecke, dass klingt nicht schlecht!

Bleibt also auf dem Wege, so Tag für Tag.

Ein Wanderer auf seinem Wege, Erlebnisse, verschieden SEIN.

 

Ja, gar nicht schlecht! Ich könnt’s nicht besser sagen mit dem WORT.

Und eines ist das Wörtchen SEIN und wandert seit dem immer mit. Wohin wir gehen, wir sind schon da!

 

Wohin du auch gehst, du bist bereits da!

Lebendig still und vom Moment erfüllt, singt’s und klingt’s.

Doch es ist mehr, als Worte jemals fassen könnten.

 

König: Und nun genug für unsere »Gemeinschaft«, die sich noch halb, zuviel im WORTE und am BUCH (ver)sucht! Die Vielfalt wartet.

 

(König und Prinz sehen gemeinsam auf ihre geputzten goldenen Tellerchen:)

 

 

*Unsere folgerichtig-rationale Antwort:

Ja und Nein! Und Ja.

Wir können uns

rational-folgerichtig denkend, emotional-assoziativ denkend,

letztlich ganzheitlich-frei denkend

erleben und erkennen!

 

Mit jedem Schritt im ganzheitlich-freien Alltagsmoment

könne wir über die bewusste Rückkopplung und Aussöhnung

immer wieder fertig werden und sein!

 

(König schaut auf seinen Teller und führt fort:)

Dich treib es, wie’s mich auch getrieben,

der Weg wird – königlich – erst dann.

Zufrieden lebe nun mit jedem Schritt durch die Vielfalt...

 

(König und Prinz von ihren Tellern lesend und zusammen:)

...und fangen hier im Moment

-gemeinsam-

mit dem Genießen an.