DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 238 - 241 Rückkoppl- und Aussöhnübung 4: Variationen im Sinne der Ausbildung

Rückkoppel- und Aussöhnübung 4

Variationen im Sinne der Ausbildung

König: Wir sehen beispielsweise die Wirkeinheit »Brot« beim Umher- bzw. Weiterwandern vor uns.

 

Nun nehmen wir unseren Gedanken »Brot« in Form einer rational-folgerichtigen Frage und halten ihn uns vor bzw. beziehen ihn auf uns, unsre Lebenssituation (hier beim Lesen). Nun durchdenken und prüfen wir ehrlich, ob dieser Aspekt von Belang oder von besonderer Bedeutung für uns ist. Wir sollten mit einem rational-folgerichtigen bzw. emotional-assoziativen Gedanken begründen können, warum dieser Aspekt von Bedeutung ist oder nicht. Danach söhnen wir ihn mit einer Tat aus.

 

RW-Frage: Sollten wir essen, haben wir Hunger?

Nun haben wir beispielsweise keinen Hunger. So lautet unsere RW/EW-Antwort: Kein Hunger!

Unsere Aussöhnungstat: Den rational-folgerichtigen Gedanke »Brot« söhnen wir meditativ aus. Dies ist schon in dem Moment geschehen, wo uns klar geworden ist, dass wir keinen Hunger haben.

 

Haben wir Hunger, dann heißt die Antwort: Ich habe Hunger.

Unsere Aussöhnungstat: Wir schnappen uns das Brot oder etwas anders Leckeres und verbinden uns mit dieser Stoffwechselgenusstroge der Stufe vier. Wir essen so lange bis wir den emotional-assoziativen Gedanken der Sättigung verspüren und es den Brot-Gedanke und den Hunger wie von allein löst.

Wir haben nun die Aussöhnung des Brot-Gedankens während der Rückkopplung mit unserem emotional-assoziativen Hungergedanken in Verbindung gebracht und aus sich selbst herausgeführt. Durch die bewusste Essen-Handlung ausgesöhnt. Wir haben wirkungsvoll in unserem Sinne gehandelt. Wir haben im Alltagsmoment durch unsere Aussöhnhandlung und in Bezug auf den emotional-assoziativen Gedanken des Hungers bewusst ganzheitlich-frei Gedacht. Leider (?) besteht die Wahrnehmungsvielfalt bzw. die individuelle Wirklichkeit des Menschen nicht nur aus einem emotional-assoziativen Hungergedanken. Um in vollem Umfange der ganzheitlich-freien Denkfähigkeit des Menschen bewusst zu werden, benötigen wir bewusste Rückkopplungs- und Aussöhnerfahrungen mit der Vielfalt der Wirkeinheiten unserer Wirklichkeit. Diese Erfahrungen müssen nicht nur folgerichtig-rationaler Art sein, sondern können bzw. müssen zwangsläufig auch emotional-assoziativer Art sein. Zum Ende unserer Ausbildung werden unsere Rückkoppel- und Aussöhnerfahrungen auch ganzheitlich-freier Art sein.

Zurück zu unserem Beispiel. Hierbei haben wir z.B. die Wirkeinheiten Nervensystem, Körpereinheit (Magen usw.), Brot und Küche verändert. Jetzt könnten wir in die nächste Rückkopplungs- & Aussöhnungsrunde (weiter)gehen bzw. einen neuen Methode-ES-Bewusstwanderzyklus absolvieren.

 

Nun können Menschen lernen, z.B. die rückgekoppelten rational-folgerichtigen bzw. emotional-assoziativen Gedanken auf mehrere Bedeutungen zu überprüfen. Natürlich ist diese bewusste Rückkopplungsvariante für etwas geübte Bewusstwanderer sinnvoll.

Als menschliche Körpereinheit haben wir (anders als der Kühlschrank oder ein Computerprogramm) die Möglichkeit, einen momentanen folgerichtig-rationalen Gedanken oder emotional-assoziativen Gedanken auf viele unterschiedliche Bedeutungen bewusst für unsere Körpereinheit zu überprüfen! Es bieten sich im Sinne einer effektiven Ausbildung mehrere Spielvarianten an. So empfiehlt sich beispielsweise die Prüfung der momentanen Gedanken auf besondere Bedeutung für die Momente auf dem dritten Ausbildungsabschnitt unter den folgenden Aspekten:

 

Hat der bewusst rückgekoppelte, folgerichtig-rationale Gedanke oder der emotional-assoziative Gedanke besondere Bedeutung für unseren unmittelbaren Lebensmoment während der Ausbildung?

Hat der vorgehalten folgerichtig-rationale Gedanke oder der emotional-assoziative Gedanke besondere Bedeutung für unsere Ausbildung allgemein?

Hat der vorgehalten folgerichtig-rationale Gedanke oder der emotional-assoziative Gedanke besondere Bedeutung für unser Leben allgemein?

 

Mögliche RW-Frage 1: Hat der Gedanke »Brot« Bedeutung für meinen unmittelbaren Lebensmoment während der Ausbildung? Sollte ich jetzt etwas essen, habe ich gerade Hunger, ist essen gerade nötig?

Mögliche RW/EW-Antwort 1: Nein. Das Brot und das Essen hat für mich im Moment immer noch keine andere Bedeutung. Ich bin satt.

 

Mögliche RW-Frage 2: Hat der Gedanke »Brot« Bedeutung für die Ausbildung allgemein?

Mögliche RW-Antwort 2: Brot – Essen – Ausbildung? Ohne Nahrung ist dauerhaft keine Ausbildung möglich. Wie ich mir mein Essen im Wüstenstil besorge, ist klar. Entweder in den Laden gehen und mit Geld kaufen. Oder in Wald, Wiese oder den Garten von Opa Max gehen und Essbares suchen, bestimmen, austesten, sammeln. Oder Menschen helfen und das Essen automatisch geschenkt bekommen. Oder einfach leben und weiterwandern, und geduldig sein. Wenn nichts Essbares zu bekommen ist, brauch ich nicht gleich hysterisch zu werden und mir den Moment zu verderben. Ich sollte diese Hysterie mit einer Fastenaktion von 3-30 Tagen aussöhnen. In dieser Zeit wird mir als Normaldeutscher mehr Essen vor die Füße fallen, als mir gut tut. Im Sommerhalbjahr bietet die heimische Vegetation ohnehin gesunde Rohkost in Form von essbaren Wildpflanzen. Da ich Vertrauen in mein derzeitiges Umgebungssystem habe, lasse ich das Brotessen gelassen sein, denn es würde mich jetzt nur bei der Lesearbeit belasten.

 

Mögliche RW-Frage 3: Und hat der Gedanke »Brot« für mein Leben im Allgemeinen eine Bedeutung?

Mögliche RW-Antwort 3: Brot - Essen - ist Leben, ist Genuss, ist ein Akt der materiell-energetischen Verbindung mit dem Umgebungssystem. Essen bedeutet sich mit Stoffwechseldrogen der unteren Genussdrogenstufen wirkungsvoll zu verbinden, sich zusammen mit ihnen zu verändern, sie auf und in sich wirken zu lassen und sich von ihnen wieder zu lösen. Essen ist eine fundamentale und sehr natürlich-biologische Tätigkeit aller Dissimilatoren. Ohne Nahrungsaufnahme gibt es kein heterotrophes Leben, kein natürlich menschliches Leben. Von den Genüssen des gemeinsamen Essens zusammen mit anderen Menschen und Tieren ganz zu schweigen. Nach vierzig Tagen ohne Nahrung wird die Nahrungsaufnahme ein existenzielles Muss.

Aber nun bin ich satt und weiß, auch nachher werde ich etwas finden, außerdem habe ich 40 Tage Zeit, etwas Essbares zu finden. Also, keinen besonderen Gedanken wert. Ich bin nicht hungrig und habe nun Lust auf weitere bewusste Rückkopplungen und Aussöhnungen – denn ich bin ja nicht nur zum Essen auf der Welt.

Aussöhnungstat: Ich söhne den »Essen-Brot-Gedanke« meditativ aus und in dem ich mich mit anderen Teilen der Vielfalt beschäftige.

 

Das nächste Mal beim Essen, werde ich vielleicht schon etwas mehr genießen können und weniger überlegen müssen. Ich gehe also auch beim Brot-Essengedanken über die Tage und Jahre bewusst vom rational-folgerichtigen Rückkoppeln zum emotional-assoziativen Rückkoppeln über.

Wie du siehst, kommt in diesem Beispiel scheinbar das Gleiche heraus, wie beim vorhergehenden »Brot-Essen-Rückkopplungsbeispiel«. Zum Schluss sollte nämlich die Aussöhnung mit dem vorgehaltenen Gedanken stehen. Doch je mehr du dir am Anfang deiner Rückkoppelausbildung Zeit nimmst und den jeweiligen Gedanken für dich auf Bedeutungsvielfalt überprüfst, mit ihm spielst, ihn mit anderen Gedanken, Erlebnissen usw. verbindest und dann wieder verspielt aussöhnst und in die ruhende Gedankenvielfalt deines Nervensystems zurücktust – nun, umso leichter wird dir später das Aussöhnen von weitaus unbequemeren vorgehaltenen rational-folgerichtigen bzw. emotional-assoziativen Gedanken fallen.

 

Du kannst den Methode-ES-Bewusstwanderzyklus bewusst und verspielt erweitern. Zum Beispiel erweiterst du ihn mit Meditationen in Hinblick auf ausbildungsrelevante Themen und Aspekte.

 

Auch bei dieser Rückkopplungsvariante gilt: Geduld! Verspielt bzw. Lieb wandert weiter! Wir haben als Menschen das Glück, lebenslang verspielt sein zu können. Dieses Glück hat sich im Laufe der Evolution nur selten und dann nur zum Teil bei Organismen (z.B. Hunde und Katzen, Affen) eingestellt.

Wandere am Anfang deiner Ausbildung mit und in deinen Gedanken, in deiner Erlebnis- und Vorstellungswelt, spiele mit der Rückkopplung und genieße das Aussöhnen und die Meditation. Genieße besonders die Aussöhnungstat durch Schlaf, Meditation und Handelung im Sinne der kleinen Genussdrogenschule. Auch das bewusste Rückkoppeln- und Aussöhnen ist eine Situationsgenussdroge. Die Ausbildung ist schließlich auch Teil deines Lebens und Erlebens im Sinne der Ausbildung und sollte deshalb freudebetont sein.

Bewusste Aussöhnungsspiele (Essen, Trinken, Arbeiten, Sport, Wandern usw.) bzw. bewusstes verspieltes Antworten (meditatives Reagieren/ Antworten, Reagieren/ Antworten in Form von Handlung) auf deine Umgebungsveränderungen bringen dich bald mit Mitmenschen, Tieren, Umgebungssystemen, Landschaften usw. in einen lebhaften, bewussten Austausch, du lernst mit den Dingen tatsächlich »zu sprechen« und oft ohne ein Wort zu sagen!

Du kannst dir natürlich auch noch andere Varianten und RW-Meditationsstandartfragen für die Prüfung auf besondere Bedeutung deiner vorgehaltenen Gedanken ausdenken. Rückkoppeln ist eine weite, neue, interessante Erlebniswelt für sich. Experimentiere, versuche auch das emotional-assoziative Denken bzw. die EW-Arbeit bewusst in deine Rückkoppelungen mit einfließen zu lassen. Entwickle deinen eigenen Rückkoppel-Aussöhnungsstil.

Du kannst alle Schritte des Methode-ES-Bewusstwanderzykluses und natürlich auch den Ergänzungsschritt variieren. Mit der Zeit kannst du dann das Rückkoppeln individuell genießen, du wirst verspielter werden. Schließlich wird ein lebhafter emotional-assoziativer Rückkoppel-Aussöhngedanke entstehen und deine Rückkoppel-Aussöhn-Arbeit begleiten und effektiver machen (EW-betonte Rückkopplung und Aussöhnung)...

Eine wesentliche Spielvariante sei noch erwähnt.

Rational-folgerichtig und emotional-assoziativ Mitdenken lernen

Als Menschen haben wir (anders als der Kühlschrank) die Möglichkeit, einen momentanen folgerichtig-rationalen Gedanken oder emotional-assoziativen Gedanken auf viele unterschiedliche Bedeutungen bewusst für uns oder andere zu überprüfen. Es bietet sich im Sinne einer effektiven Ausbildung auch die folgende Spielvariante an.

Vor allem am Anfang der Ausbildungs- und Rückkopplungspraxis werden wir merken, dass es im Sinne der Ausbildung ist, den vorgenommenen/ rückgekoppelten rational-folgerichtigen bzw. emotional-assoziativen Gedanken unter folgenden folgerichtig-rationalen Aspekten auf besondere Bedeutung zu prüfen und entsprechend auszusöhnen: Ist der rückgekoppelte rational-folgerichtige bzw. emotional-assoziative Gedanke für mein Umgebungssystem bzw. meine Gesellschaft oder meine Mitmenschen bedeutsam?

 

Fragst du bewusst bei der Rückkopplung nach der Bedeutung für die wesentlichen Wirkeinheiten, mit denen dein Nervensystem momentan, wirkungsvoll verbunden ist, kannst du die Ausbildung stark beschleunigen und in der Ausbildungspraxis fatale Ausbildungsfehler, Krankheit und Verdruss weitgehend ausschließen. Du lernst die Kunst des »rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Mitdenkens«.

Wenn du in einen anderen Menschen verliebt bist, wird das rational-folgerichtige und emotional-assoziative Mitdenken zur Normalität. Es geht fast von allein für deinen Liebsten mit bewusst rückzukoppeln und in eurem Sinne auszusöhnen. Du beginnst die Welt mit seinen Augen zu sehen und in seinem und deinem Sinne zu verändern. Jemandem oder Etwas ab und zu liebevoll sein Bewusstsein zu schenken, für und mit ihm zu denken und zu fühlen, beschleunigt die Ausbildung ungemein!

Diese Kunst des rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Mitdenkens ermöglicht dir nach einiger Einarbeitungszeit in deine Umgebung erstaunlich vorausschauende bzw. sehr schnelle Reaktionen auf Umgebungsveränderungen! Um dabei die einzelnen Bedeutungen des vorgenommenen Gedankens sinnvoll prüfen zu können, musst du dich mit den momentanen Lebenszielen der entsprechenden Wirkeinheit (Umgebungssystem, Gesellschaft, Mitmensch) beschäftigen.

Du hast als Nervensystem die Möglichkeit, dich in andere Systeme hineinzuversetzen. Besonders beim Umgang mit Mitmenschen – eine vorteilhafte Rückkopplungsvariation. Du kannst deine Mitmenschen so ganz bewusst nett überraschen, ihnen Geschenke machen, die sie sich unbewusst gewünscht haben und vielleicht erst in einigen Jahren zu schätzen wissen! Viele Menschen sind sich ja noch nicht bewusst, dass sie ständig rückkoppeln und aussöhnen, wissen nicht, was ihr bewusstes oder unbewusstes Lebensziel für eine Wirkung dabei hat oder wissen noch nicht, was »das natürliche, momentane Lebensziel« ihres Nervensystems ist! Ist das wichtig? Gibt es ein solches Ziel? Kann man das Ziel wissen? – Sollte man das Ziel wissen? Du sollst hier nicht überzeugt werden. Beobachte, erlebe, fühle, denke selber mit und nach, erkenne und entscheide selbst.

In einem der folgenden Abschnitte geht es auch um das Erfassen von allgemeinen und speziellen Zielen bei der bewussten Rückkoppel- und Aussöhnarbeit mit dem Methode-ES-Bewusstwanderzyklus. Es geht aber auch immer wieder um deine bewusste Rückkopplung und Aussöhnung im Alltagsmoment. Und somit kommst du über die Schule der Rückkopplung immer wieder auch auf wichtige Aspekte deiner individuellen Ausbildung auf dem dritten Ausbildungsabschnitt. Die Anwendung der bewussten Rückkopplung und Aussöhnung im Alltagsmoment führt dich auf die natürliche bewusste Ausbildungswanderung.