DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 193 - 196 Der kleine bewusste Wanderzyklus

 

Der kleine bewusste Weiterwanderzyklus

 

Suchen: mit Bekanntem in der Vielfalt spielen und dabei Neues finden;

Erleben: begreifen/ beriechen/ besehen/ schmecken/ hören und dabei spielen, verändern, variieren, Grenzen entdecken;

Aussöhnen: Erlebnisse mit der Vielfalt durch den Aussöhnschlaf, durch die Aussöhnmeditation oder die Aussöhnhandlung aussöhnen (siehe auch Schule der Aussöhnung weiter oben) bzw. bewusst nach und im Erlebnis Beziehungen und Verbindungen zu bereits bekannter Vielfalt herstellen.

 

 

Abbildung 8: Der kleine bewusste Weiterwanderzyklus

Hältst du dich an den kleinen bewussten Weiterwanderzyklus, kannst du dein Nervensystem bei seiner Entdeckungsreise durch die Vielfalt bewusst unterstützen und die Ausbildung effektiver gestalten. Die Ausbildungspraxis zeigt, dass schon der Versuch bewusster zu erleben die Ausbildungszeit erheblich verkürzt.

Millionen von solchen kleinen bewussten Weiterwanderzyklen hat dein Nervensystem seit deiner Kindheit, also in der Phase deiner unbewussten bzw. halbbewussten Wahrnehmungs-, Denk- bzw. Lebensweise im Alltagsmoment durchlaufen.

Du warst Neugierig, hast gesucht und erlebt und bist immer wieder weiter zu neuen Erlebnissen gewandert. Nun gilt es diesen Zyklus bewusst im Alltagsleben anzuwenden und zwar so oft du kannst und willst.

Damit kann dein Nervensystem seine Entwicklung selbst unterstützen. Das ist ein entscheidender Schritt in die Selbständigkeit! Es ist eine neue Stufe des Bewusstseins mit der Vielfalt deiner Umgebung und deiner emotional-assoziativen bzw. rational-folgerichtigen Gedankenwelt umzugehen. Du kannst also selbst besser bestimmen, welche Erlebnisse deine Vorstellungswelt und dein Unterbewusstsein formen und gestalten sollen. Die Wahl deiner Umgebungssituationen und vor allem die Art und Weise deiner bewussteren meditativen Aussöhntaten werden die Grundlage für diese bewusstere und eigenverantwortlichere Nervensystemgestaltung sein.

Mit dieser neuen Gestaltungsfreiheit gilt es bewusst umzugehen, denn du kannst nun nicht nur selbständig und eigenverantwortlich beeinflussen was du von deiner Umgebung »kopierst«, sondern auch wie. Du kannst bestimmen, ob diese »Kopie« lichtvoll und kunstvoll wird, deine tiefe, vielfältige und klare folgerichtig-rationale und liebevolle emotional-assoziative Verbundenheit mit deiner Umgebung begründet... oder sich eben weniger positiv bzw. moment- und lebensverbunden darstellt. Da sich emotional-assoziative Gedanken negativ oder positiv »anfühlen«, ist dieses bewusste Gestaltung deines Nervensystems ausschlaggebend für dein zukünftiges »Lebensgefühl« bzw. deine Grundstimmung und Lebenseinstellung.

Aber das ist noch nicht alles! Du hast nun die Möglichkeit die Prägungen deines »Elternhauses« bzw. deiner Kindheit bewusst umzugestalten. Nicht vollständig, aber tiefgreifend genug, dass du dir selbst negative, belastende Angewohnheiten und Lebenseinstellungen in Positive verwandeln kannst.

Du kannst nun also dein Leben viel mehr selbst in die Hand nehmen und bist weniger an deine Vergangenheit gebunden, weniger an deinen Kindheitsstart, weniger an dein Schicksal. Wie die Epigenetik auf zellulärer Ebene gezeigt hat, so sind die Wahl der Umgebungswirklichkeit und die Wahl der eigenen inneren Vorstellungs- und Erlebniswelt für die Zukunft bzw. »das Schicksal« unserer Körpereinheit nicht unbedeutsam oder ohne Auswirkungen. Du bist als Mensch in der glücklichen Lage deine Umgebungswirklichkeit und deine innere Vorstellungs- und Erlebniswelt selbst zu gestalten, zu beeinflussen, auszuwählen und sogar zu erschaffen! Du bist in der Lage von Moment zu Moment deine Zukunft bzw. dein Schicksal zum Besseren zu gestalten!

Achte auf deine Vielfalt!

Achte auf deine äußere Vielfalt!

Achte auf deine innere Vielfalt!

Achte auf deine Vielfalt beim passiven Denken und Erleben!

Achte auf deine Vielfalt beim aktiven Denken und Erleben!

 

Das heißt für die Gestaltung deiner Vorstellungs- und Erlebniswelt also auch: Wanderst du bewusst mit und in lebens- und momentnaher, ursprünglicher, lichtvoller, sonnenhaften Vielfalt, dann wird deine Vorstellungswelt und schließlich auch dein Charakter, deine Persönlichkeit und dein Leben später eher lebens- und momentnah, strahlend und ursprünglich sein. Du solltest nun also auch auf deinen Erlebniswanderungen durch die Vielfalt deine Umgebungswirklichkeit bzw. deine Umgebungssituationen bewusster wählen.

Für die Ausbildung der ganzheitlich-freien Denkfähigkeit ist es besser mit und in naturnahen, ursprünglichen, lebendigen Umgebungssystemen, Situationen und Landschaften zu wandern und zu entdecken, als irgendwo anders.

 

Das heißt für die Gestaltung deiner Vorstellungs- und Erlebniswelt auch: Wanderst du bewusst mit positiven Gedankeninhalten, dann wird deine Vorstellungs- und Erlebniswelt und schließlich auch dein Charakter und dein Leben später eher positiv sein. Du solltest dich also eher bei deinen Erlebnissen und kreativen Meditationen an positiven folgerichtig-rationale und emotional-assoziativen Gedanken halten.

Für die Ausbildung der ganzheitlich-freien Denkfähigkeit ist es besser an einem sonnigen, warmen, vertrauten, liebesdurchfluteten Innerlandstrand zu wandern, als irgendwo anders.

 

Das nun in dir selbst existenziell begründbare Bestreben, die Lebendigkeit, Ursprünglichkeit und die natürliche Vielfalt von Mensch, Natur und Landschaft zu schützen, solltest du nun in deinem zweiten und dritten Ausbildungsabschnitt durchdringen, erfassen und erleben! Anders wirst du das ganzheitlich-freie Denken nicht ausbilden können.

Der liebevolle Schutz deiner ursprünglichen, lebendigen Körpereinheit (deines freien und kreativen Bewusstseins, deiner lebendigen, vielfältigen Vorstellungs- und Erlebniswelt, deines Körpers) und der liebevolle Schutz deiner ursprünglichen, lebendigen Umgebungssysteme (deiner Heimat, Natur und Landschaft, deiner Lebensgemeinschaften im Alltag, deiner Umgebungssituationen) sind also nun endlich gleichberechtigt und dieser gleichberechtigte Schutz der inneren und äußeren Vielfalt des Lebens wird auf dieser Stufe des Selbstbewusstseins ein existenzieller Selbstschutz und damit selbstverständlich sein.

Unser Leben kannst und solltest du ab jetzt als eine Gesamtheit aus Innenwelt und Umwelt folgerichtig-rational und emotional-assoziativ verstehen bzw. empfinden!

Der kleine bewusste Weiterwanderzyklus gilt für kleine oder kurze Erlebnisse bzw. Sinneseindrücke ebenso wie für längere Erlebnisse bzw. umfangreiche Sinneseindrücke. Bleib’ verspielt bei der bewussten Anwendung vom oben genannten kleinen bewussten Weiterwanderzyklus. Die Wahl der Erlebnisdimension gibt dir genügend Spielraum stressige Ausbildungssituationen zu vermeiden. Du legst also die Wirkeinheiten selbst fest, mit denen du dich verbinden willst, die du kennen lernen und verspielt erleben willst, die du auf deine Körpereinheit und dein Nervensystem einwirken lassen willst oder mit welchen Verbindungen und Wirkungsbeziehungen du spielen willst. So kannst du deine Zahnbürste oder eine Quietschente bewusst untersuchen und erleben, über ihre Beziehungen zu anderen Menschen oder Wirkeinheiten nachdenken - kleine Erlebnisse also. Oder du kannst eine Reise bewusst erleben oder eine Landschaft oder eine Freundschaft oder den Berufsalltag über die Jahre erleben und auf dich wirken lassen. Es gilt verschiedenen Dimensionen der Vielfalt zu Erleben, sich verspielt hinein oder heraus zu zoomen, dem Detail zu frönen und sich ein andermal ebenso liebevoll und verspielt dem Gesamteindruck bzw. der Gesamtwirkung einer Umgebungssituation zu widmen.

Hinweis für sesshafte Gemüter: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, durch Mitleid, durch Schmerzer- oder Leiderfahrungen oder in weiser Voraussicht, um den Lebensgenuss von sich oder anderen zu erhalten. Nervensysteme verlernen meist die Neugier, wenn sie keinem neuen Umfeld ausgesetzt werden. Es gibt dann wenige neue Umweltreize mehr und der Ausbildungsweg durch die Vielfalt wird unterbrochen. Dein Gehirn kann sesshaft werden und bequem, selbstgefällig und die Vielfalt deiner Vorstellungs- und Erlebniswelt verliert an Lebendigkeit.

Einmal sesshaft ist das Gehirn meist bequem und schlau genug, sich die nähere Umwelt so statisch wie möglich zu organisieren und seinen Wanderdrang mit kleinen geregelten Veränderungen zu besänftigen (TV, Autofahrten). Auf eine Dauer von mehr als 5 Jahren kann das für deine Ausbildung zum ganzheitlich-freien Denken gefährlich werden, vor allem in unserer »flotten, bequemen und verführerischen Zeit der Unterhaltungsmedien«. Pflegst du das bewusste Suchen, aktive Erleben und kreative Aussöhnen nicht bewusst im Alltag können neue Reize aus deiner Umgebung immer seltener auf dein Nervensystem wirken und es kann sogar passieren, dass du dich bald »aktiv« vor »unangenehmen Neuigkeiten« abschirmst. Später kann es dazu kommt, dass dein Nervensystem Neuigkeiten, die nicht in den bisherigen »Kram« und in die bisherige Vorstellungs- und Erlebniswelt passen ignoriert oder negativ bzw. ausgrenzend aussöhnt. Du verstehst dann nicht mehr deine Umgebungseindrücke, die Neuigkeiten bzw. deine unmittelbaren Erlebnisse grundsätzlich als positiv erlebte Bestandteile deines eigenen Lebens. Es kann dann immer schwerer fallen Verbindungen zu anderen aufzubauen und dein Freundeskreis, Berufsfeld, Hobby, Ernährungs- und Sexualverhalten kann wie deine Vorstellungs- und Erlebniswelt – relativ statisch oder unveränderlich werden.

Dein Metawerkzeug rostet ein. Doch die Umgebung veränderst sich ständig – denn alles fließt. Und wer vergisst, nicht stetig und gemütlich mitzuwandern, muss sich überraschen lassen. Hoffentlich eine nette Überraschung!

Besitzt du gerade solch ein sesshaftes Nervensystem, welches schon seit geraumer Zeit zwischen Arbeitsplatz, Kneipe und Fußballabendsendung mit Bierchen wandert und willst dennoch die Metawerkzeugarbeit und letztlich das ganzheitlich-freie Denken genießen lernen: Muss der Wille ran – denn du bist im gewissen Sinne situationsdrogenabhängig geworden! Deine Situationsdroge (Arbeit, TV, Fußball, Bierchen) ist deine sich ständig wiederholende Alltagswirklichkeit.

Nach den ersten steifen inneren und äußeren Schritten aus diesen Alltagsituationen beginnt sich auch bei dir die Neugier wieder von allein zu regen und greift dir unter die Arme. Lass deine Sinnesorgane und Körpereinheit ruhig an die Details des Lebens heran und dein »Entdeckergeist« wird wieder verspielt wie ein junges Waldwiesel.

Und du wirst wie damals ein Lausbube mit Käsestulle, Schnippsperlen, Gameboy und Handy in der Tasche und in der Brust die wilden emotional-assoziativen Gedanken, die dir die Veränderungen fast von selbst hineinpflanzen.

 

Manchmal heißt Neues bewusster zu erleben auch nur ganz still zu sitzen und nur zu träumen und mit deinen Gedanken und Innenbildern zu spielen, vielleicht weil das für dein Gehirn auch ein neues Erlebnis ist. Du kannst dich auch in Alltagssituationen einfach fragen was denn neu an dem momentanen Erlebnis sein könnte und was sich für Parallelen zu anderen Erlebnissen finden lassen. Das musst du nicht übertreiben – bleib geschmeidig und sobald es einseitig wird oder zu analytisch, hörst du auf mit deiner Such-, Erlebnis- und Aussöhnarbeit.

Auch von Erlebnis zu Erlebnis zu hüpfen will (wieder) gelernt sein, ohne dass lange Weile aufkommt und Oberflächlichkeit. Hier gilt besonders – Wanderregel Nummer 6: Die Rast gehört zum Wandern. Auch die bittersüßen und treuen Freunde des Wanderers: »Abschied und Neuanfang bzw. Kommen und Gehen« gilt es hier kennen und genießen zu lernen. Wenn du den Erlebnismoment nicht geniessen kannst, dann wird dir der zweite Ausbildungsabschnitt sehr lang werden und womöglich dann ein unbewussteres Ende finden. Auch das positive Verarbeiten bzw. Erlebnisaussöhnen ist am Anfang leichter gesagt als getan.

Wenn du geizig bist, werden dir das Aussöhnen, das Zurücklassen und das Weiterwandern schwerer fallen. Der Reichtum der bewussten Vielfalt positiver Erlebnisse sammelt sich über die Bewusstwanderjahre in einem tieferen und breiteren Urvertrauen. Es füllt die dunklen Gruben der Einsamkeit aus und lässt darauf das Lebensglück wachsen.