DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 316 -319 Deine MW-Umschaltarbeit und bewusste Spiele im Alltag

Deine MW-Arbeit und bewusste Spiele im Alltag

Spielen ist wichtig vor, während und auch nach der Ausbildung zum ganzheitlich-freien Denken und Erleben. Auch erwachsene Menschen können spielerisch viel effektiver Neues erlernen.

Spiel ganz bewusst mit Ausbildungs- und Lebenssituationen oder Teilen deiner Vielfalt im Moment. Spiele ganz bewusst mit deinem Körper, mit Körperpositionen und Körpermuskeln, Stellungen, Bewegungsabläufen, deiner Haltung, deinem Puls, deiner Atmung und deinem (Gleich)Gewicht, deiner Ernährung! Spiele aber auch immer wieder ganz bewusst mental und meditativ, ganz bewusst mit Rückkopplungs- und Aussöhnungsvarianten und natürlich mit dem Bewusstwanderzyklus.

Versuche negativen Gedanken oder Stimmungen oder depressiven Lebenssituationen mit einem mentalen Spiel oder Sportspiel von ihrer unmittelbaren, übermannenden Endgültigkeit zu nehmen. Lachen und Momentfreude können später ein Zeichen höchster MW-Kunstfertigkeit sein. Doch kommt nicht jedes Lachen frei, lebendig und friedvoll-gelöst.

Die bewusste grosse und kleine MW-Umschaltarbeit kann der Motor jedes bewussten Spiels und einer besonderen Momentfreude werden. Natürlich kann und sollte dein bewusster MW-, EW und RW-Gebrauch spielerisch werden. Deine drei geistigen Werkzeuge können dir zu mentalen bzw. meditativen Spielzeugen werden. Sie sind ja auch wesentlich bei der bewussten Rückkopplung und Aussöhnung im Sinne der Ausbildung zum ganzheitlich-freien Denken und Erleben. Lies dir doch in diesem Zusammenhang nochmals die Buchabschnitte zum Freidrehvorgang und Focussiervorgang durch (siehe zweites Buch »Schule der Aussöhnung«).

Du kannst dir durch den bewussten Einsatz deiner geistigen Werkzeuge die Verspieltheit und Momentlebensfreude im Umgang mit den kleinen, alltäglichen Erlebnissen bis ins hohe Alter bewahren.

 

Spielvariante: Das Spiel »Sich fallen lassen«. Das Spiel »Sich fallen lassen« kann und sollte ein Spielklassiker in deiner Ausbildung werden, denn jede Aus- und Weiterbildung wird in deinem Leben auch immer Anspannungen mit sich bringen. Bei diesem Spiel geht es darum, dich in neuen Situationen wohlzufühlen und dich treiben zulassen, dich dem Moment zu öffnen, auch um immer wieder gelöst vom rational-folgerichtigen Denken zum emotional-assoziativen Denken umschalten zu können. Du kannst über dieses Spiel ganz bewusst eine gelöst-verspielte Entdecker- und Lernatmosphäre erzeugen. Im zweiten Buch findest du hierzu das »Auswahl- und Erlebnisprinzip« behandelt, dort kannst du dich noch mal mit diesem wichtigen Aspekt der Ausbildung rückkoppeln und aussöhnen.

Du solltest bewusst lernen, dich verspielt in Situationen und bewusst gemeinsam mit deiner Körpereinheit zu Hause zu fühlen. In der Literaturliste am Ende des Buchbandes findest du auch Entspannungsliteratur. Beschäftige dich mit Entspannungsverfahren und finde deine eignen Entspannungsspiele.

Deine Erfahrungen mit dem Spiel »Sich fallen lassen« kannst du dann besonders im Zusammenhang mit der »Arbeits- und Lebenseinstellung Hilf« im Wüstenstil gebrauchen und ausspielen. Spielst du das Spiel »Sich fallen lassen« im Hilfestil freudebetont, kann es dich genüsslich bis ans Ausbildungsende tragen!

 

Hinweis: Versuche auch Krisen und Niederlagen, einmal passiert, als solche anzunehmen und dich in ihnen »fallen-zu-lassen«. Du verlierst im Leben eben manchmal, selten alles und vollkommen bzw. alles was dir lieb und wichtig war. Versuche den Moment so zu akzeptieren wie er ist. „Es ist was es ist.“

Wenn du noch lebst, dann hast du als Mensch ein besonderes Glück. So nüchtern kannst und musst du dich möglichst zügig (aber entspannt) deiner »Habenseite« erinnern. Und wenn dir nur noch etwas Bewusstsein und etwas Körperlichkeit geblieben ist, dann sind dir meist auch deine drei geistigen Werkzeuge und die Vielfalt im Moment geblieben. Hier kannst du wieder losspielen und von Moment zu Moment, Stück für Stück wieder dem Glück entgegenleben. An dieser Stelle benötigst du natürlich die Geduld!

 

Spielvariante: Das Spiel »Geduld«. Ein wahrhaftig großes Spiel. Es gibt tausend Spielmöglichkeiten und Variationen. Es gilt nichts zu überstürzen, es geht um den Mut zur Pause, den Mut zur Gelassenheit, es geht um die Suche nach dem Genuss am Weg zum Ziel. Du solltest immer wieder berücksichtigen, dass dein unmittelbares Wegstück eben auch ein Stück deines einmaligen und wertvollen Lebens ist. Also lass dir die Zeit ihn lebenswert zu gestalten. Du musst es irgendwie schaffen auch in der Unvollkommenheit jeder Übungs-, Lern und Ausbildungsphase, also auch als AnfängerIn deinen Lebensglück zu finden.

 

Du kannst mit der Zeit und mit deiner Geduld spielen und so auch dich und andere überraschen. So nimmst du einige Wasser-, und Bierflaschen und versteckst sie am alten Kletterfelsen im Wald unweit der Feuerstelle, unterm Felsen und beim alten Kletterbaum. Dann pflegst du ein einige Tage dein Geduld und freust dich schön geduldig auf den Tag, wo die durstigen Kletterfreunde der kühlen, erquickenden, überraschenden Gaben deiner Versteck-Geduldsspiele anteilig werden.

 

Oder du schreibst ein Tagebuch mit deinen besonderen Ausbildungserlebnissen und deinen Erfahrungen auf, immer schön geduldig und so über die Ausbildungsjahre hinweg! Am Ende deiner Ausbildung kannst du dann vielleicht den Schatz deiner Geduld heben. Vielleicht heben ihn auch eines deiner Kinder oder dir unbekannte Personen, die dann deine Schätze der Geduld wiederum mit ihrer Lesegeduld heben dürfen.

 

Prinz: Oder man spiele auf andere erquickende Weise – so zu zweit. Wie eine Liebesnacht unter vollem Monde in scheinbar unerträglich süße Länge sich zieht, bis die Sonne der ganzheitlich-freien Verschmelzung mit ihren warmen Strahlen, wohlig-tiefe, ekstatische Erquickung denen schenkt, die sich so sanft, geduldig und liebevoll geeint.

König: ...während der Poetengaul auf der Weide träumte und plötzlich, vom orgastischen Deutsch berührt... mit sich durchging.

 

Oder vielleicht erinnerst du dich als sehr aufmerksamer Leser an die »Geduldsspielhinweise« im ersten dieser drei Bücher. Rückkoppel! – Aussöhnen!

 

Oder behalte bestimmte bedeutsame Fragen, Themen, Aspekte oder Gesprächsanfänge in deinem Kopf und lass dich geduldig treiben in der weiteren Unterhaltung und komme dann später wieder auf den Anfang oder die eröffnende Frage bzw. das Thema zurück, denn es ist kaum ein Fehler, Gespräche oder Gedankengänge sinnvoll in Kreisen zu führen und zu schließen, besonders wenn niemand so recht mehr erkennen kann, worum es eigentlich ging oder geht.

 

Oder du bereitest ganz bewusst und geduldig die Weihnachtsgans oder ein anderes besonderes Essen und meditierst dabei über die Geduld und ihre Vor- und Nachteile.

 

Oder du legst einen Kräutergarten an oder versuchst dich mit den Wildkräutern deiner Heimatlandschaft zu beschäftigen. So kannst du von den Pflanzen viel über die Geduld und das Spiel mit der Zeit lernen.

 

Spielvariante: Das Spiel »Daheim«. Die Spielidee ist einfach. Du versuchst deine schönsten emotional-assoziativen Gedanken des Zuhausseins auch in der »Fremde« der Umgebung zu finden.

Wir erwachen jeden Morgen und halten die Augen noch geschlossen. Wir »betrachten« zuerst unsere innere Wohnstatt. Dabei geben wir auf unsere emotional-assoziativen Gedanken acht (EW-Arbeit), bzw. versuchen wir unser »Zuhausegefühl« bewusster wahrzunehmen. Wir beobachten uns auch, wie wir uns zu Hause in unserer Privatwohnung beim Wohlfühlen verhalten, wie und wann und was wir am liebsten zu Hause tun. Wir versuchen herauszufinden, was es gerade ist, was unser Zuhause so gemütlich macht. Nun das waren die Spielvorbereitungen unserer Körperzellenkooperationsgemeinschaft.

Das Spiel beginnt sobald wir vor unsere »Wohnung« treten und wir versuchen, alles was da ist mit unserem »privat-intimen Wohnzimmerblick« zu betrachten. Wir lernen unsere neue Wohnung, unsere Umwelt kennen! Wir betrachten unsere Umgebung vor der Haustür, so wie jene dahinter.

Wohn- und Lebensfläche meiner neuen Überallwohnung: mehrere hundert Millionen Quadratkilometer. Miete: keinen müden Euro! Nun wandern wir durch die Vielfalt und wir versuchen dieses »Zuhausegefühl« zu bewahren oder wiederzufinden. Wir lassen uns nicht von der Größe des neuen Weltzimmers beeindrucken, schließlich sind wir schon öfters dieser Vielfalt begegnet und sie ist ein Teil von uns.

Na, nun schauen wir uns mal um – dieses kleine Zimmer, aus dem wir eben kamen, sieht aus wie eine »Speisekammer« oder doch eher wie ein Mauseloch. Wir schauen wieder nach vorn – in einer so geräumigen Wohnung gehört es natürlich auch dazu, dass wir uns erst einmal durch alle Ecken und Zimmer führen, und uns so wie zu Hause bewegen und es uns wie zu Hause gemütlich machen.

Wenn wir nicht mehr fühlen, ob drinnen draußen oder draußen drinnen ist und drinnen genauso vielfältig und gemütlich ist wie draußen, dann haben wir uns in unseren Wohnungen richtig eingelebt und das Spiel »Daheim« hat seinen Zweck im gemeinsamen Leben mit der Vielfalt erfüllt. Wie und wohin wir auch gehen – wir sind und bleiben zu Hause und sind bereits da! Am besten eignen sich zur anfänglichen Wohnungsbesichtigung die Erlebniswanderungen und die RW-Erkundungswanderungen (siehe auch im zweiten Buch).

 

Spielvariante: Das Spiel »Stille«. Dieses Spiel ist einfacher nicht zu spielen und es kann überaus interessant werden. Aber es ist wie mit dem Fasten. Einfach Bedeutsames und Liebgewonnenes oder Gewohntes wegzulassen, bedarf in der Praxis einiger Übung und viel Vertrauen.

Das Spiel beginnt damit, dass du versuchst, einfach nur stumm zu sein, nichts zu sagen, jedoch wahrzunehmen und zu erkennen, was dir die Stille für Spielmöglichkeiten bietet. Die große Wirkung der schon früher hochgeschätzten Stille liegt sicherlich im Zuhören und im besser »Rückkoppeln-und-Aussöhnen-Können«. Stille lässt dir deine unmittelbaren rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Gedanken deutlicher werden. Veränderungen und Wahlmöglichkeiten in deiner Umgebung können dir eher ins Bewusstsein treten. Deine Aussöhntaten kannst du nicht weg- oder zerreden, du musst sie still bewerkstelligen.

Du kannst das Spiel mit der Stille auch ganzheitlicher spielen. Du kannst es als ein ganzheitliches »Fastenspiel« begreifen. Dazu nimmst du beispielsweise deinen Schlafsack und legst dich in den Wald, dort wo er am stillsten ist. Du legst dich gemütlich hin und versuchst dich aus- und leerzudenken und auszuschlafen und wieder aus- und leerzudenken, immer und immer wieder. Aufgestanden wird nur zu den nötigen »Geschäftszeiten« oder um am Bache dich zu laben. Wandere kaum mit deiner Körpereinheit! Wandere meditativ und mit deiner Vorstellungskraft und Phantasie! Kein Buch, keine Arbeit, keine Mitmenschen, kein Blick in die Ferne – nur eben die still und sonderbar zufriedenen, in sich ruhenden »Baum-WG-Genossen« und ab und zu das Tääää-Täääää-Tääää der Tannenmeise oder... eine ganze unendliche Vorstellungswelt hinter deiner Nase.

Bleibst du länger als zwei, drei Tage so in der Stille liegen, wird sich eine Erkenntnis manifestieren. Immer deutlicher und intensiver wird sie dir in der Stille werden. Vergiss sie nicht und geh. Bist du ein meisterlicher »Stillespieler«, bleibst du genüsslich umherstreifend noch einige Tage länger im Walde und genießt die Ruhe.

Du lernst bald die verschiedenen Stillesituationen zu unterscheiden (z.B. rational-folgerichtige Gedankenstille, emotional-assoziative Gedankenstille, Gesprächstille, Bewegungsstille, Nahrungsmittelfastenstille). Unbestrittene »Stillemitspielkönige« sind Pflanzen, Tiere und vor allem Kinder bevor sie sprechen können. Die Kommunikationsversuche mit diesen natürlichen Meistern der (rational-folgerichtigen) Stille sind lehrreich und mit vollem Respekt, bald auch von liebevoller und vertrauter »Unterhaltung« erfüllt sein.