DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 139 - 140 Qualitiativer Grundbedarf an Genussdrogen

Qualitativer Grundbedarf an Genussdrogen

In Folgendem geht es um die Genussdrogen, die dir längerfristig ein leidfreies Leben ermöglichen und damit die Basis schaffen für alle anderen Drogengenüsse des Lebens und seiner Vielfalt. Welche Genussdrogen zu diesem Grundbedarf gezählt werden können, ist weitgehend von der Evolution des Menschen bzw. seinen begrenzten Stoffwechselmöglichkeiten abhängig und daher weniger eine Einstellungsfrage als viele Menschen es derzeit noch glauben.

Du bist zwar ein »Allesfresser«, aber dieser biologische Begriff ist anders definiert, als du vielleicht denkst. Das zeigen dir schon weitgehend deine Erfahrungen, denn du musst eingestehen das »Alles« ziemlich wenig ist, wenn du es in der Praxis ohne größeren Verdruss verspeisen willst. Steine, Erde, Zimmerinventar, ja die meisten Gegenstände in deiner Umgebung, machen dich auf Dauer kaum satt. Sie lassen sich oft gar nicht in deine Körpereinheit aufnehmen oder es wird schwer einen Genuss bei der Vereinigung zu empfinden. Aber auch die stoffliche Ernährung ist erst einmal Privatsache und du hast die Freiheit alles anzukauen was du willst oder dich mit allen möglichen und unmöglichen Stoffwechseldrogen zu verbinden. Gerade beim Kauen und Runterschlucken oder allgemein beim Einführen von verschiedenen Dingen merkst du sicherlich, dass dein spezifischer Körperbau deiner prinzipiellen Vorstellungs- und Genussfreiheit einen Klotz vors Bein schmeißt und du kannst dir an deiner »altmodischen« Körpertradition die Zähne ausbeißen.

Im Gegensatz zu deinen anfälligen Vorstellungen, deinen schnelllebigen, flüchtigen folgerichtig-rationalen Gedankengängen, deinen wechselhaften emotional-assoziativen Gedanken und inneren Momentüberzeugungen, baut dein Körper mit jeder Zelle auf eine ca. 4 Milliarden Jahre alte Tradition des Überlebens! 4 000 000 000 Jahre (ungefährer Ursprung des Lebens) sind eine lange Zeit.

Mit einem kleinen Gespür von Größenordnungen kannst du nun erahnen, das sich dein Körper in stofflichen Ernährungsfragen und in ernsteren Überlebenssituationen nicht gerne in die Suppe spucken lässt. Er hat eine ganze Menge »Erfahrung« gesammelt, um mit den Wirkungen seiner Umgebungen zurechtzukommen. Diese Erfahrung ist oft recht fest fixiert. Deine Körperzellen und Organe haben sich auf eine ganz konkrete Nahrungszusammensetzung spezialisiert. Da kann deine 20- oder 50-jährige Vorstellung von geeigneter oder ausgewogener Ernährung und Lebensweise oder die 30 Sekundenfastfoodwerbung noch so überzeugend scheinen. Dein Körper ist da stur wie ein Ochse oder besser gesagt Fünfhundertmillionen mal sturer wie ein durchschnittliches, ausgewachsenes, gutbürgerlich-deutsches Nervensystem. Vergleiche hinken irgendwo, aber sieh diese Tatsache einfach so: Der arme Leib kann eben nicht anders, ob du willst oder nicht, du steckst mit ihm unter einer Decke und ihr müsst das beste daraus machen und vergiss nie: Dein Körper hat zuerst auf diesem Planeten gesiedelt und erst viel, viel, viel später kam deine Vorstellungswelt mit seiner Hilfe dazu. Gröbere Abweichungen von seiner Traditionen bezahlen du und er bitter mit Krankheit, Schmerz, Leid und frühem Systemzerfall bzw. Körperzerfall.

Aber auch hier kannst du dich am Ende der Ausbildung deiner Denkfähigkeiten auf eine neue zuckersüße, lebendige, genussreiche Einheit zwischen deinem traditionsbewussten Körper, deinem hypermodern ausgerüsteten Nervensystem und deiner ewig gleichen und doch neuen Umgebung freuen! Du wirst vielleicht bewusst das genießen können, was du und deine Körpereinheit schon immer ward und seid – eine lebendige untrennbare, kooperative (Zell)Gemeinschaft, ein Organismus und eine Wirkeinheit unter allen Wirkeinheiten deiner Umgebung

Günstig wäre nun erst einmal, dass du dir bewusst wirst, mit welchen stofflichen Genussdrogen sich dein traditionsbewusster Körper am liebsten verbindet bzw. durch sich hindurchfließen lässt. Das weiß man heute schon recht genau über die Ernährungsgewohnheiten unserer nächsten Primaten-Verwandten und der Entwicklungsgeschichte des Menschen.

 

Dein Körper braucht es roh und ungewürzt. Alles was über 40 Grad Celsius erhitzt, gebraten, gebacken, geröstet oder getrocknet ist, schlägt ihm mit der Zeit auf den Darm, schlägt sich auf die Gelenke, Nieren und über die Blutbahn auf die Gefäße, geht ihm obendrein kurz- und längerfristig auf die Nerven und kostet Lebensenergie.

In den letzten ca. 4 Millionen Jahren hat er sich überwiegend auf Muttermilch... Grünpflanzen/ Gemüse/ Früchte/ Obst/ Samen eingeschossen. Auch sauberes Quell- bzw. stilles Mineralwasser ist sein Ding. Tierisches Protein (bis auf die Muttermilch in den ersten Lebensjahren) kannst du vernachlässigen und wenn, dann sollte es eine seltene Festtagsspeise sein.

Wenn du keine Tiere auf deinen Teller lässt und aufmerksam isst und deine Speisen wäschst, dann kannst du das uralte Parasitenproblem in Grenzen halten.

 

Was und wie du gerade am liebsten isst, weißt du selbst am besten und hier gibt es sicherlich erste Differenzen zwischen euch Zwei-Einen (deinem zivilisationsgeprägten Nervensystem und deinem restlichen Körper). Respektiert euch und seid nett zueinander und halte dich an die beiden Wanderweisheiten: Nichts überbewerten! Lieb und verspielt wandert weiter! Die Vernunft und Geduld, die Freude an neuen natürlichen Geschmackserlebnissen oder eine ernsthafte Krankheit kann euren Streit und eure Differenzen zu Lebzeiten befrieden.