DAS BEWUSSTWANDERN-PROJEKT:    rational    emotional    ganzheitlich   

S. 102 - 104 Weiteres Basiswissen zu Körpereinheit & Nervensystem

Weiteres Basiswissen zu Körpereinheit und Nervensystem

Nervenzellen können sich prinzipiell in drei Funktionsebenen miteinander verbinden bzw. zusammenwirken:

  • linear bzw. seriell (wissenschaftlich nachweisbare Direktverbindungen; messbare Aktionspotentiale zwischen synaptisch verbundenen Nervenzellen);

  • netzförmig bzw. parallel (wissenschaftlich nachweisbare Direktverbindungen; messbare Aktionspotentiale zwischen synaptisch verbunden Nervenzellen);

  • ganzheitlich-frei (wissenschaftlich nachweisbare Distanzverbindungen; Verbindungen, die auf elektro-magnetische Felder zurückzuführen sind; diese sind in der Umgebung von Nervenzellen und ihren Membranen messbar);

Stell dir einfach vor, du hast zwischen Eintausend und Zehntausend Arme und an jeder Hand einen guten Freund. Und diese vielen, direkten Verbindungsmöglichkeiten hast nicht nur du, sondern jeder einzelne der mit dir im System lebenden und befreundeten 6-7 Milliarden Menschen! Du kannst dich mit deinen Freunden in einer langen Reihe aufstellen und an die Hand nehmen (serielle Verbindungsmöglichkeit). Ihr könnt euch aber auch räumlich, netzförmig verbinden und an eure Zehntausend Hände nehmen (netzförmige bzw. parallele Verbindungsmöglichkeit). Und ihr könnt auch auf Distanz wirkungsvoll in Verbindung treten. Du hast also ein Handy dabei und kannst damit gleichzeitig alle 6 Milliarden Menschen anrufen, egal wo die sich auch befinden und egal wen du noch so direkt an deinen Händen hältst! Obendrein ist jeder Mensch auch noch ein echter Sandkastenfreund und hat seinerseits natürlich auch die Möglichkeit mal alle anzufunken! Selbst wenn jeder Anrufer nur durch seinen Anruf sagen kann: „Bin schlafend. Alles wie gewohnt, nichts Besonderes.“ Oder „Wir haben gerade intensive rational-folgerichtige bzw. emotional-assoziative Probleme.“ Oder „Soweit alles wie gewohnt ständig anders, sind rational-folgerichtig und emotional-assoziativ dabei, keine Probleme bei der Aussöhnung, hier geht geschmeidig die Post ab.“ Das wäre dann schon eine ganze Menge.

Doch egal wie du dir deine eigene Denkmaschine vorstellst, Vorstellungen sollten nützlich für das Alltagsleben sein.

Du kannst dir nun vielleicht vorstellen, dass mit einigen Milliarden Beziehungen und Verbindungen einiges funktioniert und Sachen möglich werden und entstehen können, die vordem undenkbar schienen. Zum Beispiel kannst du deinem Nervensystem vertrauen. Du kannst Vertrauen in deine folgerichtig-rationale Denkfähigkeit, in deine emotional-assoziative Denkfähigkeit oder gar in deine ganzheitlich-freie Denkfähigkeit entstehen lassen.

Du weißt das alle Details irgendwie miteinander in Verbindung stehen (siehe Verbindungsprinzip) und wenn du dir mehr Zeit nimmst, kannst du eine Verbindung nach der Anderen in deiner Umgebung genau herausfinden. Das heißt nicht, dass es sinnvoll ist alle folgerichtig-rationalen Zusammenhänge im Kopf zu haben oder genau zu kennen.

Hat man folgerichtig über das Verbindungsprinzip und das Entstehungsprinzip nachgedacht und genügend Praxis im Lösen und Knüpfen von Verbindungen gesammelt, wird man viel weniger nachdenken müssen als vorher. Das vertraute, tiefere, dauerhaftere, emotional-assoziative Denken (bewusste Gefühl) tritt an die Stelle der vielen harten folgerichtig-rationalen Gedanken. Bald treten sinnvolle Zufälle in dein Leben und nehmen dich »gütig an die Hand« und du wirst immer weniger abhängig sein von harten Fakten. Wesentliches erfährst du aus dem Lebensmoment heraus. Wenn’s sein muss, dann kommst du im Alltag mit etwas Geduld auch an harte Fakten oder Informationen. Du fängst eben mit Entdecken und Forschen, Nachfragen, Nachlesen an. Von daher steht ein erfahrenes Nervensystem dem folgerichtig-rationalen Denksport seiner Jungendzeit etwas gleichmütiger gegenüber.

Dein Gehirn ist eine kooperative Zellgemeinschaft (Organ) deines Körpers, welche erst wachsen muss, um vollständiger, effektiver, energiesparender, direkter zu funktionieren. Es gibt natürlich Besonderheiten an, in und mit diesem Organ zu entdecken.

Viele unserer Organe erneuern sich innerhalb weniger Tage, Monate oder Jahre. Anders als bei den meisten ausgewachsenen Organen können bzw. dürfen sich die Zellen des Nervensystems (Nervenzellen) nicht mehr erneuern, denn ihre Verbindlichkeiten untereinander sind die Grundlage für deine Einstellungen, Gewohnheiten, Erlebniserinnerungen und Erfahrungen. Was du dir also an Nervenzellen wegsäufst, ist bis an dein Lebensende verloren.

Die Funktion deines Nervensystems muss jedoch nicht beeinträchtigt werden, wenn du mal einige tausend Nervenzellen verlierst oder einige Verbindungen einbüßt. Meist übernehmen andere neuronale Wirkeinheiten über die Zeit und mit Hilfe neuer Alltagserfahrungen die Aufgaben der dahingegangenen Kollegen.

Fährst du größere Verluste an neuronalen Wirkeinheiten ein, wie zum Beispiel nach Schlaganfällen oder Gehirnoperationen (Tumorentfernung), kannst du nicht selten einige Jahre damit zubringen, um wieder die nötigsten Dinge miteinander wirkungsvoll in Verbindung zu bringen. Dann musst du beispielsweise wieder Essen, Sprechen, Schreiben oder Gehen lernen. Ähnlich unvorteilhaft sind schwere Erschütterungen deines Nervensystems. Also, grundsätzlich nichts überbewerten, denn es kann auch sehr schnell viel viel viel langsamer und unbewusster gehen und dann geht es trotzdem weiter.

 

Körper und Nervensystem sind energetisch, materiell und funktionell miteinander verbunden, bilden eine Wirkeinheit. Diese kann sich mit der Umgebung und sich selbst auf vielfältige Weise verbinden und so auf andere Wirkeinheiten und sich selbst wirken oder Einfluss nehmen.

 

Mit »Du« ist also nicht nur deine Vorstellungswelt, Seele, Geist oder Bewusstsein oder dein Nervensystem gemeint. Nein, jede Zelle deiner Körpereinheit und dein bzw. unser Umgebungssystem mit all seinen gewöhnlichen und besonderen Merkmalen und Eigenschaften gehört ebenfalls dazu. Viele lebenswichtige Entscheidungen werden von dir als Wirkeinheit unbewusst getroffen und ausgeführt. Dir wird dann manchmal bewusst, dass mal wieder etwas passiert (ist) und du kannst nur noch akzeptieren, was das Nervensystem oder deine Körpereinheit zuvor unbewusst »beschlossen« hat. Beispiel: Niesen, Husten, Erschrecken, Wachsen, nach dem Sonnenbad braun werden, usw. – Ja es gibt auch genügend unbewusst gefällte Entscheidungen von dir, von denen dir nicht einmal mehr die Auswirkungen bewusst werden. Bewusstsein hängt stark von der Rückkopplungsmöglichkeit verschiedener, durch die Körperzellen und Sinnesorgane aufnehmbarer Verbindungsänderungen ab.

Fehlt dir diese Rückkopplungsmöglichkeit für dein Nervensystem, dann wirst du kaum merken, dass sich in dir oder um dich her etwas verändert. Ein etwas befremdlicher Gedanke, weil ja dann einfach etwas passiert, sich auch noch dreister Weise deiner (bewussten) Kontrolle entzieht und dennoch bist du mit deiner Körpereinheit und deiner Umgebung auf Gedeih und Verderb geeint. Das ist nicht weiter schlimm, denn belebte Wirkeinheiten bzw. Organismen gibt es schon seit mehreren Milliarden Jahren! Meisten waren sie ohne oder nur mit wenig (Selbst)Bewusstsein ausgerüstet. Du bist also eine unbewusst/ bewusste Wirkeinheit mit einer mehrere Milliarden Jahre alten Überlebenstradition.

Unbewusster rückkoppelnde und aussöhnende Ein- und Vielzeller haben als erstes hier auf dieser Erde in mitten der anderen Wirkeinheiten gesiedelt und erst später ist das Nervensystem und noch später sein umfangreiches (Selbst)Bewusstsein in dieser unbewussteren Körpereinheit entstanden.

Im Bewusstseinsmodus stehen dir heute die drei bewussten Funktionsebenen bzw. deine drei geistigen Werkzeuge zur Verfügung. Im Unbewusstseinsmodus helfen dir das unbewusste Zusammenspiel deiner Körperzellen, ihre Genetik und Epigenetik, der Hormonhaushalt, die Reflexe bzw. einige recht animalische, aber wirksame Triebe bzw. Instinkte, um mit deiner Umgebung zusammenzuwirken.

Und du besitzt einige folgerichtig-rationale Gedankengänge und emotional-assoziative, neuronale Wirkeinheiten, welche im Laufe deiner Kindheit und Jugend und bis heute über viele Alltagssituationen entstanden sind bzw. von deinen Eltern, Lehrern und deinen Mitmenschen unbewusst oder halbbewusst übernommen wurden und bis heute als »Denk- und Verhaltensgewohnheiten« deine Persönlichkeit und dein Alltagserleben unterbewusst bestimmen und beeinflussen.

Du kannst also mehr oder weniger gut mit oder ohne dein Bewusstsein arbeiten, leben, bzw. auf Veränderungen reagieren. Vergessen wir die unbewusste Arbeitsweise. Freue dich einfach über dich selbst und deine Tradition und verlasse dich darauf, dass du im Unbewusstseinsmodus arbeiten kannst und du und deine Körpereinheit auch weiterhin ihr Bestes geben und du einen einmaligen unbewussten und halbbewussten Weg bis hier her gegangen bist. Konzentrieren wir uns auf den Bewusstseinsmodus und darauf, was du mit ihm anfangen kannst.

 

Unsere Nervensysteme haben heute die Möglichkeit ein Selbstbewusstsein zu entwickeln, dass unser Umgebungssystem als wichtigen Bestandteil der eigenen, individuellen Wirklichkeit erkennt und begreift und mit ihm gemeinsam zur freiwilligen und bewussten Erzeugung folgerichtig-rationaler, emotional-assoziativer und ganzheitlich-freier Gedanken fähig ist. Diese bewussten Gedanken formen über die Zeit auch das Unterbewusstsein und die Alltaggewohnheiten. Somit kannst du freier und bewusst deinen Lebensweg mit und in der Vielfalt bestimmen.