DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 134 -136 Allgemeine Genussdrogenregeln

Allgemeine Genussdrogenregeln

Auf dem zweiten Ausbildungsabschnitt geht es darum, deine Umgebung mit Hilfe der kleinen klassischen Erlebniswanderungen und der RW-Erkundungswanderung möglichst vielfältig zu erleben. Aus dem Blickwinkel der kleinen Genussdrogenschule heißt das nichts anderes, als sich wissentlich nacheinander mit möglichst vielen einfachen und komplexen Genussdrogen zu verbinden und ihre Wirkung zu erleben und zu genießen und dabei den »kleinen Wanderzyklus« (siehe zweites Buch) so oft wie möglich bewusst zu durchlaufen.

Hier wird dir deutlich, dass der zweite Ausbildungsschritt (siehe zweites Buch) eine wahre Genusswanderung werden kann und wenig mit Ausbildung im herkömmlichen Sinne gemeinsam hat. Es kann ein schöner, interessanter und bunter Lebensabschnitt sein. Auch auf dem dritten Wegabschnitt (siehe drittes Buch) kann dir die kleine Genussdrogenschule behilflich sein.

Es ist natürlich unmöglich jede einfache und komplexe Genussdroge zu beschreiben, ihre Wirkungsweise, Aufnahmeformen und Kombinationsmöglichkeiten usw. in einem Buch wie diesem zu erläutern. Es müsste ja dann unter anderem Kochbuch, Chemie- und Physiologielehrbuch, Drogenführer, Moment- und Situationsverzeichnis zugleich sein. Hier geht es vielmehr um Prinzipien, die dir helfen mit Genussdrogen bewusster umzugehen und dadurch die Ausbildung genussreicher und gleichzeitig effektiver zugestalten. Hier geht es um einen sinnvollen Rahmen im Sinne der Ausbildung. Wenn dir die kleine Genussdogenschule auch noch nach der Ausbildung ein praktisches Hilfsmittel sein kann, um so besser.

Bevor du dich mit Genussdrogen verbindest und so auf Erlebniswanderung gehst, ist es ratsam eine »RW-Erkundungswanderung« (siehe zweites Buch) durch entsprechende Informations- und Erfahrungsspeicher zu unternehmen. Auch Gespräche und die Beobachtungen von Menschen, die schon lange mit einer Genussdroge konfrontiert sind, können dir weiterhelfen. Folgerichtig-rationale Vorbereitungen auf die bewusste Verbindung mit einer Genussdrogen mindert für dich als Einsteiger gröbere Gesundheitsrisiken und macht damit die Ausbildung nachhaltiger, sicherer und genüsslicher.

Die kleine Genussdrogenschule kennt unter anderem folgende Genussdrogenregeln, die für die Ausbildung wesentlich erscheinen:

Regel der Begrenztheit

Genussdrogen sind begrenzt, auch wenn jeweils genug davon da zu sein scheint, denn der Abhängigkeits- und Gewöhnungseffekt oder dein Tod begrenzt deinen Genussdrogenkonsum.

 

Daraus folgt in der Praxis schon der erste große Genussaspekt. Das heißt, dass du in deinem Leben nur begrenzt oft 500 Millionen? mal atmest,... mal Baden gehst, 5000? mal Kaffee trinkst,... lange Radtouren fährst,.... Whiskys trinkst,... 80? eigene Geburtstagsfeiern erlebst,... mal einschläfst,.... so und so viele Schneebälle wirfst, Liebesbriefe liest oder schreibst, lächelst, Frauen/ Männer näher sexuell genießt, 1,2,3... Kinder feierst, 5000 Windeln wechselst, 300 Kuchen bäckst, 200 Bücher liest,...Grillwürstchen verspeist, 10 mal die Wohnung wechselst, 4000 mal den Hund fütterst und für ihn 10000 Stöckchen wirfst,... mit deinem Mitmenschen sprichst, Gedanken denkst und aus Liebe heraus zu wirken beginnst.

Viele Genussdrogen gehen dir auch im Leben einfach durch die Lappen, denn du wirst sie nicht bewusst erleben. Ist dir das bewusst, lässt es dich jede einzelne Genussdroge viel intensiver genießen, denn jede Genussdrogeneinnahme, jede Genussdroge mit der du dich bewusst verbindest, ist ein Teil deines genusswertvollen und genussbewussten Lebens!

Wirkungsregel

Jede Genussdroge hat von dem Moment an, in dem du dich mit ihr verbindest, eine Wirkung über einen speziellen Zeitraum auf deine Körpereinheit. Jede komplexe Genussdroge hat ihre spezifische Kurz- und Langzeitwirkung.

 

Das kann eine sehr spannende Aufgabe sein, den Wirkungsverlauf herauszufinden. Die Wirkung kann, aber muss dir nicht bewusst werden. Manche Genussdrogen wirken in deiner Körpereinheit so schwach oder allmählich oder zeitlich stark verzögert, dass du Auswirkungen und Veränderungen an deiner Körpereinheit nicht wahrnehmen kannst oder sie später nicht mit der Genussdrogeneinnahme in Verbindung setzt (auch in diesem Falle ist ein Genussaspekt streitbar und fraglich).

Du kannst auch sagen, jede Genussdrogeneinnahme hat ihre spezielle »Wirkungsfahne« oder Wirkungskurve. Das kannst du nach einer Kneipentour oder bei der Genussdroge »Knoblauch« auch wortwörtlich nehmen. Solange die Wirkung noch andauert, stehst du unter dem Einfluss der Genussdroge. Um die Wirkung einer Genussdroge herauszubekommen, musst du dich nicht zwingend mit ihr öfters verbinden. Du kannst dazu auch deine Mitmenschen oder andere Teile deiner Umgebung beobachten, wenn sie sich mit der Genussdroge verbinden. Das hat den Vorteil, dass du geduldig mit deinem ungetrübten Bewusstsein beobachten kannst. So findest du heraus was wiederholter Kneipenbesuch (Situationsdroge) für Kurz- und Langzeitwirkung haben kann. Oder du kannst herausfinden was es für Auswirkungen hat, sich dauerhaft mit der Genussdroge »folgerichtig-rationales, wissenschaftliches Arbeiten« (neuronale Situationsgenussdroge) zu verbinden.

Traditionsregel und Traditionsfaustregel

Bei jeder Genussdroge, deren regelmäßige, menschliche Einnahmetradition nicht weiter als 20 000 Jahre zurückreicht, ist grundsätzlich besondere Vorsicht geboten! Solche jungen Genussdrogen bedeuten meist für deine Körpereinheit, bei unbewusster Einnahme oder bei Abhängigkeit, ein erhöhtes Verdruss- oder Krankheitsrisiko.

Du gehst dann das Risiko ein, dass deine Körpereinheit an die Genussdroge nicht ausreichen angepasst ist. Diese Regel hat also ihren Grund in der genetischen Anpassung deiner Körpereinheit an bestimmte Genussdrogen im Laufe der Entwicklungsgeschichte der menschlichen Körpereinheit. Welche Genussdrogen eine ausreichend lange Einnahmetradition besitzen, kannst du meist mit einer »RW-Erkundungswanderung« in Erfahrung bringen. Genussdrogen der Genussdogenstufen 1-3 sind in ihrer Einnahmetradition uralt (siehe auch weiter unten im Abschnitt »Genussdrogenleiter«).

Vergiss nicht: In uns Menschen steckt ein animalisches, geerdetes Wesen und ein selbstbewusster, vogelfreier Geist. Beide sollten immer schön aufeinander aufpassen. Nicht alles was möglich und machbar ist, ist auch auf die Dauer gut.

 

Für eine grobe Risikoabschätzung kannst du dir also die Traditionsfaustregel einprägen: Je älter die Tradition des Menschen im Umgang mit der Genussdroge, umso abgesicherter der Drogengenuss für dich.

 

Das heißt nicht, dass du reinhauen kannst was das Zeug hält oder unbeirrt mit deiner Genussdroge verschmelzen kannst. Es heißt lediglich, dass dir mehr Erfahrungswerte und Information zu Dosierung, Risiken und Wirkungen zur Verfügung stehen, die dir helfen können, bewusst Folgen abzuschätzen.

Ergänzungsdrogenregel

Eine Genussdrogeneinnahme bedarf oft der Einnahme einer oder mehrerer anderer Ergänzungsdrogen (unterstützende Genussdrogen), willst du nicht Unwohlsein, Mangelerscheinungen und Krankheit oder vorzeitiges Ableben riskieren.

 

Gehst du eine Verbindung mit einer neuen Genussdroge ein, dann veränderst du meist eine ganze Reihe anderer wirkungsvoller Verbindungen in deiner Wirklichkeit. Die Wirklichkeit durfte ein zusammenhängender Energie- und Lebensteig sein und du kannst die Form verändern, aber nicht einzelne, unabhängige Brötchen backen. Die Ergänzungsdrogenregel gilt besonders ab der dritten Genussdrogenstufe (siehe auch »Genussdrogenleiter« weiter unten) und sie ist den meisten Menschen noch nicht bewusst. Wenn du im Sinne der kleinen Drogenschule denkst, wirst du bemerken, dass wenige Genussdrogen für sich alleine genussreich wirken können. Das hat zum einen stoffwechselphysiologische Gründe bzw. neurologische und gesellschaftliche Gründe.

Es ist von vornherein günstiger, die Genussdrogeneinnahme global zu betrachten und sich ihre ganzheitliche Wirkung auf deine Körpereinheit bewusst zu werden. Wer A sagt, muss auch B sagen, gilt hier besonders.

Allgemein: Wenn du dich A mit Genussdrogen verbindest, an die deine Körpereinheit nicht ausreichend angepasst ist, musst du B mit deinem Bewusstsein die Schutzfunktion übernehmen.

Beispiele: Wenn du A die Genussdroge »erhitzte und gesalzene Speisen« zu dir nimmst, musst du auch B viel Wasser zu dir nehmen, um Nierenschäden langfristig zu vermeiden. Wenn du A kiffst und B vergisst etwas zu trinken, wird dir bald die Zunge am Gaumen kleben und den Genuss schmälern. Wenn du A die Genussdroge »Süßigkeit und Zuckerwerk« magst und B vergisst, dich ausreichend zu bewegen, C vergisst deine Kalzium- und Vitamin-B-Zufuhr zu erhöhen und D vergisst, dich mit der Situationsdroge Zähneputzen zu verbinden – wirst du beispielsweise aufgehen wie eine Qualle, spröde Knochen riskieren und dem Zahnarzt bald bei der Finanzierung seiner neuen Praxis unter die Arme greifen.