DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 303 - 304 Rückkoppel- und Aussöhnübung 7: Wanderpausen beachten!

Rückkoppel- und Aussöhnübung 7

Wanderpausen beachten!

Du befindest dich immer noch im Rückkopplungsraum 3 und es geht hier um Variationen des Methode-ES-Bewusstwanderzykluses. Es werden dir Hinweise zur bewussten Rückkopplung und Aussöhnung gegeben.

 

Prinz: Ich gehe auf eine Erlebniswanderung im Rahmen des dritten Ausbildungsabschnittes, gehe auf eine Wanderschaft durch die Landschaft jenseits der großen Städte. Hier in dieser ländlichen Gegend unterwegs... mit den kleinen Waldungen, munteren Flüsschen, kleinen Streuobstwiesen und Hainen, wo die Augustsommersonne die dazwischen gesäten Weizenfelder vergoldet und wo auch die Goldammer ihre winzige Kehle über die Sommerluft mit meinem Ohr verbindet, um mir ihr reifes, melancholisches Lied zu verkünden., ist mir nach gemütlicher Rückkopplung meiner inneren Gefühlslandschaft, ist mir nach – Wanderpause.

Denn wie eh und je bekommt diese Einmaligkeit und Vielfalt des Augenblicks, bekommt diese bewusste und muntere Wanderzeit, bekommt sie irgendwann doch auch dieses immer intensiver und lebendiger werdende, tausendfach träge Gefühl der Mattheit und Schläfrigkeit.

Wie eh und je verstummen die nun tausendfach unerkannten feinen Variationen des Goldammerliedes zu einem rhythmischen, dann monoton werdenden Geräusch. Da trifft mein müdes Auge rein zufällig, nach fünf Stunden meiner Wanderschaft, auf eine besonders anheimelnde Wirkeinheit.

Im Schatten nahe des Baches – ohne Zweifel – eine Schlafkatze. Schwarz, mit einem weißen Fleck auf der kuscheligen Brust und einem auf der nun gähnenden Schnurrhaarschnauze, regt mich auch diese Schlafkatze zum bewussten Rückkoppeln-Aussöhnen an (denn der Methode-ES-Bewusstwanderzyklus ist mir ein lieb gewordener Gefährte und er trägt mich auch sicher in meinen Schlaf:

Rückkopplungsgedanke »Schlafkatze – Schlaf – Pause«

RW-Fragen: Hat der Gedanke »Schlafen« gerade eine besondere Bedeutung für mich, meine Umgebung meine Mitmenschen meine Körpereinheit. Hat der Gedanke – Schlafen – eine besondere Bedeutung für meine momentane Ausbildungssituation, meine Lebenszielvorgabe? Schlafkatze schläft. Sollte ich auch ein Nickerchen machen? Bin ich auch müde?

RW-Antwort: Ja. Momentan habe ich einen sehr tiefen emotional-assoziativen Gedanken der Müdigkeit, ich sollte das Buch aus der Hand legen und mich von meinen Gedankenwanderungen erholen! Denn wenn lamm müde ist schleischen sich fleher ein, die Sinne, Gedanken sind fickiert xs und die Ausbildung wird unnewektiw. Die Pause gehört außerdem zum Schlandandern und das Träumen zu branzheitlichen Gauswildu...

 

Prinz träumt: ...Worte und Bilder sind Gedankenstartpunkte und Orientierungsleuchttürme im Gesprächs- und Traumverlauf! Es ist leichter zu verstehen, dass jeder Mensch beim tatsächlichen Anblick des Meeresstrandes situationsbedingt etwas anderes denkt...

Beim Lesen des Wortes »Strand« jedoch, sieht jeder normale Mensch erst einmal nur...

 

König erscheint im Traum des Prinzen: Strand...Strand...Strand...

...und erst jetzt kommen uns vielleicht noch andere Gedanken und Vorstellungen dazu. Worte orientieren, sie sind Startpunkte, sind Startpunkte für bewusstere Rückkopplung & Aussöhnung, auch Startpunkte für rational-folgerichtige Gedankenwanderungen, Vorstellungen und Träume. Ein gelesenes Wort bedarf geradezu der eigenen Vorstellung. Deshalb bildet das Lesen!

 

Langsame, ruhige Gespräche oder langsames Lesen mit viel Pause und großen Abständen zwischen den Sätzen scheinen uns nicht ohne Grund irgendwie besonders bedeutungsvoll oder einschläfernd! Wir haben Zeit zum eigenen Wandern, Meditieren, Rückkoppeln und Aussöhnen. Und Bücher, Hörspiele, Musik bekommen gar ihren ganz besonderen Reiz – nun können wir uns auch vorstellen, warum die Pause manchmal mehr ist, als die Worte drum herum! Aufmerksam zu sein bedarf einer gewissen Bemühung und der Freude am »Gedankengang«, einer Freude am Klang der Stimme, einer Freude am Wort, einer Freude an der eigenen Vorstellung. Es bedarf in Gesprächen und beim Lesen der Freude an der »Schatztruhe Wort«. Verspieltes Mitdenken beim Verfolgen von Gesprächen oder beim Lesen benötigt eine Freude und ein Bedürfnis zum Selberdenken, eine Freude am »Schatztruhenöffnen« und benötigt einen gewissen Mut zur Lücke. Den Mut auch zwischen den Worten selbst Schätze zu entdecken und zu heben oder sie auch im Schlafe zu finden.

 

König: Lasse also bewusst auch eigene Gedankenwanderungen und doch auch die des Gesprächspartners oder des Textes zu – so wie Winnetou am Lagerfeuer – lässt du immer mal eine fette Pause. Wer ununterbrochen spricht oder denkt, erzeugt einen festen, engen »Gedankenkanal« für sich bzw. seinen Gesprächspartner. Wenn du überzeugen willst – nur zu und sprich und denke. Aber warum willst du überzeugen? Ich denk’ an unser Ziel!

Prinz: Na höre mal! Du sprichst doch die ganze Zeit. Du lässt doch im Nervensystem des Gegenübers – also in meinem – ununterbrochen ähnliche neuronale Wirkeinheiten aktiv werden, wie die in deinem eigenen Nervensystem. Du bist doch im Moment am ununterbrochenen Sprechen. Du hast entweder viel zu geben oder langweilst mit der Zeit. Ich bin müde und will schlafen, ich sollte ein Nickerchen machen...

König: Schon gut Freund. Du hast Recht, aber du schläfst nicht nur, nein du träumst sogar! Also sei nicht weiter böse auf mich in deinem Traum.