DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 326 - 329 AUSFÜHRUNG

Ausführung

Vorsicht Leitbilder & Vorstellungen – Zum Leitbild Bewusst(w)anderer Mensch – Interview mit einem Leitbild - Literatur

Du hast den Buchband bis hierher gelesen. Du hast für dich persönlich etwas verstanden, es sind dir auch dabei eigene rational-folgerichtige und emotional-assoziative Gedanken entstanden, innere Bilder gekommen, die vielleicht Anfangs gar nicht so direkt etwas mit dem Text zu tun hatten. Das war nicht einfach, denn du musstest dich mit einer oftmals fremden Vorstellungswelt, neuen Begrifflichkeiten, trocknen Gedankengängen und unbekannten Sinnbildern zusammen- und auseinandersetzen.

Du hast gelernt, deine Nervensystemaktivitäten, rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Gedanken bewusster wahrzunehmen und sie in Zusammenhang mit dem Methode-ES-Bewusstwanderzyklus rückzukoppeln und auszusöhnen, sie zu verwenden, um bewusst ein neues Denken zu entwickeln. Nicht irgendwo, sondern in deinem Alltagsleben! Das benötigte enormen Mut und Vertrauen, vor allem im Zusammenhang mit wichtigen existenziellen Entscheidungen in diesem Leben und in dieser Gesellschaft.

Du hast zunehmend auf deine Ausbildung, auf die bewusste Entwicklung deiner ganzheitlich-freien Denkfähigkeit, auf die Wirksamkeit deiner geistigen Werkzeuge bzw. deiner geistigen Fähigkeiten vertrauen gelernt. Dein Leben hat mitten im Alltagsleben zunehmend auch geistige Aspekte bekommen. Du hast deine Innenwelt erschlossen und gelernt sie frei zu gestalten und sie immer wieder selbstkritisch in Frage zu stellen und auszusöhnen.

Dein Lebensglück ist in dem Maße stärker von deinem Bewusstsein abhängiger geworden, wie es gelernt hat mit den Einwirkungen deiner geistigen und materiellen Alltagsumgebung ehrlicher, verspielter, sinn- und gefühlvoller, zielorientierter und respektvoller umzugehen. Eine Vielzahl bewusster Erfahrungen eröffnen dir tatsächlich neue Erlebnisräume. Die bewusste Rückkopplung und Aussöhnung führte zu einer bewussten und vielfältigen folgerichtig-rationalen Verbindung, zu einer bewussten und vielfältigen emotional-assoziativen Verschmelzung und zur bewussten Vereinigung, zur bewussten Gemeinschaft mit dem alltagwirksamen Umgebungssystem von Moment zu Moment.

Im ganzheitlich-freien Leben nimmst du nun für dich wahr, dass Bewusstsein auch tatsächlich und wirksam existiert. Du nimmst wahr, dass du mit der Vielfalt in jedem Alltagsmoment tief, existenziell und wirksam verbunden, verschmolzen und vereint bist.

 

Prinz: Es ist nun mein Erfolg, meine Erfahrung und meine Lebensfreude, dass ich es geschafft habe, die Trennung zwischen Außen- und Innenleben bewusst im Alltagsmoment rational-folgerichtig und emotional-assoziativ und ganzheitlich-frei denkend zu überwinden.

König lehnt sich zurück und sinniert: Vielleicht hat es ja auch »dein Bewusstsein der inneren Nervenzellenvielfalt« durch seine freiwillige und bewusste Rückkoppel- und Aussöhnarbeit & »das eine, grosse Bewusstsein der äußeren Wirkungsvielfalt« mittels vieler sinnvoller Zufälle geschafft!

Prinz: Was geschafft?

König: Sie haben es beide geschafft wieder ein wenig mehr selbstbewusster und vielfältiger zu werden und zu sein!

Prinz: Ja natürlich und bilden nun eine kooperative, freiwillige, bewusste Gemeinschaft im Alltagsmoment. Und jeder hat etwas davon!

König: Ein schöner folgerichtig-rationaler Gedanke oder? Hier an dieser Stelle noch ein überdenkenswerter folgerichtig-rationaler Gedanke: Denke an dein Nervensystem mit seinen Milliarden von neuronalen Wirkeinheiten und Verbindungen. Nach dem Entstehungsprinzip (siehe erstes Buch) hat diese Wirkeinheit auf der Grundlage seiner Verbindlichkeit die Fähigkeit bewusst zu sein.

Prinz: nickt...

König weiter: Denke nun an die Milliarden von wirkungsvollen und veränderlichen Verbindlichkeiten in und zwischen den kleinen und größeren Wirkeinheiten unserer Umgebung. Vom Atom bis zur Galaxie ist das Universum eine einzige wirkungsvolle Verbindlichkeit mit kleinen und großen und gewaltigen Rückkopplungskreisläufen in und zwischen den Teilsystemen...

Prinz des Königs Gedankengang weitergehend: ...und nach dem Entstehungsprinzip müssen wir zumindest die Möglichkeit in unserer Umweltbetrachtung offen lassen, dass in der äußeren Vielfalt und jenseits der Mitmenschen durchaus Bewusstsein im Alltagmoment vorhanden sein könnte.

König: Wir sind nur ein bewusster Tropfen in diesem Wirkungsmeer, ein wundervoller Spross im wundervollen Teig der Vielfalt.

Prinz: Ja, es ist schon fast vermessen diesen Gedanken einfach so ab zu tun.

 

Was heißt das für die Ausbildungspraxis? Diese Ausbildung kommt um die individuelle Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der neuen Biologie, der Hirnforschung und anderer Naturwissenschaften nicht herum. Genau so ist eine Auseinandersetzung mit der eigenen Erlebniswelt und denen deiner Mitmenschen während und nach der Ausbildung unumgänglich. Auch lässt sich die Auseinandersetzung mit den großen emotional-assoziativen Gedanken wie Angst, Zweifel, Hoffnung, Liebe, Vertrauen und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und die Auseinandersetzung mit der alltäglichen und veränderlichen Vielfalt kaum aussparen. Die Ausbildung zum ganzheitlich-freien Denken berührt dein Leben in allen Bereichen aussöhnend, egal wie geduldig und liebevoll rückkoppelnd du dich mit deinem RW-, EW- oder MW einem Gedanken, einem Thema, einer Person oder Wesenheit oder der Umgebungssituation im Alltagsmoment näherst.

Nehmen wir den Glauben. Es fällt heute viel leichter zu glauben als noch vor 20 oder gar vor 10000 Jahren. Glauben ist nicht einfach da, der Glaube entsteht. Zuerst glaubt der neugeborene Mensch den Eltern unbewusst. Später glaubt man an seine Kindheitserlebnisse, dann glaubt man etwas zu wissen, dann glaubt man die Liebe zum Partner oder zu den Dingen, Situationen und Orten zu fühlen. Zuerst entsteht im Alltag unterbewusst Gewissheit und Sicherheit im Umgang mit der Vielfalt, später Vertrauen und dann ist es nur ein kleiner leichter, fast selbstverständlicher und sicherer Schritt zum bewussten Glauben, oft nur eine Formsache. Du glaubst dann auch an Dinge, die du nicht folgerichtig-rational erklären musst, willst oder kannst. Das heißt natürlich nicht, dass du automatisch auch an das Letzte, das Richtige, das Eine glaubst oder glauben musst. Auch der Glauben kann sich verändern wachsen, lebendig sein, seine Freiheit und Relativität bewahren. Die besondere Gewissheit, der Glaube beginnt aber immer in der eigenen Alltagserfahrung und dürfte eine Basis haben und doch recht individuelle Züge tragen.

Zum Beispiel: Ich halte das erste Mal einen Hammer in der Hand, erlebe ihn mit meinen Sinnen. Ich weiß nun was ein Hammer ist. Ein Gedanke, ein Name, ein Ding, ein Teil der Vielfalt. Nach dem 20. Hammer im Werkzeugladen, bei Opa im Schuppen oder in der eigenen Werkzeugkiste entsteht so etwas wie Gewissheit. Später bin ich Schmiedlehrling und bekomme ein emotional-assoziatives »Gespür« für den Hammer. Mein Vertrauen in den Hammer und seine Wirksamkeit wächst mit meinen Hammererfahrungen.

Spätestens nach 30 Jahren als Schied ist es nur eine formelle Sache zu sagen: „Ja, wahrlich ich glaube daran, dass es meine Hämmer unten in der Schmiede gibt, egal was sie sonst noch sind, oder für andere zu sein scheinen.“

So kann man beginnen an die Bestandteile der Vielfalt zu glauben, auch an ein besonderen Teil dieser Vielfalt, das Bewusstsein und die bewusste Rückkopplung und Aussöhnung in ihrer ganzen Vielfalt selbst. Du kannst an die Wirksamkeit und Existenz deiner drei geistigen Werkzeuge, einer geistigen Erlebniswelt in diesem Sinne glauben. Auch wenn du deinen Geist erst nicht so einfach sehen kannst. Nun selbst die elektromagnetischen Wellen kannst du nicht sehen und doch glaubst du an die Fähigkeiten deines Handys und den Telefonfunkverkehr. An deine Körpereinheit zu glauben und ihre Fähigkeiten, das ist also nicht allzu verrückt. Glauben beginnt dort wo du dich schon automatisch bzw. selbstverständlich auf irgendetwas verlässt. Die Leckerspeise, den Partner, das Klopapier, die Luft zum Atmen, den Dosenöffner und die Waschmaschine oder das draußen irgendein Wetter ist.

Auf dem Weg zum ganzheitlich-freien Denken und beim Rückkoppeln und Aussöhnen kannst du auch Erfahrungen machen, die dir näher legen, dass es auch außerhalb des Menschen- bzw. Tierreiches ein Bewusstsein geben könnte. Die Kunst ist es, sich ab und zu von sinnvollen und dir bedeutsamen Zufällen bzw. den von dir als irgendwie erstaunlich sinnvoll interpretierten Veränderungen deines »vielleicht-bewussten Umgebungssystems« an die Hand nehmen zulassen.

Bei diesen speziellen Versuchen mit dem Umgebungssystem zu kooperieren, wächst dein Vertrauen in dieses Umgebungssystem und seine Vielfalt und deine Fähigkeit mit ihm verschieden bzw. lebendig zu sein. Über die Zeit lernst du dich in deine Umgebung hinein zudenken und dich sogar emotional-assoziativ »hineinzufühlen« und bald kannst du verstehen, was es dir persönlich auf deinem Weg mit seinen momentanen Veränderungen »erzählen will«.

Folgendes kann eine hilfreiche, wirkungsvolle folgerichtig-rationale Vorstellung auf dem Weg zum ganzheitlich-freien Denken sein: Nehmen wir nur mal an, unser Umgebungssystem könnte auf Grund seiner Vielfalt und Verbindlichkeit ein freiwilliges Bewusstsein haben. Du hast natürlich ebenfalls dein individuelles, freiwilliges Bewusstsein in deinem Nervensystem immer dabei.

Beide bewussten Systeme können sich über deine Körpereinheit und deine Zellmembranen verbinden, verschmelzen, können miteinander »in stofflich-energetischen Austausch kommen« bzw. »ins Gespräch kommen«, kommunizieren, sich bei grenzlastigen Entscheidungen helfen, miteinander Sinn, Information, Materie und Energie austauschen, sich unterhalten, vielleicht sogar miteinander liebevoll spielen. Das Bewusstsein der Vielfalt kann so über sinnvolle Zufälle mit dir auch ab und zu aus den Worten deiner Mitmenschen sprechen oder du liest etwas über dieses Bewusstsein in einem Buch.

 

Prinz: Jede Veränderung in mir und um mich herum könnte demnach ein »Kommunikationsversuch« dieses Bewusstseins der Vielfalt sein!?

König: Ja, wenn ein Vogel zwitschert, ein Wind aufkommt, eine Straßenkehrmaschine vorbei schrummelt, gerade jenes Lied im Radio kommt, ich eine Krankheit bekomme, mein Freund erzählt, ich einen kurzen stimmigen Satz im Vorbeigehen aufschnappe... vernehme ich »die Worte der Vielfalt« in Form meiner bewussten Gedanken.

Diese Worte für mich rückzukoppeln, zu interpretieren und auszusöhnen ist natürlich meiner Phantasie und Freiheit überlassen. Na ja. In Grenzsituationen wirst du die Worte leichter verstehen können! Aber gut, du weißt was diese RW-lastige Vorstellung bedeutet?!

Prinz: Sie bleibt ohne persönliche Erfahrung immer zweifelhaft!

König: Genau.

 

Deine Erfahrungen in und mit kooperativen, liebevollen Gemeinschaften sind in dieser Hinsicht besonders nützlich. Wenn du ehrliche, liebevolle Freundschaft kennst oder eine kooperative, lebendige Gemeinschaft mitgestaltet und erlebt hast (WG, Partnerschaft, Familienleben, Sportgemeinschaft usw.), kannst du vieles auf diese kooperativen Rückkopplungs- und Aussöhnungsspiele mit »dem Bewusstsein der Vielfalt« übertragen und prinzipiell wiederentdecken. Diesmal ist dein Partner bzw. deine Gemeinschaft »die Vielfalt im Moment«.

Zum Beispiel kannst du deine Erfahrung einbringen, dass eine echte Freundschaft immer wieder beginnen darf, verzeihlich ist. Im Sinne von: „Es geht weiter! Wenn wir uns vertrauen, dann bist du genauso die veränderliche Vielfalt und das Leben wie ich. Entscheide wir uns, ob wir nun noch Angst zusammen haben müssen! Wir könnten auch alle negativen und trennenden Gedanken fallen lassen. Brauchst du etwas, dann werden wir es gemeinsam suchen und bestimmt bald fündig. Wir suchen bei mir und bei dir. Machst du dir Sorgen? Sorge dich nicht, wir sind gemeinsam genug der Vielfalt und vernünftig genug und liebevoll genug, um gemeinsam gut leben zu können. Wir sind miteinander in jedem Alltagsmoment zusammen. Du kannst dich natürlich auch Sorgen, aber dann übersiehst du vielleicht unsere nächste gute Möglichkeit gemeinsam liebevoll und sorgenfrei weiterzugehen, womöglich verstehst du meine kleinen Späße im Alltag nicht, zweifelst auch an unserer lebendigen Verbundenheit und der wundervollen Möglichkeit bewusst und gemeinsam mit Hilfe »unserer« Rückkopplung und Aussöhnung zusammen zu leben.“

Orientiere dich doch ab und zu an dem Ziel der bewussten Vereinigung mit deiner Umgebung und an den großen guten emotional-assoziativen Gedanken des Respekts und der Liebe. Überall wo du sie im Alltag spürst und entwickelst, dort ist eine ganzheitlich-freie Gemeinschaft mit der Vielfalt und Veränderung und ihrem »Vielleicht-Bewusstsein« nicht weit.

Die Liebe ist der letzte Schleier vor der Einheit mit der Geliebten... aber auch der einzige Weg... vielleicht dauert es auch ein Leben lang, ihn auszusöhnen und zu lüften. Kein schlechter Weg! Verzweiflung, Sorge, Angst, Hass und Gewalt sind dagegen dicke Mauern, Mauern zwischen dir und der geliebten Vielfalt.

Sammle also bewusst positive Erfahrungen und wandere in positiven Gedankengängen immer wieder hin zum positiven emotional-assoziativen Denken und zusammen mit deiner Vielfalt und sieh die schlechten Erlebnisse als Chance. Eine Chance etwas Wesentliches wahrnehmen zu lernen, dass dir bisher noch nicht in all seiner Lebendigkeit und Schönheit, Wirksamkeit und Klarheit bewusst und wirksam zu eigen war! Vielleicht lernst du in den schlimmsten Situationen das größte Vertrauen, die tiefste Vergebung, die selbstloseste Liebe, den wundervollen nächsten Moment, das heilvolle der Zeit oder einfach nur deine Kraft und »deinen Mut der keinen, positiven Gedankenschritte« kennen. Es geht um eine überaus wirkungsvolle, friedvolle, liebevolle, lebendige Gemeinschaft, eine freiwillige, gleichberechtigte Kooperation mit der Vielfalt. Oder wie soll diese Gemeinschaft für dich sein, wie soll dein Leben sein?

Auch ein fröhliches, liebevolles, ganzheitlich-frei denkendes Bewusstsein muss erst geboren werden. Geburten sind auch im Geiste nicht immer leicht und ohne Komplikationen. Manchmal ist es – wie sich umstülpen müssen, manchmal wie sich fallen lassen, manchmal wie erlöst sein und herausflutschen, manchmal wie alles zurücklassen müssen, manchmal wie sich zerreißen lassen, manchmal kommt unser Bewusstsein über unsere gemeinsame Geburt erst viel später nach unserer Geburt zu uns bzw. zu sich. Lass dir Zeit, öffne dich und lass dich in der Freude auf ein gemeinsames, neues Leben bewusst wandern, Schritt für Schritt.

 

Prinz: Wie kann ich mir das so leicht wie möglich machen?

König: Ich schenke der Vielfalt meiner Umgebung erst ab und zu und dann immer öfter das Beste was ich als Mensch habe. Ich schenke mein liebevolles, lebendiges, ungeteiltes Bewusstsein im Moment, meine Aufmerksamkeit, ein Stück meiner Lebenszeit. Dann werde ich auch bald in einer kooperativen Gemeinschaft mit der Vielfalt ganzheitlich-frei aufgehen.