DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 205____5. Wegeinheit, Start, RW-Erkundungswanderungen

Start zur 5. Wegeinheit

Die RW-Erkundungswanderungen. Die klassische Erlebniswanderung (oben beschrieben) und die RW-Erkundungswanderungen (hier in dieser Wegeinheit 5 beschrieben) werden dich bis an das Ende des zweiten Ausbildungsabschnittes bringen können.

 

Kendy John Kretzschmar - Bewusst(w)anderer Mensch Handbuch_Abbildung 10: RW-Erkundungswanderung

Abbildung 10: Die RW-Erkundungswanderung ist die zweite Variante der kleinen bewussten Erlebniswanderungen

Die RW-Erkundungswanderung ist eine Variation der kleinen bewussten Erlebniswanderung, eine Art Spezial-Erlebniswanderung. Mir ihr kannst du besonders gut auf rational-folgerichtigem Wege die Vielfalt erkunden. Du kannst Wirkeinheiten, Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken mit deinem RW aufspüren, die andere Nervensysteme aufgezeichnet haben.

Aber Vorsicht, zuviel davon kann auch zu Verstimmungen deines Nervensystems führen. Typisch ist das von vornherein eingeschränkte Erlebnisgebiet bei der RW-Erkundungswanderung. Es wird sich auf Wissensspeicher konzentriert, also vor allem auf Wissensspeicher wie Bibliotheken, Internet bzw. Festplatten, CD’s, DVD’s, Videos oder Kassetten. Aber auch Nervensysteme von »Menschen vom Fach« können geeignete Wissensspeicher darstellen. Mit solchen hochinformativen Wirkeinheiten kann sich dein Nervensystem im Gespräch verbinden und so eine neue Seite der Vielfalt der Umgebung erschliessen und erleben.

Leider wird dabei meist nur deine RW-Anwendung geschult und obendrein dein Wanderkörper vernachlässigt. Deshalb solltest du es nicht übertreiben mit den RW-Erkundungswanderungen. Die Durchführung gleicht der klassischen Erlebniswanderung. Ein freier Zeitraum und ein freier Kopf sind Grundvoraussetzungen, um RW-Erkundungswanderungen positiv zu erleben.

 

Im Gegensatz zur klassischen Erlebniswanderung wählst du den nächsten Schritt weniger mit deinem »guten Gefühl« aus, sondern eher nach systematischen, rational-folgerichtigen Gesichtspunkten und relativ nüchtern mit Hilfe deines RW’s, also möglichst Schritt für Schritt nachvollziehbar und folgerichtig.

Ziel ist die grobe Inventarisierung der Vielfalt, der Überblick. Dabei ist die Rationalwerkzeugarbeit dominierend. Wanderungen, bei denen diese Wanderstrategie im Vordergrund steht, werden RW-Erkundungswanderungen genannt.

 

RW-Erkundungswanderung haben natürlich auch klassische bzw. emotionale oder sogar ganzheitliche Erlebnisaspekte, sie können sehr nützlich sein, jedoch eine echte klassische Erlebniswanderung keinesfalls vollständig ersetzen.

Es ist ein Unterschied für dein Nervensystem, ob du die natürliche, momentlebendige Vielfalt in Informationsmedien aufbereitet (in Worten, Schrift, Bild und Ton verwandelt) nachvollziehst oder sie natürlich, roh, lebensmomentbezogen, ganzheitlich erlebst. Erst die Kombination von klassischer Erlebniswanderung und RW-Erlebniswanderung bringt den richtigen Schwung in die Ausbildungswanderung durch die Vielfalt, macht die geistige »Kost« für dein Nervensystem vollwertiger und bekömmlicher. Es ist wenig sinnvoll und lebenswert erst alle Wissensspeicher durchzugrasen und dann zu versuchen, all das klassisch zu erleben, was gelesen wurde. Das ist ein harter Weg. Praktisch ist das kaum durchführbar, du handelst dir nur eine folgerichtig-rationale Denkmacke, einen Pflichtbesuch beim Optiker, einen Bandscheibenvorfall vom Sitzen und einen Haufen Schulden ein. Versuche beide Varianten der kleinen bewussten Erlebniswanderung ergänzend einzusetzen.

Warum überhaupt die RW- Erkundungswanderung?

Die RW- Erkundungswanderung schult fast von allein den sinnvollen Umgang mit deinem RW und MW und verschafft dir gleichzeitig einen Überblick über die heutige Vielfalt menschlicher Erfahrungen. Du lernst effektiv von Information zu Information zu wandern. Dabei lernst du zwangsläufig die kleine MW-Arbeit bewusst in der Praxis kennen. Du musst beim Lesen eines Buches viele Gedankengänge des Autors verfolgen und treibst so auch Gedankengänge in geistiges Neuland voran. Immer wieder wirst du bewusst weiterblättern oder weiterklicken, dich auf wesentliche Details konzentrieren und dich wieder von Inhalten lösen, um neue Inhalte zu erfassen. Obendrein bringt das frischen Wind und Abwechslung in deine klassischen Erlebniswanderungen, weil du nun neue Erlebniswelten, Verbindungen, Wirkeinheiten kennen lernst und dich nun im Alltag gezielt auf die Suche nach ihnen machen kannst. Das spart viel Ausbildungszeit und hilft langweilige, uneffektive Erlebniswiederholungen im zweiten Ausbildungsabschnitt zu vermeiden.

Das folgerichtig-rationale Wissen über unsere Umgebung, über ihre Wirkeinheiten und ihre Verbindungen untereinander hat sich ebenfalls vervielfältigt. Es gibt Theorien und Erkenntnisse über ganze Gebiete deiner Umgebung, die dir bei der Inventarisierung der Umgebung, beim Herausfinden von Wirkungsbeziehungen oder beim Abschätzen von Risiken überaus hilfreich sein können.

Dein Nervensystem kann auf der Grundlage der RW-Erkundungswanderungen letztlich ganz verschiedene Umgebungen auf sich einwirken lassen, ob das Wladiwostok oder eine virtuelle Umgebung in einem Computerspiel ist, ob du in der Welt der Literatur wanderst oder alles »durchmikroskopierst« was dir unter die Finger kommt.

Dein Nervensystem kann seinen Wanderstil auf der Grundlage der RW-Erkundungswanderungen effektiver vorbereiten und ausleben, sich das Inlandeis von oben betrachten und die Ozeane durchsegeln, verschiedene Wettererscheinungen erleben oder in unzähligen Erlebnissen über die Artenvielfalt der Lebewesen staunen.

Viele Wandergurus sind so in den letzten Jahren durch die ganze Welt gezogen und sind so wahre Metawerkzeugmeister geworden, ohne das sie sich bei Reiseantritt darüber bewusst waren, dass sie sich während ihrer langen Reisen eine fette Basis für das ganzheitlich-freie Denken schaffen.

Das Problem solch einer Wanderguruausbildung ist, dass sie dich tatsächlich zum Wandersmann machen kann und die Ausbildung kann Jahrzehnte dauern. Viele Reisende verlaufen sich trotzdem dabei in der Vielfalt ihrer Umgebungswirklichkeit oder in ihrer Vorstellungswelt und finden nicht nach Hause, zu Glück, Frieden und ganzheitlich-freiem Denken und Leben.

Es ist wesentlich, dass du dich bei allem klassischen Erlebnisspaß während der Ausbildung am großen Ausbildungsziel orientierst. Da du unmöglich alle möglichen Verbindungsänderungen in deiner Umgebung im klassischen Sinn erleben kannst, gilt es gezielt Kostproben von der Vielfalt zu nehmen bzw. sich stichprobenartig mit wesentlichen Wirkeinheiten zu verbinden. Da heißt dann klassische Erlebniswanderungen zu unternehmen, die die ganze Breite und Tiefe der Umgebung und ihrer Vielfalt ausloten können. Diese sinnvollen klassischen Erlebniswanderungen kannst du mit deinen RW-Erkundungswanderungen vorbereiten.

Mit der RW-Erkundungswanderung kannst du also das Wissen der Menschheit vorzüglich nutzen und deine Erlebniswanderungen vor- und nachbereiten. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, denn du nutzt das Wissen der Welt ja für deine Menschenorganausbildung (Nervensystem). Das Wissen der Welt ist Gemeinschaftsgut und nicht nur zum Bombenbasteln festgehalten.

RW-Erkundungswanderung, Hinweise zur Durchführung

Du schnappst dir ein unten aufgeführtes Erkundungsgebiet nach dem anderen. Du fängst bei Bekanntem an. Mit der Zeit arbeitest du folgerichtig-rational alle Erlebnisgebiete durch.

Das Erkundungsgebiet vor Augen, Mohrrübe und Pausenobst in der Tasche, mit deinem RW in der Rechten und dein MW in der Linken, wanderst du durch alle möglichen Wissens- und Informationsspeicher, Bibliotheken... Du fühlst dich dabei wie außerirdisch und gerade erst gelandet oder wie Detektiv Pinky oder wie ein Späher aus einer anderen Zeit oder wie Capt’n Kirk, der heute im Punkstil Informationsspeicher und Gespräche auf der Suche nach neuen Erlebniswelten und interessanten Wirkeinheiten durchgrast oder du bist die Gutenachtfee, die hier und da erscheint und nach dem Besten sieht und leise kichert, wenn sie wieder ein Stück verlockende Vielfalt entdeckt und erkundet hat.

Dabei zeigt dir dein Rationalwerkzeug ganz nüchtern die Bereiche der Vielfalt, die du erleben kannst und welche für dein Nervensystem noch Neuland sind. Bist du an das Wandern durch die Wissensspeicher gewöhnt, kannst du auch hier kleine bewusste Weiterwanderzyklen durchleben. Das kannst du lernen, indem du versuchst, das Gelesene bewusst mit eigenen Erfahrungen bzw. aufkommenden Gedanken zu verbinden. Es liest sich zwar anfangs etwas langsamer, aber kann sehr effektiv im Sinne der Ausbildung werden.

Zur Ausrüstung: Gut wäre ein Internetanschluss und eine Computerwirkeinheit. Aber wenn du das nicht hast und deine Freunde auch nicht, kannst du dir auch das Geld sparen. Für unsere Zwecke sind eine Bibliothek und ab und zu ein Internetkaffe viel nützlicher und erlebnisintensiver, als die Megamaschine zu Hause. Bibliotheken sind fast umsonst nutzbar und in jeder größeren Stadt zu finden. Du kannst einige Bücher mit nach Hause nehmen und gibst sie später wieder zurück.

Auch Videos und CD’s kann man bekommen, falls deine Freunde nicht mehr aushelfen können. Manchmal wirst du von allein ein lieb gewonnenes Buch kaufen, um es immer bei dir zu haben.

Manch ein Informationsmedium kommt vielleicht auch zufällig zu dir, genau das Richtige zur richtigen Zeit. Dann kannst du dich über diese Synchronizität freuen und du wirst es dann kaum in deiner freudigen Erwartung liegen lassen, sondern fast »verspeisen«.

Wichtig: Dir wird sicher spätestens nach den ersten RW- Erkundungswanderungen deutlich, dass die Vielfalt menschlichen Wissens, menschlicher Gedanken und Vorstellungen, die Vielfalt außerhalb der Bibliotheken und Informationsspeicher zu übertrumpfen scheint. Diese Informationsflut, ihre Vielfalt und Veränderlichkeit kann dich erschlagen. Du darfst auf keinen Fall diese Vielfalt unterschätzen. Selbst scheinbar geniale Menschengehirne können sich in der Vielfalt menschlichen Wissens so verlaufen, dass es dann eines größeren Wunders bedarf, um ihr enges rational-folgerichtiges Erlebnisfeld zu weiten und ihren ganzen Körper samt Nervensystem der ganzen Vielfalt des momentbezogenen Lebens und der Umgebung zu öffnen. Deshalb hier einige Tipps für den Umgang mit konzentrierter, manipulierter, rational-folgerichtiger, geistiger Nahrung (menschlichen Ursprungs) im Sinne einer erfolgreichen Ausbildung deines Nervensystems:

 

Bleibe auch während der RW-Erkundungswanderungen für unmittelbare Sinneseindrücke und Veränderungen deiner Umgebung und deiner Körpereinheit offen.

versuche dich liebevoll und ohne Hast mit der folgerichtig-rationalen Vielfalt zu beschäftigen.

Lass positive folgerichtig-rationale Gedanken und liebevolle emotional-assoziative Gedanken und Vorstellungen beim Lesen usw. entstehen!

Begreife auch die RW-Erkundungswanderung als Bestandteil deiner wertvollen Lebenszeit. du solltest sie positiv empfinden und erleben.

 

Wenn du nicht diszipliniert und zu gierig bist, wirst du dich fürchterlich in den Details »festfressen« oder nur langsam oder genervt wandern können, weil du dich unbedacht verschwendest! Hier liegt die Gefahr bei diesen Wanderungen. Aus diesem Grund solltest du auf deine emotional-assoziativen Gedanken achten und dein EW ruhig immer mit im Anschlag haben. Sobald die Sache uninteressant und negativ behaftet wird, solltest du vorsichtig sein und Folgendes zusammen mit deinem folgerichtigen-rationalen Verstand (RW) überprüfen:

Prinz: Bin ich nur müde von der Informationsfülle? Fehlt mir somit lediglich eine Wanderpause mit Schlaf oder Körperbewegung. Oder sind die Details womöglich tatsächlich uninteressant?

Der Schlaf bringt den Morgen und der ist schlauer und frischer als der Abend davor. Da das Lesen, Zusehen oder Zuhören fast keiner Körperbewegung bedarf, gilt hier mehr als bei irgendeiner anderen Erlebniswanderung: Nimm auf deine Körpereinheit Rücksicht!

 

Körper-Nervensystemeinheit und Pausen beachten!

 

Bewusstwandern heißt eben auch »sich bewegen«, rational-folgerichtig, emotional-assoziativ und natürlich auch körperlich! Beachtest du die Wander- und Bewegungstradition deiner Körpereinheit nicht, führt das über kurz oder lang in die Welt des Schmerzes und des Verdrusses und die RW-Erkundungswanderungen gehen dann nach hinten los.

 

Übersichten, Zusammenfassungen, Inhaltsverzeichnisse und Systematiken beachten!

 

Zusammenfassungen sind besonderes wertvoll. Angeführte Beispiele, Übungsaufgaben, speziellere Abhandlungen, Erörterungen und Diskussionen dagegen meidest du weitgehend bzw. überfliegst du durchblätternd oder klickend. Aber ab und zu gehst du ganz bewusst ins Detail, besonders natürlich wenn’s dich interessiert, da kannst du schon mal ausführlicher der Vielfalt frönen. Hetzen solltest du ja auch nicht und durch die Welt des Wissens zu wandern, kann sehr viel Spaß und Freude bringen.

 

Hier und da gehst du stichprobenartig bis ins Detail.

 

Hast du nur flaches Neuland unter der Lupe, dann gehe trotzdem hier und da stichprobenartig bis ins Detail. Du wirst so bei den klassischen Erlebniswanderungen sicherer. Nicht, dass du durch drei oder vier solcher Detailseiten besonders schlau wirst. Nein, aber mit der Zeit bekommst du ein Gespür für Details (wie tiefgründig, nachvollziehbar, langweilig, lebensnah, interessant usw. sind die Details für dich dargestellt und miteinander verbunden!). Dieses Gespür ist später im dritten Ausbildungsabschnitt in Gesprächen und kommunikativen Erlebnissituationen von Vorteil. Wie weit du beim Überfliegen der Vielfalt in die Details gehst, ist jedoch grundsätzlich dir überlassen und deiner Zeit.

Du erkennst also nach und nach, was dir noch fehlt an Erfahrung mit der Vielfalt und du hast einen groben Überblick über die Bereiche der Umgebungsvielfalt und der Vielfalt menschlicher Vorstellung und Empfindung. Also, du weißt nach deinen RW-Erkundungswanderung, was deine Körpereinheit unter Umständen alles durchmachen kann, welche klassischen Erlebnismöglichkeiten es ungefähr gibt in deiner Umgebung, auf dieser Welt, in deinem Leben.

In Folgendem sind einige Erkundungs- und Erlebnisgebiete, Erlebniswelten bzw. wesentliche Wirkeinheiten aufgeführt. Sie geben dir einen ersten Anhaltspunkt, wo dich deine RW-Erkundungswanderungen hinführen können und wo du noch klassische Erlebnis- und Erfahrungslücken hast. Die gilt es nach und nach bewusst stichprobenartig mit Hilfe der klassischen Erlebniswanderungen zu schließen. Die kleine Systematik ist natürlich nicht vollständig und du kannst sie selber ausbauen oder für dich neu entwickeln.

Kendy John Kretzschmar - Bewusst(w)anderer Mensch Handbuch_Abbildung 11: Systematikbeispiel 1

 

Abbildung 11: Systematikbeispiel 1; Menschliche Vielfalt als ein Spross der biotischen und abiotischen Vielfalt und letztlich als ein Spross der Welt der Vielfalt und der kooperativen Wirkeinheiten. Einer der Fälle, wo eine folgerichtig-rationale Unterscheidung zwischen zwei Wirkeinheiten nur für den linken Teil der Abbildung (für die Welt der Vielfalt) einen Sinn macht. Für alle Wirkeineheiten im linken Tiel der Abbildung hat das Elementarteilchen der Vielfalt (siehe Buch 1, Basiswissen) universale Bedeutung und das Entstehungs- & Verbindungsprinzip hat Gültigkeit. Hier ist unser ewiges Zuhause!

Biotische Vielfalt bzw. Erlebnis- und Erkundungswelt: Alles was kraucht, wächst, gedeiht und sich fortpflanzt, kannst du besehen, beriechen, beschnüffeln, erforschen und in seiner lebendigen Vielfalt genießen und erleben. Um diese Erkundungs- und Erlebniswelt scharen sich eine ganze Reihe Wissenschaften und du kannst dich mit Details zurödeln, bis dir die Birne platzt. Hast du das Verbindungs- und Entstehungsprinzip im Hinterkopf, dann kannst du bald den Versionscharakter jeder rational-folgerichtigen Abhandlung erkennen und es wird dich in die Natur und den unmittelbaren Lebensmoment ziehen. Auf klassischen Erlebniswanderungen erkennst du die Formenvielfalt und Lebendigkeit der biotischen Erlebniswelt immer wieder wundervoll im Erlebnis. Unzählige verschiedene Lebenssituationen warten auf dich.

Vielleicht wird dir bald klar: Der Mensch ist nie allein und nur eine Art von mehreren Millionen Tier- und Pflanzen-, Algen- und Pilz-, Bakterien- und Virenarten die heute auf unseren Planet leben! Jede Lebensform hat ihre eigene Lebensart und individuelle Wirklichkeit und viele Organismen leben miteinander vereint. Bist du für Gleichberechtigung allgemein empfänglich, dann kannst du erahnen, was und wer da alles zu berechtigen ist! Wenn du dir wünschst einen »Außerirdischen« zu sehen, um mit ihm friedlich Kontakt aufnehmen zu können – dann schlage ich dir vor ein Systematikbuch der Biologie durchzublättern. Es finden sich genug abgefahrene Lebensformen auf unserem Planeten. Auch ist bei weitem noch nicht alles entdeckt. Prione, Viroide, Viren, Archaebakterien, Bakterien, Blaualgen, Schleimpilze, Pilze, Algen, Flechten, Moose, Schachtelhalme, Farne, Kräuter, Gräser und Bäume, tierische Einzeller wie Geißeltierchen, Wurzelfüßler, Wimperntierchen oder Sporentierchen, aber auch Vielzeller: Schwämme, Nesseltiere, Rippenquallen, Moostierchen, Armfüßler, Plattwürmer, Schnurwürmer, Rundwürmer, Schnecken und Muscheln, Tintenfische und Kraken, Ringelwürmer, Bärtierchen nicht zu vergessen, Zungenwürmer...

 

Abiotische Erlebnis- und Erkundungswelt: Alles was landläufig nicht Lebewesen genannt wird, gehört hier hin. Vom Knicktrinkröhrchen mit Silberglitzersternchen drauf bis zum Bodenprofil oder weiter zu Sonnenstern und Schnuppe.

Bescheiden gesagt: Eine sehr spannende Erlebniswelt mit allen Raffinessen und Genüssen. Sie ist ähnlich erschlagend in ihrer Fülle wie die biotische Erlebniswelt, mit der sie vielfältig verbunden ist. Du brauchst noch nicht einmal den Kopf aus dem Sand zu nehmen: Gesteine, Minerale und ihre Zusammensetzung oder der Boden, die Erde, das Land sind allein eine Erlebniswelt für sich und abermals vielfältig ohne Ende.

Unser Heim und unsere Umgebung gilt es näher zu betrachten und du wirst feststellen – alles fließt auch hier und immer noch ist alles ewig anders. Flüsse, Seen, Watt, Sumpf, Gletscher, Berge, Wüsten, Karstgebiete, Ebenen, Meere, unterseeische Gebirgszüge, Wasserleiter, Vulkane, Luft, Atmosphäre, Himmel und Erde und der schöne Kosmos wollen bewusst bis ins Detail bestaunt und entdeckt sein.

 

Hinweis: Die Ökologie versucht abiotische und biotische Vielfalt gemeinsam zu betrachten und Abhängigkeiten und Verbindungen abiotischer und biotischer Wirkeinheiten untereinander zu beschreiben und auch Gesetze in der Zeitdimension herauszuarbeiten, für unsere Zwecke also eine besonders beachtenswerte Wissenschaft.

Die Ökologie benutzt dazu Erkenntnisse der Naturwissenschaften wie Physik, Chemie, Biologie, Bodenkunde, Meteorologie, Hydrologie, Mathematik, Geographie. Welche Wirkeinheiten die Ökologie heute genauer behandelt, kannst du auf deinen RW-Erkundungswanderungen feststellen, wenn du ein Ökologielehrbuch durchschmökerst.

Hier einige Ausführungen zur Ökologie: Die Ökologie ist die Lehre bzw. die Naturwissenschaft vom Haushalt der Natur. Die Ökologie erforscht und betrachtet die Bestandteile und Wirkungszusammenhänge von Systemen. Was ist in unserer Umgebung vorhanden und gehört zum Wohnungsinventar und für was sind die Wohnungsbestandteile und Einrichtungsgegenstände nützlich bzw. in welcher Beziehung stehen sie zueinander?

Die Ökologie richtet sich vor allem nach der Wirksamkeit der Einrichtungsgegenstände. Die Ökologen betrachten sozusagen das Wirkungsgefüge unserer Umgebung ähnlich, wie es jedes Nervensystem ohnehin automatisch schon tut – nur eben bewusst und systematischer. Der Mensch gehört dabei mit zum Wohnungsinventar und hat erst einmal keine besondere Stellung – es sei denn durch eine bestimmte Wirkung auf den Naturhaushalt wird eine besondere Betrachtung sinnvoll und gerechtfertigt.

Die »Wohnung«, welche die Ökologie betrachtet, ist je nach Interesse ein Pausenbrot mit Schimmelpilz oder ein Vogelnest, ein Felsgebilde, ein Haus, ein See, eine Stadt, eine Landschaft, die Erde, das Sonnensystem.

So wie manche Omi, Mutti und Papi zum Haushalt gehören und nach längerer Zeit schlecht vom Inventar zu trennen sind, so ist das auch im größeren Maßstab. Menschen, Tiere, Pflanzen, Pilze, Algen, Bakterien und Viren gehören genauso zum Haushalt unserer Erde wie Luft, Wasser und Boden. Sie von ihrer Umgebung getrennt zu betrachten ist nur gelegentlich sinnvoll oder von Nutzen.

Mit der Zeit (ca. 4 Milliarden Jahre!!!!!) haben sich die Lebewesen so gut auf der Erde entwickelt und eingelebt, dass es schwerfällt sie vom unbelebten Inventar zu trennen. Alles ist miteinander verknüpft und nichts steht für sich allein. Alles kommt irgendwo her und geht irgendwo hin. Es gibt gigantische Stoffkreisläufe, in denen biotische und abiotische Vielfalt gleichermaßen Bestandteil sind. So jedenfalls ist das in der ökologischen Vorstellungswelt.

 

Nach heutigem Wissen ist es eine utopische Vorstellung, wenn du dich beispielsweise von der Atmosphäre getrennt denkst oder siehst. Denn wann gehört z.B. das Sauerstoffmolekühl denn zu dir bzw. deiner Körpereinheit und nicht mehr zu deiner Umgebung? Wenn es deine Nase passiert? Oder eher wenn es in deiner Lunge ist? Oder am Ende vielleicht erst dann, wenn es in dein Blut diffundiert? Oder doch erst, wenn es eine chemische Verbindung mit Atomen oder Molekülen deiner Körperzellen eingeht, die ihrerseits auch zeitlich gesehen mehr mit deiner Umwelt zu tun haben, als mit dir. Unsere Körpereinheit ist in ständigem Austausch mit unserer Umwelt. Die Verweilzeit der Atome aus denen du bestehst beträgt Minuten bis maximal 120 Jahre. Dann sind sie wieder Umwelt und die gibt es schon unvorstellbar lange. Dein Körper und auch dein Nervensystem ist eine kurze Zusammenkunft einiger kleinerer Wirkeinheiten – ein Hauch von Leben – im riesigen 4 000 000 000 -jährigen Sturm des Lebens. Und selbst während deiner max. 120 Lebensjahre ist in deinem Körper ein ständiges Kommen und Gehen, ein Fliessen von Information, Energie und Materie notwendig. Sich zu stark von seiner Umgebung getrennt vorzustellen ist nicht besonders realistisch und lässt nur unnötige Einsamkeit entstehen. Im Gegenteil, du bist Bestandteil eines uralten und immer wieder momentneuen »Lebensteiges«, einer sich immer wieder neu bewahrenden Vielfalt des Lebens und der Veränderung.

Du kannst die ganze Haushaltsgeschichte auch einfach mal praktisch sehen: Du hast für die nächsten Lebensjahre ein Haus geschenkt bekommen, dazu etwas Grundstück. Der Traum von jedem Otto-Normalverbraucher. Das Ding ist auch noch riesig groß und zu Lebzeiten an dich vererbt, weder Mietkosten oder Steuern, keine Abwassergebühr, keine Müllentsorgungsgebühren, Strom oder Heizkosten... und dein Haus musst du nicht abschließen, weil Türen nicht zur Grundausstattung der Mietsache gehören.

Auch Ordnung brauchst du nicht zu machen, denn die »Einrichtungsgegenstände« machen sich gegenseitig sauber! Kommt was Altes weg, taucht es meist erneut früher oder später wieder auf. Ein Zauberhaus ist unsere Körpereinheit und unsere Erde, so scheint es und fast ein Paradies!

Natürlich, auch in etwas größeren Wohnungen muss man sich erst einleben. Die Menschheit benötigt noch etwas Zeit für ihren bewussten und liebevollen Blick auf ihre neue, globale Wohnung.

Bei einer so großen, wunderbaren Wohnung kann man sich schon mal etwas einschüchtert fühlen und sich mit einem Benz begnügen oder einem kleinen langweiligen Schloss, dass man auch noch putzen lassen muss. Ist das eines ganzheitlich-freien Menschen würdig?

Wir Menschen sind tatsächlich erst seit kurzem als bewusste Genießer eingezogen und bei weitem sind noch nicht alle hier im Moment gelandet. Es gilt die Einrichtung zu erkunden und zu testen und sich einen Überblick zu verschaffen, was alles zum »Anwesen« gehört und vor allem wie alles funktioniert! Anwesend sind Gärten, und Badestrände, Vorratskammern und Liegewiesen und Waldlichtungen im Tanzhallenstil mit romantischer Nachtbeleuchtung am Himmelszelt. Immer wieder hat die Megawohnung alles was das Herz begehrt und noch viel mehr. Nicht nur dass die Erkundung der neuen Wohnung Spaß macht, nein, die Erkundung ist auch praktisch, denn wenn du weißt, was alles in deinem Megawohnzimmer vorhanden ist, kannst du dir viel Arbeit und Stress sparen.

Denn nur ein Arbeitstier würde Gesundheit, Lebenszeit und seine Wohnung opfern, um Dinge herzustellen die bereits in seiner Wohnung vorhanden sind oder überall herumliegen.

Das bei der ganzen Rackerei auch noch die Kinder und die eigene Gesundheit und obendrein auch noch das Anwesen selbst ruiniert und vernachlässigt werden, ist zusätzlich eine unangenehme Erscheinung. Solch seltsames Verhalten kann nur eine Ursache haben: Unwissen über die eigenen »Wände«!

Es gilt also die Vielfalt deiner Wohnung zu erkunden, um dich selbst und deine Kinderchen vor Dummheiten zu schützen, die euch vom größten, ganzheitlich-freien Lebensgenuss abhalten könnten. Schließlich sind max. 120 Lebensjahre keine Ewigkeit. Aber du bist ja auf dem besten Wege, die Vielfalt deiner Wohnung kennen zu lernen. Jetzt wird dir vielleicht ein Sinn der klassischen Erlebniswanderungen noch deutlicher.

Die Wohnung kannst du prima überschauen, wenn du Ökologie-Bücher durchblätterst. Dies sind sozusagen Benutzerhandbücher mit Inventarverzeichnis. Dort findest du was, wie, wann und wo alles so passiert in deiner neuen Wohnung. Ja, denn ein reiches Unterhaltungsprogramm gegen lange Weile ist auch noch dabei, bei all dem Luxus dieser Wohnung. Vom Wetter und Naturerscheinungen bis zur Megaversammlung verschiedener wunderbarer Arten... wird alles geboten. Das Wissen bleibt wertvoll!

 

Menschenwelt, Erlebnis- und Erkundungswelt Arbeit & Beruf: Diese Erlebniswelt kannst du in deinem Arbeitsamt (Infoabteilung) relativ gut folgerichtig-rational denkend überfliegen. Du musst ja da niemandem erzählen, dass du gerade noch in einer Ausbildung steckst, die es noch gar nicht gibt?! Es gibt auch unzählige Bücher in Bibliotheken oder im Netz, die einzelne Handwerkskünste, Tätigkeiten und Berufe gliedern und beschreiben. Bis hinunter ins Detail kannst du dir Bauanleitungen, Übungsbeispiele, Baupläne, Praxisfibeln und Anleitungen durch deinen Schädel fließen lassen.

Am effektivsten erlebst du das heutige Arbeitsleben im Zuge der ganzheitlichen Ausbildungswanderung (siehe drittes Buch). Aber auch Betriebs- und Arbeitstättenbesuche bei Bekannten und Freunden sind ein prächtiger Anfang. Die freuen sich meist über eine Abwechslung im Alltagsleben und du kannst dich auch mal praktisch versuchen. Tage der offenen Tür an öffentlichen Einrichtungen nutzen! Bewusster Besuch von öffentlichen Arbeitsplätzen vor allem im Servicebereich. Das heißt du schaust dir ganz bewusst mal bis ins Detail an wie die Arbeit von einer Verkäuferin, einer Postangestellten, eines Professors, Ausbilders, einer Reisebürodame, eines Busfahrers, Gärtners, einer Museumsdame, eines Maurers usw. aussieht. Ehrliches Interesse, eine Prise von der Demut, ein nettes Lächeln und eine Kelle Lausbubenmut mit Schabernack gespickt, Neugier und Frechheit gut abgeschmeckt, öffnen dir auch Türen mit der Aufschrift: Nur für Betriebsmitarbeiter!

Wirklich lehrreich im Sinne der Ausbildung sind klassische Erlebnisse, bei denen du die Berufe oder das Handwerk ausführst.

Hier heißt es, selbst ist der Mann oder die Frau und probiert was das Zeug hält. Sobald jemand aus deinem Bekanntenkreis etwas zu tun hat – vom Saubermachen, Computer einrichten, Kuchenbacken, Holzhacken, über Zaunstreichen, Zimmerrenovieren bis zum Häuslebaue – du bist der, der sich freiwillig meldet.

 

Menschenwelt, Erlebnis- und Erkundungswelt Musik, Kunst, Literatur, Sport und Spiel: Diese Erlebniswelt ist ebenfalls im Internet, Büchern, Katalogen, und Kaufhäusern bestens inventarisiert. Einen Überblick kannst du dir in Bibliotheken, Galerien, Museen und Musikläden verschaffen. Ob bildende oder darstellende Künste, ob Literatur oder Körperkultur, auch hier kommen die folgerichtig-rationalen Wissensspeicher an ihre Grenzen – die situative Vielfalt dieser Erlebniswelten lässt sich kaum in Büchern und Erläuterungswerken darstellen. Doch für einen Überblick sind die verschiedenen Wissensspeicher sehr wertvoll.

Eine der schokoladigsten Seiten der Ausbildungswanderung durch die Vielfalt ist diese Erlebnis- und Erkundungswelt. Konzert-, Theater- und Kunstausstellungs-, Museen- und Kinobesuche, vom Halmaturnier und der traditionellen Kunsttanzveranstaltung bis zum Schneespielspass mit Pfannkuchenwettessen am Abend, ist alles möglich. Auch diese Erlebniswelt erschließt sich deinem Gehirn, wie jede andere auch, erst über das Mittun.

Für die erfolgreiche Ausbildung sei dir eine künstlerische Tätigkeit sogar ausdrücklich empfohlen. Hier findest du nicht nur eine neue Erfahrungswelt, die sich Worten weitgehend entziehen kann und doch vielfältig, nuancenreich und dennoch konkret ist. Künstlerische und sportliche Betätigung bietet auch gute Möglichkeiten dein Nervensystem während der Ausbildung zu leeren und die Aussöhnung zu unterstützen. Stimmungen, Gedanken und Erlebnisse die sich mit Worten nicht ausdrücken lassen, kannst du durch Kunst und Körperkultur besser aussöhnen und mitteilen. Du findest neue effektive und lebenswerte Kommunikationsmöglichkeiten, ohne viel Worte oder RW-Gedanken verwenden zu müssen.

In dieser Erlebnis- und Erkundungswelt Kunst, Literatur, Sport und Spiel findest du später auch effektive Möglichkeiten, eigenen geistigen und körperlichen Problemzonen während der Ausbildung auf die Schliche zu kommen. In dieser Erlebniswelt wird der Weg sehr leicht zum Ziel.

 

Menschenwelt, Erlebnis- und Erkundungswelt Gesellschaft:

Du kannst deine Nase in Geschichtswissensspeicher stecken. Du kannst die Werke der Soziologie- und Politikwissenschaften überfliegen und dir einen ersten theoretischen Eindruck von westlichen, europäischen, östlichen, indischen, indianischen, australischen, afrikanischen... Kulturen bzw. Gesellschaften machen oder dir die verschiedenen Gesellschaftssysteme der Vergangenheit und Gegenwart erschließen.

Es gilt das nahe Vereinsleben zu beobachten oder eine Bürger- und Parteiversammlung zu besuchen, Demonstrationen, Massenveranstaltungen und Kundgebungen zu erleben. Du kannst dich auf überaus spannende Gesellschaftswanderungen begeben. So kannst du dich in verschiedene kleine Freundes- und Gesellschaftskreise einleben und Köstliches bis Erstaunliches erleben.

Es gilt historische Stadtkerne und historische Landschaften zu erkunden und Details mit den Menschen und Gesellschaften der Region und ihrer Lebensweise in Verbindung zu bringen. Hier dürfte es dir nicht langweilig werden.

 

Menschenwelt, Erlebnis- und Erkundungswelt Glauben:

Auch diese Erlebniswelt lässt sich mit Hilfe von Wissensspeicher fürs Erste recht gut überfliegen. Auch diese Welt ist gigantisch vielfältig. Theologische bzw. religionswissenschaftliche Werke bieten hier einen ersten Überblick. Vom Gottbegriff, Viel- und Eingottglaube, den Weltreligionen, Sekten, den Propheten und überlieferten Schriften kannst du dir einen ersten Eindruck verschaffen. Werke und Schriften und die Vorstellungswelten der Mystiker und Philosophen warten auf dich, um während der Ausbildung neu entdeckt zu werden.

Besuche von verschiedenen religiösen Stätten und die Beteiligung an Zusammenkünften von Religionsgemeinschaften, Gespräche mit Geistlichen wie Pfarrern, Nonnen, Brüdern, aber auch mit anderen Privatpersonen warten auf dich. Diese Erlebniswelt wird dir manche Überraschung bringen. Eine Literaturwanderung durch die heiligen Schriften der Weltreligionen kann deine Ausbildung aufs köstlichste voranbringen, in dem du vielleicht verblüffende Parallelen zu deiner Ausbildung entdeckst und die Denkweisen deiner Mitmenschen und dir selbst auf einen erstaunlich gemeinsamen Nenner bringen kannst.

 

Menschenwelt, Private Erlebnis- und Erkundungswelt:

Hier geht es ganz konkret um die individuellen Gedankenwelten, Seelen- und Innergärten einzelner Mitmenschen oder kleinerer Gruppen und ihrer privaten Beziehungen untereinander und auch um die Vielfalt der privaten Situationen.

Diese Erlebniswelt ist so vielfältig wie die Milliarden von Menschen selber. Hier kann man sich ebenfalls verlaufen und es gibt tiefe Abgründe und Widersprüche zu entdecken und fast Unglaubliches freizulegen, was in den Nervensystemen deiner Mitmenschen und dir selbst schlummert. Du kannst dich ständig überraschen lassen, eine private Erlebniswelt nach der anderen entdecken und erleben und mit deiner eigenen vergleichen. Hier gibt es kaum nützliche Übersichtswerke, zu schnelllebig sind die Vorstellungen und das Wesentliche ist kaum sinnvoll in Worten fassbar zu machen.

Besonders bei sehr lebendigen oder liebevollen Menschen wirst du ohne dein EW und deine große Metawerkzeugumschaltarbeit kaum auskommen. Denn Worte und dein RW sind manchmal zu unbeholfen, um das Wesentliche zu erfassen. Vor allem gilt es hier mitten im Beziehungsleben zu entdecken.

Klassische Erlebniswanderungen in dieser Erlebniswelt sind meist automatisch recht ganzheitlich und momentnah und können sehr anspruchsvoll sein. Es gilt nicht nur zuzuhören und zu beobachten was das andere Nervensystem über sich selber erzählt, meist wirst du dabei auch mit dir selbst und deiner unmittelbaren Ausbildung konfrontiert.

 

Kendy John Kretzschmar - Bewusst(w)anderer Mensch Handbuch_Abbildung 12: Systematikbeispiel 2

 

Abbildung 12: Systematikbeispiel 2; Deine individuelle bzw. private Erlebniswelt kannst du dir mit all den Erlebniswelten, die du folgerichtig-rational Unterscheiden kannst, zusammengehörig vorstellen.

Du kannst und solltest deine eigene Systematik der Vielfalt bzw. der Erlebnis- und Erkundungswelten für dich (weiter)entwickeln. Hier soll dir nicht der ganze Erkundungsspaß genommen werden. Viele Erlebnis- und Erkundungswelten sind nicht nur rational-folgerichtig, sondern auch emotional-assoziativ abgrenzbar (z.B. die Erlebniswelt der Zeit, die Erlebniswelt Partnerschaft, Kind und Familie oder die Erlebniswelt der Liebe...)!

 

 

Jeder Versuch einer Systematik der Vielfalt bzw. einer Systematik der eignen Erlebnis- Erkundungs- und Vorstellungswelten ist sehr lehrreich!

 

 

Das Systematikbeispiel 3 zeigt einen weiteren, möglichen Ansatz deine Erlebnis- und Vorstellungsweltenwelten bzw. die Vielfalt rational-folgerichtig zu systematisieren, zu ordnen und so überschaubarer zu machen.

 

Kendy John Kretzschmar - Bewusst(w)anderer Mensch Handbuch_Abbildung 13: Systematikbeispiel 3

 

Abbildung 13: Systematikbeispiel 3 zeigt dir den »Fußabdruck eines ganzheitlich-freien Bewusstseins«. Die Verhältnisse der dargestellten Flächen zueinander sind subjektiv abgeschätzt, eher symbolisch.

Jede der drei bewussten Erlebniswelten grenzt an die »unbewusste und halbbewusste Erlebniswelt bzw. Vielfalt«. Die Größenverhältnisse der Erlebnis- und Vorstellungswelten zueinander sind natürlich individuell von Mensch zu Mensch verschieden. Jedoch »fasst« eine im Alltag ausgebildete ganzheitlich-freie Erlebnis- und Vorstellungswelt deutlich mehr Vielfalt bewusst, als eine im Alltag ausgebildete emotional-assoziative Erlebnis- und Vorstellungswelt und diese wiederum mehr Vielfalt, als die rational-folgerichtige Erlebnis- und Vorstellungswelt. Letztere besteht »lediglich« aus »bewussten, rational-folgerichtigen Gedankengängen«.

Beachte abweichend von der Darstellung, dass die bewusste rational-folgerichtige Erlebnis- und Vorstellungswelt im Alltag ein Bestandteil der bewussten emotional-assoziativen Erlebnis- und Vorstellungswelt ist bzw. sein kann. Wenn du (dir) die Vielfalt emotional-assoziativ erlebst, vorstellst und fasst, können also durchaus deine rational-folgerichtige Gedanken deine emotional-assoziativen Gedanken »unterstützen, begleiten, durchblitzen und durchwirken«. Die bewusste emotional-assoziative Erlebnis- und Vorstellungswelt wiederum ist Bestandteil der bewussten ganzheitlich-freien Erlebnis- und Vorstellungswelt. Rational-folgerichtige Gedanken und emotional-assoziative Gedanken sind also Bestandteil ganzheitlich-freier Gedanken. Bei positiver bzw. liebevoller Aussöhnung und Rückkopplung (siehe drittes Buch) im Alltag entsteht zunehmend das Bewusstsein für das eigene ganzheitlich-freie Denken im Alltagsmoment. Gleichzeitig entlässt du mit jeder bewussten Rückkoppel-Aussöhnaktion deine rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Gedanken ins Unterbewusste positiv bzw. liebevoll. Im Zuge der Ausbildung bzw. nach einigen Jahren der zunehmend bewussteren Rückkopplung- und Aussöhnung lässt sich die unbewusste- und halbbewusste Erlebniswelt mit einem »tiefen Urvertrauen in die Vielfalt und Veränderung des Leben« ersetzen, erfüllen und als natürlich, lichtvoll, positiv, liebevoll, grundfest bzw. zuverlässig »empfinden«.

Damit ist durch die Erlernung der bewussten Rückkopplung und Aussöhnung grundsätzlich jedem Menschen in der Vielfalt des Lebens die Möglichkeit gegeben, das eigene tiefe unbewusste und bewusste Urvertrauen ins Leben selbstständig, eigenverantwortlich und bewusst zu erschliessen, zu entdecken und zu mehren. Damit ist der »Bewusst(w)anderer Mensch« als einzige Art unter den irdischen Lebewesen in der Lage, sein Urvertrauen und sein »tiefes, liebevolles Zuhausegefühl«, sein »existenzielles, positives Selbstwertgefühl mit und in mitten der Vielfalt« bewusst selbständig und alltagsbefriedigend zu erzeugen, zu entwickeln oder auch zu heilen, sofern es durch die Eltern und Mitmenschen bzw. durch unbewusst negativ erlebte Erfahrungen in der Kindheit und Jugend unbefriedigend »fort- bzw. eingepflanzt« bzw. gestört wurde. Es sollte ein Grundrecht jedes Menschen sein, diese einzigartige Selbständigkeit bewusst üben und anwenden zu können. Jede menschliche Gesellschaft und Gemeinschaft sollte die Vermittlung dieser Fähigkeit als ein grundlegendes Bildungs- und Erziehungsziel (an)erkennen und fördern.