DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 270 - 272 Die Ausbildung im Wüstenstil

Die Ausbildung im Wüstenstil

 

Die Ausbildung im Wüstenstil zu absolvieren, ist nicht der einzige mögliche Ausbildungsweg – aber ein sehr effektiver und genüsslicher, lebendiger Ausbildungsweg.

Es sind in Folgendem nur einige Ecksteine bzw. wesentliche Details aufgeführt. Viele Seiten hätte diese Art und Weise des Lebens zu füllen. Eindrücke, intensive emotional-assoziative Gedanken, ganzheitlich-frei Momente, überraschende Synchronizitäten und ungewöhnliche Erfahrungen, viele Erkenntnis- und Genussmöglichkeiten, viele Fragen und Antworten, die diesen Weg so lebenswert machen, können keine Erwähnung finden. Zu umfangreich würde das Buch werden und Wesentliches dennoch nicht ausreichend geschildert werden können.

Nicht zuletzt liegt das an den Grenzen unserer Sprache, an Kommunikationsgrenzen, an fehlenden Erfahrungen, an den Grenzen deines und meines RW’s und unserer Denkfähigkeiten, an den Grenzen eines Buches und an seinem Weg durch die Gesellschaft bis vor deine Nase. Eine Möglichkeit den Wüstenstil zu leben, kann dann für unsere Zeit in Mitteleuropa etwas wie folgt aussehen:

Arbeitstatus, amtlich: selbstständig oder gemeldet beim Arbeitsamt als arbeitslos; alle Einkünfte (Jahressumme) gibst du in einer Einkommenssteuererklärung an und schickst sie zusammen mit den Belegen an dein Finanzamt;

Arbeitstatus vor dir selbst: Auszubildender in Arbeitsfreiheit, Selbständigkeit und Eigenverantwortung;

Einkommen: Einkommen aus selbständiger Arbeit, d.h. freiwilliger Verzicht auf Zuwendung von Seiten des Staates (Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe usw. wird trotz des Anspruches möglichst nicht in Anspruch genommen, denn das bringt dich bedeutend effektiver zu einem ganzheitlich-freien Denken im Alltagsmoment); du kannst dir so mehrere Jahre deiner Ausbildung ersparen; ungeregeltes Einkommen auf Grund von Arbeitsleistungen nach dem Arbeits- und Lebenseinstellung »Hilf« im Sinne der Ausbildung (das sind freiwillige und spontane Schenkungen, Spenden, private Zuwendungen von Freunden im Sinne der Ausbildung oder quittierte Zahlungen, die dir durch deine Hilfeleistungen entstehen und freiwillig-zufällig zukommen); alle anfallenden Kosten, wie Versicherungs-, Miet- und Lebenshaltungskosten usw. werden nach Möglichkeit mit diesen Einkünften gedeckt;

Buchführung: einfaches Abheften aller Quittungen, Belege, Kassenbons usw., wenn nötig kurze Notiz über Arbeitsleistungen im Sinne der Ausbildung, jährliche Einkommensteuererklärung ans Finanzamt mit Quittungen des jeweiligen Steuerbemessungsjahres;

Versicherung, Sicherheiten: Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Krankenversicherung anfänglich empfehlenswert;

Sicherheitsnetze für akute Notsituationen:

privat-soziales Sicherheitsnetz: d.h. Sicherheiten, die sich auf Vertrauen zwischen Privatpersonen gründen und sich aus dem Zusammenleben und der Zusammenarbeit mit Menschen ergeben;

öffentlich-rechtliches Sicherheitsnetz: d.h. Sozialhilfeanspruch, Anspruch auf Rechtsbeistand und ähnliches;

ausbildungsbedingtes Sicherheitsnetz: Wer viel kann der braucht nicht so viele Sicherheiten! d.h. es handelt sich hier um eigene Sicherheiten, Selbstsicherheiten die sich auf das Vertrauen bzw. die eigenen Fähigkeiten gründen, die während der Ausbildung oder zuvor erworben wurden;

Katastrophensicherheitsnetz: d.h. Sicherheiten, die ihre Grundlagen in Mitleid, Mitverantwortung für den fremden Mitmenschen haben (Erste-Hilfe in Unfall-, Katastrophen-, Notsituationen);

Unterkunft, Ernährung: möglichst einfaches, kleines Zimmer in ländlicher Gegend oder Stadtrandlage; zur Ernährung siehe ebenfalls unter »kleine Genussdrogenschule« und »Wüstenstil«;

Sonstige wesentliche Aspekte:

»Quartalkontonullung« (am Ende jedes dritten Monats räumst du dein einziges Ausbildungskonto, indem du alle Überstände einem gemeinnützigen Projekt zukommen lässt oder auf ein Spendenkonto deiner Wahl überweißt; diese Aktion heißt im Wüstenstile »Nackigmachen«;

selbstlose, gemeinnützige Taten beschleunigen die Ausbildung ebenfalls enorm; sie führen schneller zu ganzheitlich-frei erlebten Alltagsmomenten; (Loslösungs- und Befreiungseffekt, positive emotional-assoziative Gedanken der Nächstenliebe und Schuldfreiheit, Festigung der persönlichen Fähigkeiten zur Nächstenliebe, Förderung des Selbstvertrauens im Lebensmoment);

Aber natürlich entscheidest du selbst und freiwillig über den Status deiner Selbständigkeit, deine Finanzmittel, dein Einkommen, dein Auskommen! Was jedoch für jeden Gesellschaftsteilnehmer möglich ist: Die Meldung beim Arbeitsamt als Arbeitsloser oder Arbeitsuchender oder die Meldung beim Finanzamt als selbstständiger Kleinunternehmer kann für dich ein mutiger Schritt im Wüstenstil sein.

Allein die Wirkung dieses Schrittes aus der Tür des Arbeit- bzw. Finanzamtes hat in der Praxis eine unvorstellbare positive Wirkung auf dein Nervensystem im Sinne der Ausbildung. Du darfst diesen Schritt natürlich genießen. Dabei ist arbeitsfrei nicht mit arbeitslos zu verwechseln.

Du bist nun frei – freier geht es in unserer Gesellschaft fast nicht mehr. Du bist nun selbstständig und eigenverantwortlich. Ein Traum vieler Menschen geht für dich damit in Erfüllung. Denkst du dir die Krankenversicherung weg, hast du ungefähr den Status wie das Waldvögelein, Fuchs, Hase oder einen Status wie viele Millionen anderer Menschen auf unserer Erde. Bist du ein Christ, so hast du nun die Chance, dein Leben im Sinne der Bergpredigt (Neues Testament, Matthäus Kap. 8 und 9) zu leben. Sicher für deine Beziehung zu deinem Glauben und deinen Religionswurzeln in jedem Falle ein Erlebnis und eine lebenslang bleibende Erfahrung.

Du hast nun alle Zeit der Welt, dein Nervensystem und deine Körpereinheit davon zu überzeugen, dass dieses Leben mehr ist als nur der Kampf ums Überleben. Du bist dein Chef in gleicher Weise wie es dein Umgebungssystem ist. Das ist nebenbei noch Büro, Wohnzimmer, Ausbildungsplatz, Nahrungserwerbsgefilde, Abenteuerland usw. in einem.

Oder siehe es einfach aus einer anderen Perspektive. Mit dem Schritt aus dem Arbeit- oder Finanzamt betrittst du als »Jetztmensch« die (Ur)Landschaft des 21. Jahrhunderts. Wie schon vor Millionen von Jahren wirst du hier fast nackig und ohne doppelten Boden die überaus lebensspendende Wirkung deines Umgebungssystems erfahren und darin das Paradies entdecken können.

Es geht nicht um einen Ausstieg, es geht um einen neuen direkteren Einstieg in dein Umgebungssystem mit all seinen Wirkeinheiten und Menschen. Es geht um bewusste Kooperation, um Zusammenarbeit mit deiner Umgebung. Ein Abenteuer, wie es in keinem Buche und in keinem Film geschildert werden kann. Du bist der Hauptdarsteller, es läuft dein Film in Echtzeit, dein Leben eben. Grundsätzlich kannst du nun tun und lassen, was du willst. Alles ist erlaubt in der Wildnis vor deiner Haustür, in der Wildnis von Europa, wenn es deinen Mitmenschen nicht unverhältnismäßig schadet. Grundsätzlich kannst du nun loslegen, in und mit der Welt in deinen besten Jahren.

Du hast dir mit dem Schritt in die Arbeitsfreiheit (Bitte nicht mit Arbeitslosigkeit verwechseln!) die Möglichkeit erschlossen, effektiv an der Veränderung deiner Vorstellungswelt weiterzuarbeiten. Weiterzugehen heißt nun im Sinne der kleinen lebendigen Wanderschule, dort deine emotional-assoziativen Gedanken zu entwickeln und zu gebrauchen, wo das folgerichtig-rationale Denken das Wesentliche nicht mehr wirksam genug erfassen kann, dort ganzheitlich-frei zu denken, wo du mit deiner emotional-assoziativen Denkfähigkeit nicht weiterkommst.

Dir werden bei der Umsetzung des Wüstenstils und bei dem Umgang mit der Arbeitsfreiheit viele Fragen und Sorgen kommen. Doch es geht gerade darum, Entscheidungen und Antworten mit deinem Umgebungssystem gemeinsam zu treffen, zu finden und die Wirksamkeit deiner Rückkoppel- und Aussöhnarbeit zu erleben.

Du wirst merken, dass die meisten Fragen bereits ihre Antwortmöglichkeiten vorgeben. Der Kontext, der Rahmen oder die Situation bzw. der Themenzusammenhang lässt nur bestimmte Antworten zu. Für wirklich freie Entscheidungen oder gar unentscheidbar rational-folgerichtige Fragen wirst du natürlich kaum eine astreine, rational-folgerichtige Entscheidungsgrundlage finden. Es gilt, gerade im Wüstenstil immer häufiger mit Hilfe deines MW’s und EW’s zu entscheiden und zusammen mit deinem Umgebungssystem. Gerade im Wüstenstil sind Fehlentscheidungen besonders unangenehm, wie du dir sicher vorstellen kannst. Sie sind aber auch besonders lehrreich, eröffnen dir neue Wege, denn sie können dich, finanznackig wie du bist, recht herb treffen. Doch genau hier liegt der große Vorteil der Ausbildung im Wüstenstil. Das Leben ist einfach – tatsächliche Risiken werden leicht überschaubar. Entscheidungen bekommen mehr Gewicht. Aber heftige Fehler sind weitgehend ausgeschlossen, da sie dir unmittelbar oder schon bei der Entscheidungsfindung in die Augen springen. Die Praxis zeigt, dass du im Wüstenstil zu einfach bzw. zu arm bist, um unangenehme größere Schulden zu machen. Du wirst den einzigen dauerhaften Weg für dich finden. Er wird am besten mit Liebe und Kooperation in der Tasche beschritten. Die äußerliche Einfachheit wird dich bald mit Ehrlichkeit, Unabhängigkeit und Freiheit und Lebensgenuss und tiefer Liebesfähigkeit und neuem Leben segnen und vielleicht wird es dein lebendigster Rückhalt in all der lebendigen Vielfalt.

Prinz: Ja, so langsam entdecke ich das bewusste Rückkoppeln für mich. Mein letzter Schlüssel zum Ausbildungsziel. Die Praxisübung besteht nun für mich darin, den Bewusstwanderzyklus im Alltag bis zum Ausbildungsende zu durchlaufen. Bei meiner Suche nach Grund und Ziel meiner Ausbildung, bei den Vorbereitungen und dem Einl(i)eben in den Wüstenstil, gilt es diesen Zyklus bewusst zu nutzen. Erst Rückkopplung und dann Aussöhnung... meinetwegen bis zum Arbeitsamt und wieder zurück ins Leben.

Im Sinne der Ausbildung sollte ich mich nach Belieben (rückkoppelnd und aussöhnend) im Wander- und Rückkopplungsteil umtun. Habe ich die Rückkopplungsschule absolviert, wird es mir noch leichter fallen ab jetzt ganz mein eigener Nervensystemausbilder zu sein und die Möglichkeiten meines Megawohnzimmers, meines Nervensystems und dieser schwarzweißen Buchstaben zu entdecken, zu nutzen und zu genießen...

 

...sooft bis wir uns inmitten

der Vielfalt und Veränderung der Umgebung

&

in unserer eigenen, momentanen Vielfalt und Veränderung

von Moment zu Moment freudig genügen...