DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 157 - 160 Einführung in die Schule der Aussöhung

Einführung in die Schule der Aussöhnung

Auf dem Weg zum ganzheitlich-freien Denken ist es unumgänglich ein Meister der Aussöhnung eigener Gedanken und Gefühle zu werden. Dieses Kapitel ist ein sehr wichtiges Kapitel im gesamten Werk und gemeinsam mit »der Schule der Rückkopplung« und der »Bewusstwanderzyklus« (im Buchteil 3) das Herzstück der Ausbildung. du solltest dich nun intensiv mit den hier genannten Aspekten der Aussöhnung beschäftigen. Das bewusste Aussöhnen musst du lernen. Aussöhnen heißt immer bewusst etwas Tun:

- bewusst AUSSCHLAFEN oder / und

- bewusst AUSMEDITIEREN oder / und

- bewusst (mit Hilfe deiner Körpereinheit) AUSHANDEL

 

AUSSÖHNEN ist dem bekannten VERARBEITEN durchaus gleichzusetzen. Vielleicht trifft der hier gebrauchte Begriff AUSSÖHNEN die bewusste, liebevolle, selbstständige Beschäftigung mit eignen, momentanen folgerichtig-rationalen Gedanken(gängen), emotional-assoziativen & ganzheitlich-freien Gedanken ein wenig besser.

 

Allgemein bedeutet ausgesöhnt sein letztlich, dass du besonders aktive neuronale Wirkeinheiten bewusst deaktivierst bzw. sie mit anderen neuronalen Wirkeinheiten für dich bewusst positiv in Verbindung bringst, oder sie bewusst mit Hilfe deiner Umgebung deaktivieren lässt. (Besonders aktiviert ist eine neuronale Wirkeinheit, wenn sich Aktionspotentiale (Spitzenpotentiale) an oder in der Umgebung von Nervenzellen bzw. neuronalen Wirkeinheiten messen lassen.)

Ganz konkret bedeutet das Aussöhnen für jeden Menschen natürlich eine Auseinandersetzung mit den individuellen Gedanken- und Sinninhalten der eigenen, unmittelbaren, rational-folgerichtigen Gedankengänge und emotional-assoziativen Gedanken (bewussten Emotionen) bzw. der aktiven neuronalen Wirkeinheiten.

Du wirst in der Alltagspraxis immer einen mehr oder weniger sinnvollen und lebensrelevanten folgerichtig-rationalen Gedanken(gang) oder einen unmittelbar bedeutsamen emotional-assoziativen Gedanken aussöhnen. Es geht also in der Schule der Aussöhnung um die geistige Verdauung von folgerichtig-rationalen Gedanken und emotional-assoziativen Gedanken.

Wie verdaust und befriedest du während der Ausbildung und danach am effektivsten und möglichst nachhaltig deine Erlebnisse bzw. die einmaligen oder immer wiederkehrenden folgerichtig-rationalen und emotional-assoziativen Gedanken? Wie söhnst du bewusst emotional-assoziative Gedanken und Stimmungen wie Sehnsucht, Hunger, Durst, Wut, Angst, Neugier, Langweile, Müdigkeit, Trauer, Freude usw. aus? Darüber hinaus geht es auch darum, wie du dein Nervensystem vor Überlastungen schützten kannst.

Die Schule der Aussöhnung ist enorm wichtig für eine selbstständige und erfolgreiche Ausbildung des ganzheitlich-freien Denkens. Viel ist erreicht, wenn du die Neugier und Freude an der Vielfalt und deinen unmittelbar entstehenden folgerichtig-rationalen Gedanken und emotional-assoziativen Gedanken in dir verspürst und du deine Aufmerksamkeit stärker auf ihre »Schönheit« im Alltagsmoment richtest. Ohne die einfache, ehrliche Freude an der bewussten, liebevollen Aussöhnung deiner momentanen folgerichtig-rationalen Gedanken und emotional-assoziativen Gedanken, wirst du die Ausbildungswanderung nicht befriedigend und erfolgreich absolvieren.

Die bewusste Aussöhnung kommt einer bewussten Abschiedsfeier gleich. Einer Abschiedsfeier von dem jeweiligen momentanen folgerichtig-rationalen Gedanken oder dem emotional-assoziativen Gedanken. Dir wird die Aussöhnung im Moment umso leichter fallen, je häufiger du diese bewusste Aussöhnung versuchst. Bald hast du kein Problem mehr bei diesen momentanen Abschiedsfeiern, denn du erfährst, dass alle bewussten rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Gedanken immer wieder im Lebensmoment entstehen können. Außerdem entlässt du bei diesen Abschiedsfeiern deine bewussten rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Gedanken angemessen und liebevoll in dein Unterbewusstsein und gleichsam liebevoll in den Lebensmoment und seine Vielfalt bzw. in dein Leben.

Je liebevoller du deine Aussöhnarbeit verrichtest, umso liebevoller und ausgeglichener und klarer wird dein Unterbewusstsein über die Jahre werden. Die bewusste Aussöhnarbeit wird so deinen weiteren Lebensweg mitbestimmen. Die bewusste Aussöhnarbeit bietet dir die Möglichkeit von Moment zu Moment, von Gedankengang zu Gedankengang, von Emotion zu Emotion... dein »Schicksal« in kleinen aber sicheren Aussöhnschritten mitzubestimmen.

 

Du darfst und solltest die Aussöhnarbeit also geniessen.

 

Durch die Aussöhnarbeit interagierst du ja mit deinem Umgebungssystem. Du schöpfst außerdem mit jeder bewussten Aussöhnaktion ein Vertrauen, ein Vertrauen in den unmittelbaren Lebensmoment, du löst und befreist dich, befriedest dich mit ihm. Aussöhnen heißt nicht verlieren! Im Gegenteil, du versetzt dein Gehirn durch die Aussöhnaktion bewusst in einen sensibleren Zustand zurück, eine »lebendige Stille« einen »blauen Himmel«.

Es entsteht ein klarer, »bereiter« Nervensystem- bzw. Bewusstseinszustand.

Nun kannst du über die Sinne von außen oder deine Vorstellungskraft von innen, wieder neu und lebensmomentnah aktiviert werden bzw. dich selbst aktivieren. Die Aussöhnarbeit lässt dich so immer wieder den bewussten friedlichen Lebensmoment zurückgewinnen.

Für die bewusste Aussöhnung hast du dein RW, dein EW und vor allem dein MW zur Verfügung. Wenn du bewusst, fröhlich und geduldig in diesem Erlebnisraum (der liebevollen Aussöhnung momentaner, zunehmend frei aufkommender rational-folgerichtigen und emotional-assoziativen Gedanken) zu leben beginnst, dann schaffst du deinem Bewusstsein und deinem Leben zunehmend den Raum und die Freiheit, in der auch das ganzheitlich-freie Denken im Alltagsmoment seine Wurzeln hat.

 

Je bewusster du auf deinen klassischen Erlebniswanderungen die Vielfalt deiner Umgebung im Alltagsmoment aufnimmst, umso erlebnisreicher und effektiver wird die Ausbildungswanderung auf dem zweiten Ausbildungsabschnitt für dich werden. Was den Alltagsmoment verschleiert, sollte liebevoll ausgesöhnt werden. Du hast die Möglichkeit deine Erlebnisse bewusst und liebevoll zu verarbeiten bzw. auszusöhnen, zu lernen, durch sie bzw. bei deinen Aussöhnaktionen mit deinen Erlebnissen zu wachsen.

 

Die kleine Schule der Aussöhnung legt dir aus gutem Grund die traditionellen und natürlichen Mittel der Verarbeitung bzw. der Aussöhnung nahe! Aussöhnen ist letztlich immer eine bewusste Tat. Es stehen dir drei einander gleichberechtigte, traditionelle Möglichkeiten zur Verfügung:

der Aussöhnungs-Schlaf in seiner Einfachheit;

die Aussöhnungs-Meditation in all ihrer Vielfalt an folgerichtig-rationale Gedanken und emotional-assoziativen Gedanken;

die Aussöhnungs-Handlung in all ihrer körperlichen Bewegungsvielfalt.

 

Neu für dich ist vielleicht der bewusste, geduldige und zielgerichtete Einsatz dieser drei natürlichen Aussöhnung- bzw. Verarbeitungsmöglichkeiten. Indem du lernst, in diesem Sinne sinnvoll zu schlafen, sinnvoll folgerichtig-rational und emotional-assoziativ nachzudenken und sinnvoll zu handeln bzw. deine Körpereinheit einzusetzen, wirst du dich noch besser und ganzheitlich-freier dem Lebensmoment bzw. deiner nächsten Erlebniswanderungen widmen können.

Beherrschst du das kleine Einmaleins der Aussöhnung, kannst du mit den großen und kleinen Erlebnissen, Problemen und Konflikten, folgerichtig-rationalen Gedanken(gängen) und emotional-assoziativen Gedanken der Vergangenheit und Zukunft weitgehend aufräumen und dich nach und nach mit fixierenden rational-folgerichtigen Gedanken und emotional-assoziativen Gedanken der Sorge, dem schlechten Gewissen, der Schuld, der Angst und dem Zweifel aussöhnen. Du wirst über die bewusste Aussöhnarbeit immer sicherer werden, dich besser kennenlernen. Dein Denken wird nach einigen Jahren kräftiger, zweifelsfreier, wirkungsvoller.

Du wirst so den Lebensmoment mit deinem nun freieren Nervensystem neu für dich entdecken, denn du bist dann geübt im bewussten Aussöhnen. Die bewussten Einsätze deiner drei geistigen Werkzeuge werden dich über die Jahre zu einem Meister der eigenen bewussten Aussöhnung machen. Du kannst dich also schon bald, mit etwas Aussöhnroutine, noch freier und liebevoller dem Moment widmen und noch ungestörter auf Entdeckungsreise im Alltagsmoment gehen.

 

Im Sinne der »klassischen Erlebniswanderung« (siehe unten, zweites Buch) wird dir die Schule der Aussöhnung bei den Durchführungsschritten »Saubermachen« und »Wanderpause« besonders hilfreich sein können.

Im dritten Ausbildungsabschnitt (siehe unten, drittes Buch) wird die »Schule der Rückkopplung« die »Schule der Aussöhnung« ergänzen.

Im Sinne der Ausbildung solltest du rational-folgerichtige Gedankengänge, emotional-assoziative Gedanken, Erlebnisse, Probleme weniger ignorieren, als vielmehr geschmeidig aus-schlafen, überdenken, mit anderen Erfahrungen positiv oder stimmig verbinden oder anderen Erfahrungen gegenüberstellen, verarbeiten, aus-handeln, zum persönlichen Genuss- und Erkenntnisgewinn nutzen, bestenfalls in dein praktisches Handeln einfließen lassen bzw. daraus lernen. Die bewusste Aussöhnarbeit führt zu einem aktiven, bewussten und selbstständigen Weiterwandern, sie ist zusammen mit der Rückkoppelarbeit (siehe drittes Buch) das Herz des Bewusstwanderns.

Vergisst du die bewusste Aussöhnarbeit, vergisst du auf deine rational-folgerichtigen Gedankengänge und emotional-assoziativen Gedanken, Probleme, Erfahrungen und Erkenntnisse zu achten, wird sich wenig in deinem Sinne ändern. Du wirst jeden Tag aufs Neue aufwachen, um immer wieder auf die gleichen verdrießlichen, störenden, nervenden Probleme und Gedankengänge und Emotionen zu stoßen, die du im Schlaf bzw. die dein Schlaf nicht aussöhnen konnte. Deine Erfahrungen sind dann in der Tat fast für die Katz. Es gilt also die Aussöhnung auszuprobieren, umzusetzen, bewusst alltäglich anzuwenden, es gibt also ab jetzt viel zu schlafen, zu meditieren und zu tun.

Ein Leben ohne bewusste Aussöhnung bleibt stehen, macht auf die Dauer verdrießlich und missmutig, genussunfähig, lebensmoment- und wirkungsfern. Obwohl es so einfach und naheliegend ist, weißt du nicht mehr wo und was zu tun ist. Es kann ohne bewusste Aussöhnung auch passieren, dass du in zwei bis vielen Innen- oder Außenwelten zu leben beginnst oder es entstehen immer »überzeugendere Emotionen« des Gefangen-Seins und der Machtlosigkeit... dem Schicksal gegenüber... übertriebenes Selbstmitleid, Depression. Ohne die bewusste Aussöhnung im Alltag, kannst du auch mürrisch, radikal oder gewalttätig oder zu überzeugt werden.

Es muss nicht immer eine große Tat und viel körperliche Arbeit sein, um einen bewussten rational-folgerichtigen Gedankengang oder einen emotional-assoziativen Gedanken auszusöhnen.

Einen kleinen Teil deiner eigenen Vorstellung oder ein kleines Stück deiner alltäglichen Einstellung eigenverantwortlich zu verändern, dass kann auch Schwerstarbeit sein, obwohl vorerst vielleicht niemand etwas von deiner »heldenhaften Tat« bemerkt. Nun das Ganze noch einmal aus einer etwas anderen Perspektive, denn Aussöhnung hat auch einen sozialen Aspekt.

Natürlich und bewusst geistig aussöhnen

Wie bekommst du geistigen Frieden in dein Körpereinheit und dein Nervensystem? Nun, der Stuhlgang schafft einen körperlichen Ausgleich und das geistige Aussöhnen einen geistigen Ausgleich. Es sind gleichsam wichtige und unumgängliche Tagesordnungspunkte.

Viele Menschen sind sich jedoch der Tatsache nicht recht bewusst, dass sie sich überhaupt geistig lösen müssen. Sie tun es hier und da, oft unbewusst und unkontrolliert.

Während der Ausbildungswanderung durch die Vielfalt wirst du in besonderem Maße damit konfrontiert, Dinge auszusöhnen, um freier und beweglicher durch die Vielfalt wandern zu können. Dies wird besonders im dritten Ausbildungsschritt bedeutsam. Hast du nicht gelernt, dies allein und effektiv zu tun, wirst du andere Mitmenschen daran beteiligen müssen. Hast du nicht gelernt, wie du das effektiv, respektvoll und menschenwürdig mit Hilfe eines Mitmenschen tust, wirst es mit der Zeit für dich und andere zu einem Frustereignis. Dein »geistiger Stuhlgang« bzw. deine Aussöhnung bleibt gestört, was sich auch negativ auf die Effektivität der Wanderungen und auf deine Neugier auswirkt. Das ist vergleichbar mit der unbeholfenen Situation eines Kindes vor der Zeit der selbständigen Geschäfte.

Es ist nicht selten hautnah zu erleben, wie auf offener Strasse, in Bus und Bahn, beim Einkauf oder an der Bar, im Bett oder sogar in netten Urlaubsituationen oder bei den Mahlzeiten zu Tisch, spontan und ohne Rücksicht auf die Umgebung geradezu archaisch geistig und lauthals ausgesöhnt wird, was das Zeug hält. Männer und Frauen, Kinder und Greise gleichermaßen. Du solltest als erwachsener Mensch und Bewusstwanderer diesen feierlichen Akt zelebrieren.

Klassischen Quasselstrippen fehlt weitgehend das Bewusstsein für ihre allgemein belastende und überaus uneffektive Art sich geistig auszusöhnen, besonders wenn sie kaum einmal den Gesprächspartner zum Geschäft kommen lassen!

Ohne Rücksicht auf die Alltagssituation auszusöhnen ist verführerisch, denn immer wenn etwas den Körper verlässt, was ihn verlassen muss, hat das ja auch Genussaspekte, vor allem wenn der Punkt des Ansiechhaltens überschritten ist. Dies gilt auch für das geistige Aussöhnen. Es sind überaus natürliche Momente, denn immer wenn wir uns lösen, tritt ja unsere stofflich-energetisch-geistige Verbindung mit dem Umgebungssystem deutlich hervor.

Wir Menschen haben uns über viele Jahrtausende im überschaubaren Sozialverband entwickelt – wir sind Hordentiere geblieben – und können uns aus diesem Grund auch heute noch leicht an Freud und Leid des Mitmenschen beteiligen. Denn was ein Hordenmitglied der Horde anging, betraf auch irgendwo die gemeinsam lebenden Hordenmitglieder existenziell. Das »mit Durchmachen von Situationen«, das »Mit-leid« und die »Mit-freude« (mit den eigenen. bekannten Artgenossen) haben hier vielleicht ihren Ursprung. Und so ist das Aussöhnen durchaus ein Ereignis, welches gemeinschaftlich genossen werden kann, sofern sich an »Hygienenormen« gehalten wird. Beim geistigen Aussöhnen sollten wir bedenken, dass heute eine größere Anzahl oder unbeteiligtere, ja geradezu teilnahmslose Gesellschaftsteilnehmer in der Öffentlichkeit zugegen sein können als früher in der Urhorde.

Selbst- und Nächstenliebe bzw. Respekt, eine Portion Demut, Hingabe, ein deftiger Schuss Humor und Kompromissfähigkeit und vor allem Dankbarkeit, wäre für solch ein pikantes, zwischenmenschliches, neuronales Hygieneereignis eine viel versprechende Eigenschaftskombination im Sinne der kleinen Genussdrogenschule.

Alles will gelernt sein und du brauchst dich fürs Erste nicht und schon gar nicht vor dir selbst zu schämen, denn jeder Mensch muss rational-folgerichtige Gedanken(gänge) oder emotional-assoziative Gedanken loswerden. Am fruchtbarsten ist ein konstruktiver Erfahrungsaustausch über effektive Aussöhnmethoden, Erfahrungen und bewährte neuronale Hygienemaßnahmen zum individuellen geistigen Geschäft. Dies sind in heutiger Zeit seltene Ereignisse und es gibt noch viel voneinander zu lernen.

Da die Ausbildung der ganzheitlich-freien Denkfähigkeit eher neuartig ist, wirst du wenige Menschen finden, die dir bei deinen Geschäften so effektiv helfen können, wie es nötig wäre. Meistens werden sie auf Grund ihres Unverständnisses deiner Ausbildungs- und Gesamtsituation zweifeln und dich womöglich von deinem individuellen Weg durch die Vielfalt abhalten wollen, anstatt dir einfach nur beim Aussöhnen zu helfen. Deshalb konzentriert sich diese Schule der Aussöhnung auf die individuelle, selbständige Erlebnisverarbeitung bzw. Aussöhnung. Alleine auszusöhnen ist natürlich nicht ganz so wunderbar, aber du bist dann in der Lage weiterzuwandern, auch wenn alle Ohren um dich herum verschlossen sind.